Alternative zu MacBook Pro und MacPro? Acers neue Produktreihe nimmt Apple ins Visier

Robert Kohlick 4

Auf der diesjährigen Pressekonferenz in New York stellte Acer nicht nur neue Laptops vor. Die Präsentation war auch die Geburtsstunde einer komplett neuen High-End-Produktreihe, die sich vor allem an kreative Köpfe richtet. Sollte Apple sich jetzt Sorgen machen?

Alternative zu MacBook Pro und MacPro? Acers neue Produktreihe nimmt Apple ins Visier
Bildquelle: GIGA.

Konkurrenz für Apple: Das steckt hinter Acers neuer ConceptD-Produktreihe

Business, Bildung, Gaming und ab heute auch Kreativität – Acer baut sein Produktportfolio weiter aus und stellte auf seinem Presse-Event eine neue Marke namens „ConceptD“ vor. Unter diesem Label will das taiwanische Computerunternehmen in Zukunft Laptops, Desktop-PCs und sogar Monitore zum Verkauf anbieten.

Das Grundkonzept der ConceptD-Reihe basiert auf vier Haupteigenschaften: Minimalistisches Design, geräuschloser Betrieb, präzise Farbwiedergabe und hohe Performance. Nach einem ersten Blick auf die Produkte wird klar: Acer versucht mit der neuen Marke eine Apple-Alternative für Windows-Nutzer auf dem Markt zu etablieren.

ConceptD: Trailer zu Acers neuer Produktreihe für kreative Köpfe.

Leiser, farbgetreuer, teurer: Acers „ConceptD“-Marke richtet sich an Enthusiasten

So leise wie in einer Bibliothek – das verspricht Acer bei seinen neuen Laptops und Desktop-PCs. Selbst unter Volllast soll keines der Geräte lauter als 40 Dezibel werden. Jetzt könnte man davon ausgehen, dass Acer dementsprechend schwache Hardware verbaut, die weniger Kühlung benötigen, doch dem ist nicht so.

Im Flaggschiff-Rechner der neuen Marke, dem ConceptD 900, kommen gleich zwei Hochleistungs-Xeon-Prozessoren von Intel, mit jeweils 20 Kernen zum Einsatz. Zusätzlich ist in dem mattschwarzem Tower-PC eine Nvidia-Quadro-RTX-6000 mit 24 GB Videospeicher als Grafikkarte verbaut. Auch beim Arbeitsspeicher lässt Acer nichts anbrennen: In den 12 Speicherslots können maximal 192 GB ECC-Speicher eingesetzt werden. So gerät der High-End-Rechner auch bei leistungsintensiven Aufgaben wie Renderings und Videoschnitt nicht so schnell ins Schwitzen.

Etwas günstiger, doch alles andere als billig fällt die Ausstattung des ConceptD 500 aus. Statt Xeon-Prozessoren setzt Acer in der High-End-Variante des kleinen Bruders des ConceptD 900 auf einen einzelnen und deutlich günstigeren Intel Core i9-9900K. Als Grafikkarte können Kunden bis zu einer Nvidia Quadro 4000 auswählen. Die vier Arbeitsspeicher-Slots unterstützen maximal 64 GB DDR4-RAM. Im Gegensatz zum ConceptD 900 ist das Gehäuse des ConceptD 500 komplett weiß gehalten und bietet eine Qi-ladefähige Oberseite mit einem eleganten Holzmuster. Wenn man es nicht wüsste, könnte man glatt meinen, dass es sich beim ConceptD 500 um einen neuen Desktop-Rechner von Apple handelt.

ConceptD 5,7 und 9: Windows-Alternative zum MacBook Pro

Wer auf der Suche nach einem MacBook Pro mit Windows ist, der kann entweder Bootcamp auf seinem Apple-Gerät installieren oder alternativ einen Blick auf die ConceptD-Laptops werfen. Alle Modelle der Notebook-Reihe verfügen über ein hochauflösendes 4K-IPS-Display mit einer Adobe-RGB-Farbraumabdeckung von 100 Prozent.

Das Spitzenmodell der Laptop-Reihe trägt den Namen ConceptD 9. Dank eines speziellen Scharniers kann das Display des Convertibles je nach Anwendung gedreht oder verstellt werden. Wie zu erwarten kommt in der High-End-Version des ConceptD 9 nur Top-Hardware zum Einsatz: ein mobiler Intel-Core-i9-Prozessor der 9. Generation, eine Nvidia GeForce RTX 2080, 32 GB RAM und maximal zwei 512 GB große PCIe-SSDs – hier zieht Apple aktuell ganz klar den Kürzeren.

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Beim ConceptD 7 und 5 hat Acer auf das spezielle Scharnier verzichtet und die Hardware-Ausstattung etwas genügsamer zusammengestellt – genug Leistung zum Bearbeiten von Fotos und Videos hat jeder ConceptD-Laptop aber allemal: Beim ConceptD 7 kommt ebenfalls ein mobiler i9-Prozessor der 9. Generation zum Einsatz, bei der Grafikkarte setzt Acer auch hier auf eine RTX 2080, jedoch auf die stromsparende MaxQ-Variante. Lediglich das ConceptD 5 greift auf einen Intel Core i7 der 8. Generation und eine Radeon RX-Vega-870-Grafikeinheit zurück. Dafür wiegt das günstigste der ConceptD-Notebooks nur 1,5 Kilogramm.

ConceptD: Preise und Verfügbarkeit der neuen Acer-Produkte

Das ConceptD 5 kommt voraussichtlich Juni 2019 in den Handel. Die Preise für Acers preiswertestes Notebook der neuen Marke starten bei 1.699 Euro und liegen damit höher als der aktuelle Einstiegspreis für ein MacBook Pro. Bei den Angaben zum ConceptD 7 und 9 schweigt Acer sich bislang noch aus. Das Gleiche gilt für die Desktop-PCs ConceptD 500 und 900.

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Acers neue Produktreihe: Kommt Apple jetzt in Zugzwang?

Obwohl Acer mit seiner neuen Produktlinie eine durchaus interessante und kompetitive Alternative zu Apples Produkten an den Start bringt, wird Tim Cook deswegen trotzdem keine schlaflosen Nächte haben. Immerhin setzt Apples mit macOS immer noch auf ein komplett eigenes Betriebssystem, an das sich viele Kreativschaffende über lange Jahre gewöhnt haben – ein Abgang zur Konkurrenz ist unwahrscheinlich.

Neueinsteiger hingegen können nun frei zwischen Windows oder macOS wählen, ohne dabei Abstriche beim Design und der Qualität des Displays machen zu müssen. Dank der deutlich leistungsstärkeren Hardware, die Acer im Vergleich zum MacBook Pro in seinen ConceptD-Laptops verbaut, könnte es sein, dass Apple in dieser Hinsicht in der nächsten Generation nachbessern wird. Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft.

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