Gaspreise, die Kosten für Heizöl oder Brennholz sind auf ungeahnte Höhen gestiegen. Für Verbraucher stehen mit den kommenden Monaten der Heizperiode extrem teure Zeiten an. Der Heizspiegel verrät, wie viel teurer es im Durchschnitt werden kann. Wer die richtige Sparstrategie nutzt, kann trotz hoher Preise auf Ersparnis hoffen.

Gas, Strom, Öl: So teuer wird Heizen 2022

Nach einem vergleichsweise moderaten Anstieg der Heizkosten 2021 steht im laufenden Jahr 2022 ein bisher kaum endender Dauerlauf an. Die Kosten für fast alle Heizarten in Deutschland explodieren geradezu. Während der Großhandelspreis beim Gas sich beispielsweise vervielfacht hat, stehen die großen Abrechnungen für Privatkunden erst noch an.

Schon jetzt rechnet die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online im Heizspiegel aber vor, mit welchen zusätzlichen Kosten Verbraucherinnen und Verbraucher im Durchschnitt rechnen müssen: Demnach steigen die Kosten zum Heizen einer durchschnittlichen Wohnung mit 70 Quadratmetern in einem Mehrparteienhaus mit Gaszentralheizung um 550 Euro für das Jahr 2022, ein Plus von 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2021 stiegen die Kosten bereits um 20 Prozent (Quelle: co2online):

Die Entwicklung der Heizkosten seit 2005 zeigt die extremen Preissprünge in diesem Jahr. (Bildquelle: www.heizspiegel.de)

Für eine Ölheizung werden bei gleicher Wohnungsgröße in 2022 der Prognose zufolge 53 Prozent mehr Kosten anfallen. Das entspreche voraussichtlich 495 Euro. Auch bei einer mit Strom betrieben Wärmepumpe geht co2online von 53 Prozent Mehrkosten aus, heizen mit Holzpellets wird in 2022 voraussichtlich 54 Prozent teurer. „Was im Durchschnitt schon sehr viel ist, kann im Einzelfall auch noch deutlich mehr sein“, so co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz.

Verbraucher sollten sich daher – wenn möglich – auf saftige Nachzahlungen im kommenden Jahr vorbereiten. Am besten getroffen haben es aktuell Verbraucher, die mit Fernwärme heizen. Hier kommen gerade mal Preissteigerungen von 8 Prozent für das laufende Jahr auf euch zu.

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Trotz Kostenexplosion beim Heizen: Mit Sparen könnt viel Geld rausholen

Aus dem Heizspiegel, den co2online herausgibt, ergeben sich aber auch erhebliche Sparpotenziale. „Die Bereitschaft zum Energiesparen ist in der Bevölkerung momentan so hoch wie nie. Gleichzeitig zeigt der Heizspiegel, dass 90 Prozent der Haushalte in Deutschland noch zu viel Heizenergie verbrauchen“, so Loitz weiter.

Im Durchschnitt liegt das Einsparpotenzial laut co2online zwischen 640 Euro bei einer 70-qm-Wohnung uns bis zu 1.220 Euro bei einem Einfamilienhaus mit 110 qm. Zu den Möglichkeiten, die Kosten zu senken, gehöre etwa „effektives Heizen“. Aber auch energetische Sanierung wird genannt. Mieter können demnach das volle errechnete Einsparpotenzial kaum allein erreichen. Weitere Tipps, um Heizkosten zu sparen, sowie einen individuellen Heizkostenrechner, bietet co2online auf www.heizspiegel.de ebenfalls.

Hinweis: Die Berechnung von co2online wurde noch vor Ankündigung der Gaspreisbremse und dem Aus für die Gasumlage durchgeführt. Auch wenn noch keine konkreten Details dazu feststehen, sollen die Maßnahmen die finanzielle Belastung für Bürgerinnen und Bürger lindern. Der Einspareffekt könnte sich daher noch verstärken, beziehungsweise eure tatsächlichen Kosten sich nicht ganz so hoch auftürmen wie befürchtet.