Eine Fahrkarte für ganz Deutschland: Das 49-Euro-Ticket macht Schluss mit dem Tarif-Dschungel. Von der neuen Fahrkarte für den Nah- und Regionalverkehr profitieren aber nicht alle Bürger gleichermaßen: Einige sparen erheblich, manche gar nicht. Der große Städtevergleich zeigt die ganze Wahrheit.

Wer regelmäßig im deutschen ÖPNV unterwegs ist, braucht starke Nerven: Verspätungen, überfüllte und verdreckte Fahrzeuge und ein schier undurchschaubares System an Verkehrsverbünden und Tarifzonen. Zumindest bei letzterem soll das 49-Euro-Ticket Abhilfe schaffen, wenn es im Frühjahr an den Start geht. Wie viel die Bürger mit dem neuen Deutschlandticket sparen, kommt aber ganz auf den Wohnort an.

49-Euro-Ticket: Hamburger profitieren, Potsdamer gucken in die Röhre

Zu diesem Ergebnis kommt ein großer Städtevergleich, der das 49-Euro-Ticket mit den jeweils verfügbaren City-Tickets verglichen hat. Als Basis dienten die Preise im Einzelkauf und im Abo in allen deutschen Landeshauptstädten und Städten über 200.000 Einwohnern.

In 9 von 10 Städten profitieren regelmäßige ÖPNV-Fahrer auf jeden Fall vom 49-Euro-Ticket (Quelle: Testberichte). Im Durchschnitt betrage die Ersparnis gegenüber Abo-Fahrkarten 24 Prozent, so das Ergebnis des Vergleichs. Fahrgäste in Hamburg, Köln und Bonn gehören zu den Top-Gewinnern. Sie sparen mindestens 50 Prozent, die Hamburger sogar satte 57 Prozent. In der Hansestadt kostet ein Monatsticket im Einzelkauf 114,30 Euro.

Gar nicht profitieren hingegen die ÖPNV-Nutzer in Potsdam, Schwerin und Magdeburg. Die drei östlichen Landeshauptstädte bieten allesamt City-Tickets an, die zumindest im Monats-Abo günstiger als das 49-Euro-Ticket sind. Wer hier auf das Deutschlandticket umsteigt, zahlt sogar drauf.

Wichtig zu wissen: Im Vergleich zu City-Tickets ist das 49-Euro-Ticket bundesweit im Nah- und Regionalverkehr gültig. Diese Besonderheit bieten City-Tickets nicht. Damit kann sich das 49-Euro-Ticket zum Beispiel auch für Potsdamer rechnen, die auch mal andere Ziele anfahren.

Alles, was das 9-Euro-Ticket zu bieten hatte, kann auch das 49-Euro-Ticket – nur teurer: 

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Auch Gelegenheitsfahrer profitieren vom Deutschlandticket

Selbst für Gelegenheitsfahrer könne das 49-Euro-Ticket attraktiv sein. Denn Einzelfahrscheine bleiben weiter teuer. Im Vergleich zur aktuellen Abo-Monatskarte rechne sich das neue Deutschlandticket ab kommenden Jahr bereits ab 18 Fahrten innerhalb des Stadtgebiets.