Details zum iPhone-Chip enthüllt: So viel schneller ist der A12 im neuen Apple-Smartphone

Holger Eilhard 1

Apple setzt seit vielen Jahren auf ein eigenes Design der Prozessoren, die im iPhone und iPad zu finden sind. Nun gibt es eine Vorschau, was uns in den neuen Smartphones und Tablets aus Cupertino erwartet.

Details zum iPhone-Chip enthüllt: So viel schneller ist der A12 im neuen Apple-Smartphone
Bildquelle: GIGA.

Apple A12: Umstieg auf 7-nm-Prozess bringt neuen Performancesprung

Aktuell kommt im iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X Apples A11 Bionic zum Einsatz, der von TSMC im 10-nm-Verfahren produziert wird. Beim erwarteten A12 schrumpft der Hersteller die Strukturbreite auf 7 nm. Ein Blick auf die Angaben von TSMC lässt nun Vermutungen zu, was alleine diese Änderungen bei der Fertigung für die Performance und Stromverbrauch bedeuten.

So spricht TSMC von rund 20 Prozent erhöhter Geschwindigkeit und einer Reduzierung des Stromverbrauchs um rund 40 Prozent. Diese Angaben sind natürlich nur unter Optimalbedingungen zu finden. Und selbstverständlich wird Apple nicht einfach zum altbekannten A11 greifen und diesen in einem geschrumpften Verfahren unverändert produzieren lassen.

Im A11 Bionic arbeiten zwei große CPU-Kerne (Codename „Monsoon“) bei einer maximalen Taktfrequenz von 2,39 GHz. Diesen stehen vier weitere kleinere Kerne (Codename „Minstral“) zur Seite, welche deutlich Energieeffizienter daher aber auch langsamer arbeiten.

Macworld geht davon aus, dass auch beim A12 erneut zwei High-Performance-Kerne zum Einsatz kommen werden, die durch eine Steigerung der Zahl der Transistoren an Leistung zunehmen werden. Eine Erhöhung der Taktrate jenseits von 2,5 GHz sei aber unwahrscheinlich — zumindest im iPhone.

Die Namensgebung der neuen iPhone-Modelle ist ein gut gehütetes Geheimnis. Hier sind aber einige Möglichkeiten wie die Nachfolger des iPhone X heißen könnten:

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Nachfolger des iPhone X: So sollen die Apple-Smartphones heißen.

CPU-Performance im A12: Ein Plus von 20 bis 30 Prozent

Am konkreten Benchmark im Single-Core-Bereich erwartet man nun rund 5.000 Punkte im Geekbench. Apples aktueller A11-Chip kommt derzeit auf rund 4.200 Punkte, der A10 konnte zirka 3.400 Punkte erzielen. Die Voraussage sind also rund 20 Prozent mehr Performance.

Wie schon beim A11 sollen auch beim A12 wieder vier kleine Kerne zum Einsatz kommen. Im Multi-Core-Bereich liegen die Erwartungen bei einem Plus von 25 bis 30 Prozent was einem Geekbench-Wert von rund 13.000 Punkten entsprechen würde.

Apple A12: Erhöhte Grafik-Performance

Neben der CPU steckt in Apples Eigenentwicklung auch die GPU, der Grafikchip für iPhone und iPad. Besaß der A11 Bionic noch drei Kerne, sagt Macworld für den A12 nun einen vierten Kern voraus. Dieser soll dafür sorgen, dass die Performance um 40 Prozent steigen könnte.

Kam der A11 Bionic im 3DMark „Sling Shot Extreme Unlimited“ auf rund 3.700 Punkte, sollen es beim A12 rund 4.200 Punkte sein. Im Metal Score von Geekbench wird eine Steigerung von rund 15.300 auf 18.500 Punkte erwartet. Das Limit ist hier vermutlich nicht mehr die GPU-Performance, sondern die Anbindung an den Speicher. Ohne die Bandbreite zwischen RAM und CPU zu erhöhen, ist dies der Flaschenhals, der die Geschwindigkeit einschränkt. Macworld erwartet lediglich einen geringfügig schnelleren Arbeitsspeicher aber keine großen Änderungen bei der verfügbaren Bandbreite.

Der A12 ist aber auch verantwortlich für den Einsatz von Machine Learning sowie der Verarbeitung der Signale der Kameras. Vorhersagen können in diesen Bereichen nur schwer gemacht werden, da es sich um proprietäre Technik handelt, die Apple extrem gut schützt. Macworld geht aber davon aus, dass die „Neural Engine“ im A12 möglicherweise doppelt so schnell sein wird.

Für die Video- und Bildbearbeitung sind die Erwartungen hingegen geringer. Der ISP (Image Signal Processor), welcher die Signal bearbeitet, dürfte schneller sein, um eine bessere Qualität zu ermöglichen. Eine Steigerung bei den Bildwiederholraten von Zeitlupen­videos ist hingegen unwahrscheinlich. Schon der aktuelle Chip bietet hier bis zu 240 fps in 1080p und 4K bei 60 fps an.

Akkulaufzeit: Bessere Standby-Zeiten erwartet

Durch den Wechsel auf das 7-nm-Verfahren könnte Apple ein deutliches Plus an Akkulaufzeit gewinnen, wenn man lediglich den A11 Bionic produzieren würde. Ziel ist aber sicherlich ein schnellerer Prozessor, der damit unter Last diesen Gewinn auffressen wird. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass die Standby-Zeit deutlich steigen könnte. Insbesondere das größere iPhone mit 6,5-Zoll-OLED mit gewachsenem Akku dürfte hier profitieren.

Quelle: Macworld

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