Hide The Pain Harold: Der Mann hinter dem Stockphoto-Meme

Thomas Kolkmann

Fotos, die für Bildagenturen für die unterschiedlichsten Zwecke vorproduziert werden, nennt man Stockphotos (dt. Bilder auf Vorrat). Von unzähligen Internetnutzern werden diese Stockfotografien auch gerne als Vorlage für Memes genutzt. Ein ganz bestimmtes Stockphoto-Model sticht hierbei aber besonders heraus: Der sogenannte „Hide The Pain Harold“, auch einfach „Harold“ oder „Maurice“ genannt. Aber was und vor allem wer steckt hinter dem Meme?

Bereits seit einigen Jahren macht Harold das Internet mit seiner ausdrucksstarken Mimik unsicher: Auf vielen Fotos ist sein markantes Lächeln zu sehen, welches häufig aber nicht zu den traurig dreinschauenden Augen passt. Durch diesen Gesichtsaudruck hat er auch seinen Namen „Hide The Pain Harold“, also „versteck den Schmerz Harold“ bekommen.

Die normalen Stockphotos stellen den vom Internet „Harold“ oder „Maurice“ getauften Mann eigentlich als erfolgreichen Businessman, glücklichen Opa oder bei verschiedenen Freizeitaktivitäten mit seiner Stockphoto-Frau dar. Die Internetnutzer haben sich ganze Geschichten um die Bilder ausgedacht und „Harold“ dank PhotoShop & Co. in jede Menge andere Fotos und seltsame Situationen editiert. Aber wer ist eigentlich der Mann hinter den Fotos?

Hide the summon Harold

Wer ist „Hide The Pain Harold“ im wirklichen Leben?

Im echten Leben heißt „Hide The Pain Harold“ gar nicht Harold, sondern Arató András. Arató ist 1945 in Köszeg (Ungarn) geboren und war bis zu seinem Ruhestand Elektroingenieur. Seine Modelkarriere war dabei eigentlich ein reiner Zufall, wie er im Interview mit dem ungarischen Sender TV2 (via YouTube) verrät.

Ein Fotograf sei auf ihn Aufmerksam geworden, als er Fotos von sich im Türkei-Urlaub auf einer ungarischen Foto-Community-Seite hochgeladen hatte. Er nahm den Job an und so entstanden mit der Zeit hunderte Stockphotos von ihm in verschiedensten Situationen. Unterdrückten Schmerz habe er dabei aber nicht, eigentlich sei er ein sehr lebensfroher Mensch, jedoch waren die Photoshoots hin und wieder auch nicht ganz so einfach, wie Arató erklärt:

Ich musste für lange Zeit so lächeln. Ich sehe auch, dass das nicht mein normaler Gesichtsausdruck ist.

Hide your pain, Vader

Als Arató die manipulierten Fotos zum ersten Mal im Internet entdeckt hat, sei er nicht sehr erfreut darüber gewesen. Wie er aber erklärt, hat er sich dann daran zurück erinnert, wie sie damals als Schulkinder die Bilder aus Magazinen ebenfalls zu Piraten oder ähnlichem gemacht haben. Heute nimmt er seine Internet-Berühmtheit hin – zwar gefallen ihm einige Bilder nicht, andere findet er aber sehr witzig, wie beispielsweise das Bild von Mount Rushmore, das anstelle der vier Präsidenten, vier Grimassen seiner Stockphotos zeigt.

Bildquelle: Pathdoc via Shutterstock

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