Über 100 Millionen Euro sollen Kriminelle über einen Spoofing-Dienst erbeutet haben. Jetzt hat Europol ihnen das Handwerk gelegt. Insgesamt wurden 142 Betreiber und Nutzer des Dienstes zur Identitätsverschleierung festgenommen. Auch die USA und weitere Länder waren involviert.

Europol nimmt Online-Betrüger fest

Die Polizeibehörde der Europäischen Union hat einen erfolgreichen Schlag geben Online-Betrüger bekannt gegeben. Betreiber und Nutzer des Spoofing-Dienstes iSpoof wurden nach eigenen Angaben festgenommen. Es soll sich um 142 Personen handeln, die im Laufe der Zeit geschätzte 115 Millionen Euro erbeuten konnten. Auch der mutmaßliche Administrator des Dienstes befindet sich in Haft (Quelle: Europol).

Über den Dienst war es laut Europol möglich, sich gegen Bezahlung als Bank, Unternehmen oder staatliche Einrichtung auszugeben. So sollte Vertrauen geschafft werden, um an Informationen von Opfern zu gelangen. Dabei kamen gefälschte Anrufe und Nachrichten zum Einsatz. Auch das Abfangen von Einmalpasswörtern soll zu den angebotenen Dienstleistenden gehört haben. Zwischen Juni 2021 und Juli 2022 sollen über 10 Millionen Betrugsanrufe generiert worden sein.

Aus Deutschland war unter anderem das Bundeskriminalamt an den Ermittlungen beteiligt, neben weiteren Behörden aus Europa, den USA, Kanada und Australien. Amerikanische und ukrainische Strafverfolger haben die Server von iSpoof am 8. November beschlagnahmt und das Angebot vom Netz genommen. Auf den Domains ispoof.me und ispoof.cc ist nun ein Warnhinweis zu sehen.

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Europol: Botschaft an Cyberkriminelle

Laut Catherine De Bolle, Exekutivdirektorin von Europol, sind die Festnahmen eine warnende Botschaft an Cyberkriminelle. Sie können sich ihr zufolge „nicht länger hinter der vermeintlichen internationalen Anonymität verstecken“. Strafverfolger aus der ganzen Welt würden heute eng zusammenarbeiten, um ihnen das Handwerk zu legen.