OLED vs. LED: Vergleich der TV-Technologien – was ist besser?

Marco Kratzenberg 1

Die Frage, ob OLED oder LED besser ist, kann man so einfach nicht beantworten. Der Hauptunterschied liegt in der Beleuchtung der Bildpunkte und damit auch in der Helligkeit. Darauf müsst ihr achten…

Für viele dürfte der Preisunterschied den Ausschlag geben, ob sie einen OLED- oder LED-Fernseher kaufen. LED-TV sind nicht nur günstiger, sie haben auch eine bis zu fünffach längere Lebensdauer. Wenn der Preis allerdings keine große Rolle spielt, dann solltet ihr die Anschaffung eines OLED-TVs überlegen oder vielleicht sogar einen QLED-Fernseher anschaffen.

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Die 12 besten Technik-Innovationen 2017.

OLED vs. LED – die Unterschiede

Kurz gesagt könnte man feststellen: Bei OLED leuchten die Bildpunkte selbst, während ein LED-TV immer eine Hintergrundbeleuchtung braucht. Ja nach Bauprinzip können da aber auch sehr gute Ergebnisse herauskommen. Kommt die Beleuchtung wirklich von hinten und nicht von der Seite (Edge-Technologie), dann ergibt das sehr helle Displays, allerdings geht da zulasten von scharfen Kontrasten und tiefen Schwarzwerten.

Die bekanntesten uns besten OLED-Bildschirme kommen derzeit von LG. Zur CES 2018 stellt die Firma einen 8K-TV in OLED-Technik vor, der eine Diagonale von 88 Zoll aufweist. Die meist genannten Features der OLED-Fernseher sind das tiefe Schwarz sowie die scharfen Kontraste, wenn es um die Vorteile dieser Technik geht.

Die Hauptunterschiede

LED (eigentlich LCD) OLED
Deutlich günstiger Kostspielig
Lebensdauer etwa 100.000 Stunden Lebensdauer etwa 20.000 Stunden
Benötigt Hintergrundbeleuchtung, dadurch dicker Bildpunkte leuchten selbst, dünnere Bauswiese möglich
  Tiefes schwarz, kräftige Kontraste
Langsamere Bild-Refresh-Rate Extrem hohe Bild-Refresh-Rate

Technisch gesehen ist die Bezeichnung LED-TV auch nicht ganz korrekt, denn eigentlich handelt es sich um LCD-Bildschirme mit einer Seiten- oder Hintergrundbeleuchtung. Da bei dieser Technik der Bildschirm deutlich dicker ausfällt, als bei einer einfachen Schicht selbstleuchtender Pixel, sind OLED- gegenüber LED-Bildschirmen auch merklich dünner.

Das O in OLED statt vom Wort „organisch“ und soll beschreiben, worin sich die Techniken unterscheiden. Das ist zwar eher eine Wortkrücke, da die „organische Chemie“ nicht zwangsläufig mit der Natur zu tun hat, aber dennoch ist der eigentliche Unterschied bemerkenswert. Während also beim LED-TV ein Flüssigkristallbildschirm von hinten beleuchtet wird, besteht ein OLED-Display aus „einer organischen Substanz“, die unter dem Einfluss von Elektrizität selbst leuchtet.

Wie die Werbung herausstellt und die Fans auch bestätigen, haben OLED-TVs gegenüber LED-Fernsehern einen weiteren Vorteil: Die Refresh-Rate liegt teilweise bei weniger als 0,1 Millisekunden und ist damit 1.000 Mal so schnell wie ein LED-TV. Der Vorteil sind absolut fließende Bewegungsdarstellungen.

Was derstellungstechnisch mit OLED-Bildschirmen möglich ist, zeigt euch dieses Video eines Sony Bravia-TVs:

Flaggschiff auf der CES 2017: Sony Bravia A1 OLED.

OLED oder LED – wie soll man sich entscheiden?

Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Ansätze für eine Entscheidung zwischen OLED und LED: Da sind einerseits die technischen Vorteile. Wer eine brillante Darstellung bei schmaler Bauweise will, der soll sich einen OLED-Fernseher holen – wenn er kann. Und da sind wir beim zweiten Entscheidungskriterium… dem Preisunterschied.

Hier mal ein aktueller Preisvergleich zweier TV-Geräte: Zum einen ein 55-Zöller in LED-Technik und zum Vergleich ein OLED-Fernseher.

Für einen guten LED-TV mit einer 55-Zoll-Bildschirmdiagonale legt man zwischen 500 und 800 Euro hin. Verdoppelt den Preis und ihr bekommt einen gleich großen OLED-Fernseher. Und da fängt man dann schon an zu überlegen: Der „tolle Fernseher“ bietet ein sensationelles Bild, kostet aber etwa doppelt so viel oder mehr. Außerdem liegt ist die Lebensdauer der OLED-Geräte bei teilweise nur 20.000 Stunden, während ein LED-TV es auf 100.000 Stunden bringt.

Und das ist dann der Punkt, an dem sich die meisten Kunden ihr Konto ansehen und sich sagen: „Och, sooo groß ist der Unterschied beim Bild ja doch nicht, oder?“.

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