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Deutsche Bahn muss liefern: Kilometergroße Löcher im Stromnetz machen Ärger

Die Loks der DB fahren oft mit Strom – aber längst nicht überall. (© Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee)
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Beim Auto ist der Weg klar: Weg vom Verbrenner, hin zum Elektroantrieb lautet die Devise. Beim Schienenverkehr sieht es nicht viel anders aus. Auch hier sollen die Dieselloks gegen elektrische ausgetauscht werden. Doch ähnlich wie beim Ladenetz für Elektroautos macht ein anderes Netz hier leider einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

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Denn Elektro-Loks brauchen zwar keinen Akku, dafür aber ein durchgängiges Oberleitungsnetz. Davon ist die deutsche Schiene allerdings buchstäblich kilometerweit entfernt – genau gesagt rund 4.500 km weit. So viele Streckenkilometer will die Regierung laut Koalitionsvertrag bis 2030 mit Stromleitungen versehen.

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Das Problem: Dafür wären jährlich etwa 600 km nötig. Zuletzt waren es gerade einmal 80 km. Der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein müsste sich im Vergleich noch wie eine Sturzflut vorkommen. „Das ist ein unwürdiger Zustand“, kritisiert der Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene Dirk Flege (Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland/RND).

Neue Züge sind zwar schön, aber ein altes Netz kann vieles kaputt machen:

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Rund 62 Prozent des bundeseigenen Bahnnetzes verfügen derzeit über eine Oberleitungsversorgung. Auf alle Schienen gerechnet liege Deutschland mit 56 Prozent gerade einmal im europäischen Durchschnitt.

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Dabei soll der Bahnverkehr eigentlich einen wesentlichen Beitrag leisten, um schädliche Klimaemissionen zu reduzieren. „Die Schiene bietet so schnell wie kein anderer Verkehrsträger die Chance auf 100 Prozent Klimaneutralität“, erklärt Martin Henke, Geschäftsführer beim Verband Deutscher Verkehrs­unternehmen (VDV).

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Den beiden Experten zufolge wären bei der aktuellen Geschwindigkeit nicht die geplanten 75 Prozent (4.500 km) bis 2030 möglich, sondern höchstens 65 Prozent. In den kommenden Jahren gesellen sich dann noch Probleme in Folge der allgemeinen Sanierung des Streckennetzes dazu. Auch dort dürfte es vermehrt vorkommen, dass Züge auf Strecken umgeleitet werden müssen, auf denen keine Oberleitungen verfügbar sind.

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Bedeutet: Umsatteln auf Diesellok und zunächst erstmal mehr Emissionen als weniger. In der Pflicht sehen die Experten das FDP-geführte Verkehrsministerium. Es müsse jetzt dringend eine Finanzierung an den Start gebracht werden, um schnell viele Streckenkilometer mit Stromleitungen für den Zugbetrieb zu versehen.

Zudem sollten die Ziele hochgefahren werden. Aktuell sind dem Bericht des RND zufolge erst rund 1.100 der nötigen 4.500 km in Planung. Doch: „Ohne Elektrifizierung ist kein Wachstum auf der Schiene möglich“, mahnt Flege. Dabei wäre genau das wünschenswert: Den Experten zufolge ist der Schienenverkehr – ob Güter- oder Personenverkehr – fünfmal effizienter als auf der Straße.

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