GIMP
Gimp liefert professionelle Werkzeuge und Funktionen zum Nulltarif – allerdings gibt es die Mac-Variante nur über das Window System X 11. Weiter ist das Open-Source-Programm für Windows und Linux verfügbar.
Bereits 1996 erschien die erste offizielle Version 0.54 und lieferte eine Reihe von damals modernen Funktionen. So unterstützte der Bildbearbeiter bereits eine intelligente Schere, Dithering und wichtige Formate wie GIF, JPEG, PNG, TIFF und XPM.
Oberfläche
Einen geschlossenen Anwender-Rahmen bietet Gimp nicht. Beim Öffnen zeigen sich drei Paletten: der Werkzeugkasten, eine zweite Palette, die unter anderem Ebenen und Kanäle enthält sowie die eigentliche Programm-Palette mit allen Menü-Befehlen zuoberst, über die das zu bearbeitende Bild geöffnet wird. Trotz der umfangreichen Funktionen zeigt Gimp jedoch gewisse Schwächen: Ist beispielsweise ein Bild geöffnet, verdeckt es die beiden anderen Paletten, was lästig ist und Einsteiger irritiert.
Zum Verwalten der Bilder bietet Gimp keine Funktionen, das Programm hat sich ganz auf die Bildbearbeitung spezialisiert. Hier zeigt es jedoch seine Stärken und bietet alle wichtigen Werkzeuge und Funktionen zur Bearbeitung von Bildern.
Werkzeugkasten
Im oberen Bereich des Werkzeugkastens sind alle wichtigen Tools zur Auswahl angesiedelt. Dabei sind auch ein Zauberstab, ein Werkzeug zur Farbwahl, die Magnetische Schere und ein Hintergrund-Radierer. Es folgt eine Feder zum Zeichnen von Vektor-Formen, Pipette, Lupe und das Maßband. Erst dann kommt ein Werkzeug zum Verschieben; die Reihenfolge ist also anders als bei Photoshop & Co, zumal sich die Palette in der Breite ändern lässt, sodass mehrere Werkzeuge nebeneinander stehen.
Weiter gibt es Werkzeuge zum Zuschneiden, Drehen, Skalieren, Scheren und zum Spiegeln. Es folgen die üblichen Kandidaten wie Text- und Füllwerkzeug, verschiedene Stifte, Pinsel und der Radiergummi. Den Abschluss bilden die Retusche-Werkzeuge wie der Kopierstempel, ein Pflaster zum “Heilen” sowie Tools zum Weichzeichnen, Verschmieren und Abwedeln.
Ist ein Werkzeug gewählt, erscheinen im unteren Bereich der Palette dessen Einstellungen. Hier zeigt sich Gimp durchaus professionell: Zuoberst steht der Modus, danach folgen alle Einstellungen zum Anklicken oder zum Justieren per Schieberegler.
Palette Nr. 2
Alle weiteren Optionen sind auf der zweiten Palette in verschiedenen Registern untergebracht. Auch hier gibt es wieder eine Zweiteilung: Oben befinden sich die Ebenen, die Kanäle, die Pfade – und das Journal. Ähnlich wie in Photoshops Protokoll sind hier die letzten Arbeitsschritte aufgezeichnet und lassen sich so wieder rückgängig machen.
Im unteren Palettenbereich befindet sich die Farbwahl, gefolgt von den Pinselspitzen. Hier gibt es ebenfalls Struktur- und Musterpinsel. Per Doppelklick auf eine Spitze öffnet sich der Pinseleditor. Es folgen verschiedene Muster sowie ein Reiter für die Farbverläufe. Auch hier öffnet sich per Doppelklick auf einen Verlauf der Editor.
Filter und Effekte
Über die Menüleiste des geöffneten Bildes stehen alle Funktionen zur grundlegenden Bildbearbeitung bereit. Hier lohnt es sich, einfach alle Befehle anzusehen; nützliche Operationen sind beispielsweise auch im Menü Werkzeuge zu finden, etwa die GEGL-Operation: Zur Wahl stehen Filter wie Unscharf Maskieren, Helligkeit und Kontrast oder Weichzeichnen.
Im Menü Farbe gibt es die üblichen Korrekturen: Kurve, Farbton/Sättigung, Einfärben und Werte. Ebenfalls ist hier die Option Farbe zu Transparenz angesiedelt. Diese lässt sich jedoch nicht so gut einstellen wie in Photoshop, da die Größe des gewählten Farbbereiches nicht gewählt werden kann. Alle anderen Filter, etwa künstlerische, Rauschfilter oder Verzerren, finden sich im Filter-Menü.
Formate
Gimp öffnet zwar zuverlässig Bilder aus Photoshop oder im Format Tiff, vorhandene Ebenen verschiebt das Programm jedoch auf die Hintergrundebene. Ebenso kennt Gimp kein CMYK; beim Öffnen von Bildern, die diesen Farbraum zeigen, bietet Gimp eine Konvertierung zu RGB an.
