„Früher war alles besser.“ - War es das wirklich? Es vergeht kaum eine Woche im WoW Classic-Subreddit, in der das Spiel zum digitalen Tod verurteilt wird. Doch was wollen die Spieler jetzt eigentlich genau?

 

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Facts 

Der Stein des Anstoßes für eine weiterreichende Beschwerde über WoW Classic war dieses Mal schneebedeckt, denn es geht um das Alteractal. Einige PvP-Spieler sind genervt vom Wettrennen zum Endboss oder Spielern, die irgendwo in der Ecke stehen und ab und zu springen, da häufig schnelles Verlieren mehr Ehre bringt als der langwierige Kampf zum Sieg.

Das Problem vieler Spieler ist also, dass andere Ehre im Alteractal farmen ohne „richtig“ PvP zu spielen. In einem Reddit-Thread wird dieser Missstand heiß diskutiert und natürlich der Tod des Spiels prophezeit.

Warum farmen Spieler Ehre?

Der Grund hierfür ist ein entschiedener Unterschied zwischen Classic und Vanilla. WoW Classic läuft mit einer veränderten Variante von Patch 1.12 in der das „gut farmbare“ Alteractal schon existiert aber, anders als in der Vanilla-Version von WoW, die Raids BWL, Ahn'Quiraj und Naxxramas noch nicht offen sind. Das bedeutet, dass es durch den Aufstieg im PvP-Rang Zugriff auf einige „best in slot“-Gegenstände gibt, also die aktuell beste Ausrüstung, die ein Spieler haben kann. Zu Zeiten von 1.12 in Vanilla waren die Gegenstände längst nicht so mächtig.

Spieler, die einen perfekt ausgestatteten Charakter wollen, brauchen also viel Ehre und deswegen optimieren sie den Weg, an Ehre zu kommen.

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„Kein echter PvP“

Im Reddit-Thread erinnern jedoch viele Nutzer die frustrierten Spieler daran, dass es auch noch die Kriegshymnenschlucht gibt, in der „echter PvP“ möglich ist. Es erinnern sich ebenfalls viele daran, dass es auch in Vanilla häufig vorkam, dass sich Horde und Allianz auf dem gefrorenen See kurz zuwinkten und dann das Rennen zum Endboss starteten.

Auch die andere Seite wird vergessen: Wo wäre der Anreiz, PvP zu spielen (außer dem Spaß am PvP per se), wenn es keine Belohnungen gäbe, die den Charakter weiterbringen? Es ist auch viel zu lesen von Enttäuschung darüber, dass PvP gar nicht so ist, wie in der Erinnerungen von damals. Da sei an der Stelle die Frage gestattet, ob vielleicht einfach der nostalgische Dreck von der Brille gewischt wurde und die verträumten Augen etwas sehen, was nicht der eigenen Erwartung entspricht?

Wie bei jedem guten Rant gehört ein Lösungsvorschlag natürlich nicht zum Abschluss des dramatischen Textes. Dort muss schließlich stehen, dass die Entwickler sich gefälligst was einfallen lassen sollen, sonst sei das Spiel tot.

Doch wie gerechtfertigt ist es, Spielern vorzuwerfen, das Beste aus ihrem Charakter rausholen zu wollen und hier das Spiel dahingehend auszunutzen? Antwortet uns auf diese Frage, teilt eure Meinung zum Thema gern in den Kommentaren.

Daniel Hartmann
Daniel Hartmann, GIGA-Experte für FPS, E-Sport, Streaming-Kultur und Mass Effect.

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