Gsync am Monitor aktivieren - Ruckelfreies Spielen für Alle?

Selim Baykara
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Gsync ist eine von Nvidia entwickelte, hardwarebasierte Lösung für PCs, die Screen-Tearing und Probleme mit der Bildrate (FPS) in Spielen beseitigen soll. Im folgenden Ratgeber erfahrt ihr alles zu Gsync: Wie die Technik funktioniert, worin der Unterschied zu Vsync besteht und welche Vorausetzungen ihr für den Einsatz von Gsync benötigt.

Gsync

Gsyncm-Monitor – Wozu das Ganze?

Um Gsync zu verstehen, muss man zunächst begreifen, was bei der Darstellung von Grafik in Spielen eigentlich genau passiert. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: Grafikkarte und Bildschirm:

  • Die Grafikkarte gibt pro Sekunde eine bestimmte Anzahl von Bildern aus: Die berühmte Bildrate oder FPS (Frames per Second). Je höher die Bildrate desto flüssiger das Spielerlebnis – viele Zocker versuchen deshalb auf Teufel komm raus eine stabile Rate von 60 FPS zu erzielen.
  • Der Monitor aktualisiert die Bildrate – ebenfalls in einem bestimmten Intervall. Habt ihr einen Monitor mit 60 Hz wird die Darstellung mit 60 Bildern pro Sekunde aktualisiert.
  • Knackpunkt: Die Aktualisierungsrate des Monitors ist fix, während die von der Grafikkarte gesendeten FPS fluktuieren – je nachdem wieviel auf dem Bildschirm gerade abläuft.
  • Sind die FPS höher als die Aktualisierungsrate des Monitors kommt es zu einem zerissenem Bild ( dem sogenannten Tearing), da es zu viele Bilder gibt und sich die Frames überschneiden. Sind die FPS niedriger, fängt es an zu ruckeln, weil die Grafikkarte nicht nachkommt und doppelte Bilder aus dem Grafikpuffer nachlädt, um die Differenz zum Monitor auszugleichen.
  • Traditionell wurde dieses Dilemma mittels Vsync gelöst. Das Problem: Vsync ist ein FPS-Killer. Ist Vsync aktiviert, kann sich die Bildrate schon mal halbieren.

Was ist Vsync bei Spielen? Was macht es und ist es gut?

Gsync aktivieren – Wie funktioniert das?

Vsync ist eine softwarebasierte Lösung: Der Algorithmus verhindert, dass die Grafikkarte mehr Bilder ausgibt, als der Monitor verarbeiten kann, indem sie der Grafikkarte ein fixes Limit vorgibt. Gsync ist dagegen hardwarebasiert und an den Monitor gekoppelt.

  • Gsync hebt die fixe Aktualisierungsrate des Displays auf und sorgt dafür, dass der Monitor direkt mit der Grafikkarte kommunizieren kann.
  • Im Vergleich zu Vsync ist das ein Riesenvorteil: Der Monitor kann direkt auf fluktuierende FPS reagieren, indem er die Bildrate dynamisch anpasst.
  • Sinkt die Bildrate z.B. kurzzeitig auf 45 FPS sinkt auch die Frequenz des Monitors auf 45 Hz – steigt die Bildrate danach wieder auf 60 FPS reagiert der Monitor entsprechend.

Ergebnis:  Dank Gsync ist jedes einzelne Bild perfekt mit dem Monitor synchronisiert. Weder muss der Monitor der Grafikkarte hinterherlaufen (Tearing), noch wird die Grafikkarte vom Display ausgebremst (Ruckeln).

Gsync-Erfahrung: Wo ist der Haken?

Gsync ist eine proprietäre Nvidia-Technologie und damit direkt an den Grafikkartenhersteller gebunden. Um Gsync zu benutzen, benötigt ihr:

  • Einen Monitor, der über das entsprechende Gsync-Modul verfügt. Eine Übersicht über unterstütze Displays findet ihr auf Wikipedia.
  • Eine Nvidia-Grafikkarte, die Gsync unterstützt. Eine Liste der derzeit unterstützten Karten findet ihr auf der Herstellerseite von Nvidia.
  • Die unterstützten Grafikkarten bewegen sich hauptsächlich im mittleren bis oberen Preissegment (über 200 Euro). Die einzige preiswertere Gsync-Grafikkarte ist die , die derzeit für rund 100 Euro erhältlich ist. Für Gamer ist der Preis vermutlich nicht das große Problem, da sie sowieso eine besitzen – nur seid ihr eben an Nvidia gebunden, wenn ihr Gsync nutzen wollt.
  • Die Monitore sind ebenfalls relativ teuer: Ein kostet derzeit durchschnittlich über 400,- Euro. Außerdem ist die Auswahl an geeigneten Displays im Moment nicht gerade überwältigend.

Nvidia Logo

Gsync: Fazit

Gsync ist eine nette Sache und die Idee dahinter geht definitiv in die richtige Richtung. Aufgrund der Bindung an Nvidia kommen derzeit aber leider noch nicht alle Gamer in den Genuß von Gsync.

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Bildquellen: Nvidia, Screenshots

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