Internet und WLAN schneller machen: So funktioniert das

Martin Maciej
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Da hat man die schnellste Bandbreite in seinem Vertrag stehen und der Download dauert trotzdem noch gefühlte Stunden. 50 M/Bit sind versprochen und die Seite lädt mit gefühlter Modem-Geschwindigkeit. In Zeiten immer schneller werdender Internetverbindungen wird die Geduld auf das Öffnen einer Internetseite oder das Herunterladen einer Datei kontinuierlich kleiner. Damit der Besuch im Netz nicht zu einer langwierigen Warterei verkommt, solltet ihr euch in den folgenden Tipps ansehen, wie sich euer Internet schneller machen lässt und wie ihr mehr Speed aus dem WLAN holt.

Windows 10: WLAN funktioniert nicht? (Video)

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Windows 10: WLAN funktioniert nicht – So geht's doch

Im Vorfeld sollte man beachten, dass ein DSL-Vertrag mit versprochenen „bis zu 100 Mbit/s“ keinesfalls volle Bandbreitennutzung verspricht. Welcher Speed bei euch an kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, z. B. vom Netzausbau, der Qualität der Kabel oder Anzahl der Nutzer an einem Anschluss. Zudem sollte man vor dem mühevollen Versuch, sein Internet beschleunigen zu wollen untersuchen, ob die langsame Internetverbindung lediglich zeitweise auftritt oder ein dauerhaftes Problem darstellt. In einigen Fällen können z. B. lediglich temporäre Probleme beim DSL-Anbieter vorliegen. Mit vielen einfachen und kostenlosen Tipps lässt sich dennoch das letzte Bit aus der vorhandenen Internetleitung herausholen.

Bereits bei der Wahl des Anschlusses kann die Geschwindigkeit des Internets verbessert werden. Befinden sich mehrere TAE-Dosen (zum Anschließen des Telefonkabels) in der Wohnung, sollte immer die erste Telefondose verwendet werden. Auch durch die Wahl des Routers kann das Internet schneller gemacht werden. Bei der Gerätewahl sollte darauf geachtet werden, dass der Router ADSL2- und VDSL-fähig ist. Falls der Router diese Technik nicht beherrscht, sollte dieser ausgetauscht werden. Bekommt man einen Router vom Internetanbieter gestellt, sollte dieser dort gegen ein aktuelles Gerät ausgetauscht werden.

Zum Thema:

WLAN schneller machen: Tipps und Hinweise

Besonders WLAN-Verbindungen sind heute kaum noch wegzudenken. Dabei kann eine Internetverbindung über WLAN deutliche Geschwindigkeitseinbußen für das Internet bedeuten. Um mit einer WLAN-Verbindung das Internet schneller zu machen, sollte eine optimale Position für den Router ausgewählt werden, also z. B. nicht irgendwo versteckt in einer Ecke hinter dem Fernsehtisch, sondern mit ausgestreckter Antenne auf einem Schrank. Möchte man das WLAN-Signal über mehrere Etagen oder dicke Stahlwände optimal nutzen, empfiehlt sich der Einsatz eines WLAN-Repeaters, mit welchem sich die Signalreichweite erweitern lässt. Hängen die verschiedenen Räume an einer Stromphase, kann zudem mittels Adapter und Zubehör das Internetsignal durch die heimischen Steckdosen geleitet werden. Dies führt nicht nur dazu, dass sich die Internetgeschwindigkeit verbessern lässt. Auch die Sicherheit der eigenen Verbindung wird durch das Internet aus der Steckdose erhöht.

Folgendes könnt ihr unternehmen, um euer WLAN schneller zu machen:

  • Wechselt die Routerposition. Der Router sollte sich nicht im Keller oder in einer Abstellkammer, sondern möglichst zentral in der eigenen Wohnung befinden.
  • Zudem sollte man den Router nicht in einem Schrank verstecken und möglichst hoch positionieren.
  • Stellt keine Geräte neben den Router, die das Signal stören könnten. Dazu gehören z. B. die Mikrowelle oder eine dicke Metallleiter.
  • Falls die Internet-Geschwindigkeit über das WLAN auf weite Distanzen einbricht, solltet ihr die WLAN-Reichweite mit einem Repeater erhöhen.
  • Stellt auch sicher, dass sich die WLAN-Treiber sowie die Treiber im Router auf dem neuesten Stand befinden.
  • Mit Programmen wie inSSIDer kann das WLAN-Netz in der Umgebung untersucht werden. So kann man z. B. feststellen, ob das eigene WLAN mit den Netzwerken in der Nachbarschaft kollidiert und ggf. zusätzliche Einstellungen vornehmen.
  • Um Störungen mit Nachbarschaftsnetzwerken zu vermeiden, kann z. B. die Kanalbandbreite von 40 MHz auf 20 MHz begrenzt werden.

Tipps und Tricks zum Verbessern der WLAN-  und Internetgeschwindigkeit

In der Regel arbeiten WLAN-Geräte mit der Funkfrequenz von 2,4 GHz. Besonders in Häusern mit vielen Wohnparteien kann es passieren, dass sich die WLAN-Netze auf der gleichen Funkfrequenz gegenseitig stören. Um dies zu verhindern und das WLAN schneller zu machen, lässt sich die Funkfrequenz z. B. auf 5 GHz umstellen. Mit dem Programm Ekahau Heatmapper könnt ihr darüber hinaus die Signalstärke des WLANs in den eigenen vier Wänden optimal ermitteln. So lässt sich feststellen, an welchen Stellen im Haus Funklöcher bestehen und wo ihr den schnellsten WLAN-Zugriff erhaltet.

Bildergalerie Ekahau HeatMapper

Generell empfiehlt es sich, eine Internetverbindung direkt über den Router per Kabel und nicht per WLAN einzurichten. Liegen die Probleme mit der Internetgeschwindigkeit trotz der oben genannten Tipps immer noch vor, sollte der DSL-Anbieter direkt kontaktiert werden, um z. B. die DSL-Leitung nachzumessen oder per Fernwartung eventuelle Probleme mit dem langsamen Internet aus dem Weg zu räumen.

Internet schneller machen durch Software

Abgesehen vom Anschluss und der verwendeten Hardware könnt ihr das DSL schneller machen durch den optimierten Einsatz von Software auf eurem PC. Ist z. B. das Surfen auf dem Computer langsam und ihr verwendet immer noch den Internet Explorer, solltet ihr den Einsatz eines anderen Browsers, z. B. Mozilla Firefox oder Google Chrome überlegen. Auch Software, die im Hintergrund läuft, kann eure Internetverbindung verlangsamen. Habt ihr z. B. Steam laufen, kann es sein, dass der Client ohne euer Wissen Updates herunterlädt und demnach die Internetverbindung strapaziert. Auch Einstellungen in Firewalls und Virenscannern können für ein langsames Internet verantwortlich sein.

Zum Thema: Internet zu langsam: Was kann ich dagegen tun?

Ursprünglicher Artikel vom 24. Juni 2013, zuletzt aktualisiert am 19. April 2016.

Weitere Themen: adsl

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