Der „Bose Portable Home Speaker“ verrät schon mit seinem Namen, was er drauf hat: Er ist sowohl fürs Zuhause (WLAN-fähig, Airplay 2) geeignet als auch dank eingebautem Akku und Bluetooth portabel. GIGA-Audioexperte Stefan hat den edlen 360-Grad-Lautsprecher drinnen und draußen getestet.

 

Bose Corporation

Facts 

Auf den ersten Blick könnte man den Bose Portable Home Speaker (UVP 299 Euro) fast mit dem Bluetooh-Lautsprecher Bose SoundLink Revolve Plus verwechseln. Beide sind zylinderförmig, strahlen Klang in 360 Grad ab und sind mit einem praktischen Tragegriff versehen. Der entscheidende Unterschied: Nur der Bose Portable Home Speaker verfügt über die Möglichkeit der WLAN-Verbindung, sodass ihr auch zuhause in bestmöglicher Qualität Musik genießen könnt. Zudem ist er im heimischen Netz auch dafür bestimmt, in Multiroom-Szenarien mitzuspielen, etwa im Verbund mit anderen AirPlay-2-Lautsprechern wie dem Apple HomePod.

Bose Portable Home Speaker bei Saturn

Bose Portable Home Speaker: Unser Testurteil

Mal wieder so eine kostspielige Anschaffung von Bose, dieser Portable Home Speaker. Dafür bekommt man aber auch jede Menge feinster Technik für sein Geld – und vor allem einen guten All-in-One-Lautsprecher, der andere Boxen überflüssig machen kann. Statt einem WLAN-Lautsprecher (z. B. Bose Home Speaker 300 oder HomePod oder Sonos One) und einem zusätzlichen Bluetooth-Lautsprecher (z. B. Bose SoundLink Mini 2) kann man sich einfach den Bose Portable Home Speaker holen, der beide Gerätegattungen in sich vereint.

Im Alltag zeigt der Bose Portable Home Speaker diesen wichtigen Vorteil fast schon nebenbei, etwa wenn man vom Wohnzimmer in die Küche wechselt und den Lautsprecher dabei lässig mitnimmt. Umso praktischer, dass man den Portable Home Speaker bei Bedarf auch einfach einpacken und ins Freibad mitnehmen könnte (Spritzwassergeschützt nach Schutzklasse IPX4).

Der Klang weiß zu gefallen: Vor einigen Jahren hätte man es wahrscheinlich für Zauberei gehalten, was Bose aus dem kompakten Gehäuse an sattem Sound herausholt. In Sachen Software sollte Bose zukünftig noch etwas nachbessern, damit vor allem die Einrichtung noch leichter fällt. Alles in allem aber ein Top-Produkt, das meine Kaufempfehlung bekommt.

Vorteile:

  • Beeindruckender und ausgewogener Klang
  • 360-Grad-Beschallung ist ein netter Bonus, der sich vor allem im Freien (Picknickdecke) bezahlt machen kann
  • Klares Design und sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Leichte Bedienung mit gummierten Hardware-Tasten auf der Oberseite
  • Portabel: Wasserdicht, ausdauernder Akku, praktischer Henkel zum Transport

Nachteile:

  • Einrichtung nicht ganz so einfach wie bei Lautsprechern von Sonos oder Apple (HomePod)
  • Keine automatische Raumeinmessung für den Klang, erfordert daher eine kluge Platzierung im Innenraum
  • Stabil gebaut, aber nicht so stoßsicher wie ein entsprechend geschützter Outdoor-Lautsprecher

Bose Portable Home Speaker im Test: Wertung

  • Klang: 90 Prozent
  • Ausstattung: 85 Prozent
  • Praxis: 75 Prozent

Gesamt: 85 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

Bose Portable Home Speaker – mit integrierter Alexa-Sprachsteuerung

Bose Portable Home Speaker – mit integrierter Alexa-Sprachsteuerung

Bose Portable Home Speaker: Klanglich ganz vorne mit dabei

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Der Bose Portable Home Speaker ist klanglich eines der am besten abgestimmten Produkte, die Bose derzeit zu bieten hat. Trotzdem nenne ich lieber erstmal die eine Sache, die mir fehlt: Eine automatische Raumeinmessung, wie sie etwa der Sonos One („TruePlay“) zu bieten hat. Denn der 360-Grad-Sound des Bose kann bei der idealen Aufstellung etwas fordernd sein. Dadurch, dass der Schall in alle Richtungen abgestrahlt wird, ist das am Hörplatz wahrnehmbare Klangbild stark von Wänden und Flächen um den Lautsprecher abhängig.

Nach einigen Versuchen habe ich den idealen Platz ausgemacht – die Herausforderung ist also recht schnell gemeistert. Wenn er gut positioniert ist, dann spielt der Bose Portable Home Speaker zu Höchstform auf. Der Klang ist detailreich und angenehm – da scheppert und zischt nichts. Die Sprachverständlichkeit bei Talkradio ist bemerkenswert und Musik wird kräftig und klar wiedergegeben. Natürlich hat das kompakte Gehäusevolumen seine Grenzen, was Bass-Gewitter und die maximale Lautstärke angeht. Gehobene Pegel, die den Nachbarn nebenan aufhorchen lassen, schafft aber auch dieser kleine Klangzylinder.

Die untersten Oktaven werden freilich nur angedeutet, da setzt das Gehäusevolumen eine physikalische Grenze. Dafür hat der Oberbass eine schöne Betonung, die der Musik den entscheidenden Groove verleiht. Die Mitten werden sauber dargestellt, die Höhen sind stets klar und nie scharf. Insgesamt eine eher warme Abstimmung, die zum stundenlangen Hören einlädt. Wer mehr Punch haben möchte, wird vielleicht mit einem größeren und direkt nach vorne strahlenden „Ghetto-Blaster“ das passendere Gadget finden. Alternativ kommt auch der funktional vergleichbare Sonos Move (ca. 380 Euro) in Frage: Dieser klingt kräftiger, ist aber auch teurer, viel schwerer und deutlich größer.

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Ausstattung: Der Bose Portable Home Speaker bietet fast alles, was man braucht

Die Fusion von WLAN-Lautsprecher und Bluetooth-Lautsprecher in einem Gerät ist wunderbar gelungen: Der Portable Home Speaker ist schön leicht und handlich, dabei trotzdem klangstark. Eine vorbildlich ausbalancierte Kombination, bei der man merkt, dass sich die Bose-Ingenieure einige kluge Gedanken gemacht haben.

Die Hardware ist top, die Software geht so: Die etwas unübersichtliche App „Bose Music“ ist gewissermaßen der Schwachpunkt. Glücklicherweise braucht man sie zur Steuerung des Lautsprechers nicht unbedingt. Ich habe vor allem Airplay 2 (zuhause) und Bluetooth (unterwegs) genutzt. Geladen wird per USB-C-Kabel, ein Netzteil von Bose ist im Lieferumfang enthalten. Eine Ladeschale ist als separates Zubehör erhältlich.

Bose Portable Home Speaker in der Praxis: Haltet die Bedienungsanleitung bereit

Die Einrichtung mit der Bose-App ist mir nicht rund genug: Gut möglich, dass ein Laie hier auf kleine Probleme stößt und die Bedienungsanleitung (PDF) zur Hilfe nehmen muss. Ich musste den Lautsprecher per Tastenkombination zur WLAN-Kopplung zwingen, weil er ansonsten nicht erkannt wurde. Wenn alles verbunden ist, dann läuft alles wie geschmiert: Die Akkulaufzeit beträgt bis zu 12 Stunden, das ist ein akzeptabler Wert, den ich bestätigen kann. Amazon Alexa oder Google Assistant sind optional verfügbar, sodass der Portable Home Speaker auch als digitaler Assistent nützlich ist.

Echter Stereo-Klang ist nur mit zwei Bose Portable Home Speakern möglich („Stereo-Pairing“). Zum Zeitpunkt unseres Test war dieses Feature noch nicht verfügbar, ein Software-Update ist aber schon in Planung. Dafür kann man den Bose Portable Home Speaker per Apple Airplay 2 im Haushalt gruppieren, etwa mit HomePods oder Sonos One, die dann alle synchron den selben Song spielen.

Stefan Bubeck
Stefan Bubeck, GIGA-Experte für Consumer Electronics, insbesondere Audio.

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