Wer sich von Post im Briefkasten überraschen lässt, könnte schon bald zur Minderheit gehören. Dass zumindest lässt ein neues Feature vermuten, das die Deutsche Post gestartet hat. Doch nicht alle Postkunden werden davon profitieren.

 

Deutsche Post AG

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Deutsche Post, GMX und WEB.DE digitalisieren Briefe als E-Mails

Briefe sind im digitalen Zeitalter verglichen mit Sprachnachrichten, Messenger-Apps und E-Mails auf dem absteigenden Ast. Die Zahl derer, die sich entscheiden einen Brief per Post zu schicken, wenn es auch anders geht, dürfte gering sein. Das weiß auch die Deutsche Post und macht jetzt einen weiteren Schritt der Digitalisierungsstrategie.

Gemeinsam mit den großen, deutschen E-Mail-Providern GMX und WEB.DE können künftig Briefe per E-Mail versendet werden. Dafür müssen Empfänger den Service „Digitale Kopie“ in ihren E-Mail-Konten freischalten. Dieser ergänzt dort das Angebot „Briefankündigung“, mit dem ein Foto des am nächsten Tag ankommenden Briefes bereits am Vorabend per E-Mail zugestellt wurde. Jetzt soll auch der Inhalt mit dabei sein, aber eben nur für Kunden von GMX oder Web.de.

Dafür muss der Absender – bisher arbeitet man mit Unternehmen zusammen, die besonders viele Briefe verschicken, darunter etwa Vodafone – den Inhalt auch digital an die Post übermitteln. Es werden keine Briefe von der Post geöffnet, um sie dann händisch zu digitalisieren. Der gesamte Prozess laufe bereits vollautomatisch ab, erklärt die Post.

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Deutsche Post will Briefe nicht abschaffen, aber ergänzen

Der Service sei kostenlos und entspreche den hohen deutschen Datenschutzstandards. Man wolle Kunden „das Leben leichter und bequemer zu machen“, so Tobias Meyer, Konzernvorstand der Deutsche Post DHL Group. Die E-Mail ist dabei eine Ergänzung, kein Ersatz des Briefs. Man verbinde vielmehr die Rechtssicherheit des klassischen Briefs mit den praktischen Vorzügen einer E-Mail.

Abschaffen will man Briefe also nicht, trotzdem könnte ein Umdenken einsetzen: Wer Briefe immer schon einen Tag früher als E-Mail aufs Smartphone bekommt, macht sich wohl bald nicht mehr die Mühe, sie später noch zu öffnen. Im nächsten Schritt fragen sich vielleicht Kundinnen und Kunden, wozu sie den papierenen Brief noch brauchen.