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Wenn man bei Marvel Comics ein großes Crossover-Event plant, dann treffen sich die beteiligten Autoren und setzen sich an einen großen Tisch. Der grundlegende Ablauf wird geplant, die allgemeine Richtung festgelegt, mögliche Verbindungen werden erwogen und das Ziel definiert. Eine Praxis, die im größten fiktiven Universum dieser Welt nicht nur für die nötige Konsistenz und erzählerische Schlüssigkeit sorgt, sondern angesichts der gewaltigen Dimensionen der Marvel Welt schlicht und einfach notwendig geworden ist. Das filmische Pendant dieser Comic-Welt, das sogenannte Cinematic Universe von Marvel, hat von dieser organisatorischen Haus-Tradition spürbar profitiert. Kaum Probleme, dafür massig coole Easter Eggs und epische Gastauftritte.

Was dagegen passiert, wenn man nicht plant, wenn man nicht vorausschaut und sich nicht abspricht, das zeigt der traurige Zustand des „X-Men“-Franchise. Die demnächst 10 Filme, die 20th Century Fox seit dem Jahr 2000 in diesem geteilten Universum produzierte, sind ein gewaltiger Clusterfuck.

Wer sich die Zeitleisten, Kontinuitäten und Figuren einmal genauer ansieht, der bekommt ganz schnell das Gefühl, eine Gruppe kopfloser Hühner wäre für die narrative Entwicklung des X-Universums zuständig gewesen. Nichts scheint Zu Ende gedacht, alles fliegt irgendwie ziellos durch ein sinnfreies Vakuum ohne gemeinsamen Nenner. Den Figuren fehlt Halt, dem Universum die Konstante. Kurzsichtigkeit wohin das Auge sieht.

Wenngleich viele Einträge des Franchise für sich genommen bestens unterhalten können, so lassen sie doch die wesentliche Vorteile eines gemeinsamen Universum bis dato fast komplett liegen. Mehr noch. Die Filme der Reihe ziehen sich durch unzählige Unstimmigkeiten und Logiklöcher immer mehr gegenseitig herunter. Eine Tragödie, die hoffentlich bald ein Ende findet. Das „X-Universum“ muss abgerissen werden. Komplett. Hier sind schon mal 10 gute Gründe, warum die „X-Men“ einen echten (und keinen halbherzigen) Neustart verdient haben.