Fairphone 3: Endlich wieder ein „Bio-Smartphone” – was bietet es?

Sebastian Trepesch 2

Das Wichtigste ist weiterhin, wie es produziert wird – doch auch die technischen Eigenschaften wollen die Kunden überzeugen: Fairphone hat heute das Fairphone 3 präsentiert.

Tolle Kamera, fetter Akku, hohe Leistung – das sind die Aspekte, die die meisten Käufer eines Smartphones als Kaufkriterien heranziehen. Doch auch eine faire und möglichst umweltfreundliche Produktion ist vielen wichtig. Wer hierauf seinen Fokus legt, wem dabei einfach ein alltagstaugliches Gerät reicht, hat im Prinzip nur eine Wahl: das Fairphone. Am Dienstagmittag hat der niederländische Hersteller das neuste Modell vorgestellt.

Das ist das Fairphone 3

Wie der Vorgänger von 2015 ist das Fairphone 3 wieder modular aufgebaut, was vergleichsweise leichte Reparaturen ermöglicht. Die Kamera, die beim zweiten Modell vor allem bei wenig Licht schlecht war, soll nun überzeugen, wie der Hersteller zumindest im Video erwähnt:

Fairphone 3 – Herstellervideo.

Ein weiterer Negativpunkt des Fairphone 2 war der Akku, der die Note im Test bei Stiftung Warentest 2016 auf das Qualitätsurteil „Ausreichend“ (Note 3,7) zog. Der Hersteller spricht nun von einer Batterielaufzeit, die auch ereignisreiche Tage ohne Nachladen überstehen soll.

Technische Daten zum Fairphone 3

Das Fairphone 3 ist ein Android-9-Smartphone mit einem 18:9-Display, das eine Bildschirmdiagonale von 5,65 Zoll bietet. Es läuft mit einem Qualcomm Snapdragon 632 und 4 GB Arbeitsspeicher. Das ist solide Mittelklasse, nicht mehr und nicht weniger. Die 64 GB Speicher kann man mit einer microSD-Karte erweitern.

Die Hauptkamera bietet 12 Megapixel, mit einer Blende von f/1.8, die Selfie-Kamera 8 Megapixel mit f/2.0. Den Akku – 3.000 mAh Kapazität – kann man wechseln und dank Unterstützung von Quick Charge 3.0 schnell aufladen. Mit LTE, Wifi 2,4 und 5 GHz, Bluetooth 5, NFC (z.B. für Zahlungen), USB C, rückseitigem Fingerabdruckscanner zum Entsperren und Stereolautsprecher ist man gut und zeitgemäß ausgestattet. Technische Besonderheiten braucht man nicht erwarten – am ehesten ist hier der 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss zu nennen, der eine Besonderheit ist, weil er ja mittlerweile (leider) ausstirbt.

Kopfhörer, USB-C-Kabel und Ladegerät sind nicht im Lieferumfang. Das entspricht nur konsequent der Produktstrategie. Viele haben eh schon Ladegeräte zu Hause und nutzen ihren persönlichen Kopfhörerliebling.

Bei einem Preis von 450 Euro liegt das Fairphone 3 deutlich über einem vergleichbaren Android-Smartphone. Bei „Bio“ zahlt man nun mal immer mehr. Das ist normalerweise gut begründet und die Sache wert. Und der Akkutausch, den man problemlos selbst vornimmt, fällt mit 30 Euro umso günstiger aus.

Ist das Fairphone wirklich fair?

Das Fairphone versucht, mehrere Probleme der Produktion und des Recyclings klassischer Smartphones zu minimieren.

  • Das Design ist modular ausgelegt, so dass man das Fairphone reparieren und somit möglichst lange betreiben kann.
  • Die Rohstoffe sollen möglichst fair für Menschen und Umwelt abgebaut werden.
  • Das Unternehmen bemüht sich um faire Arbeitsbedingungen.
  • Reparatur und Recycling sollen möglichst umfangreich betrieben werden.

Wirklich komplett fair ist das Fiarphone nicht produziert – so wurde in der Vergangenheit Kritik laut, dass nicht alle Rohstoffe ohne an Kriegen beteiligten Parteien gekauft wurden. Dessen scheint sich das Unternehmen bewusst zu sein und versucht, möglichst viel nach den eigenen Leitsätzen umzusetzen. Das Fairphone 2 bedeutete im Vergleich zum ersten Modell dahingehend einen deutlichen Fortschritt. Das Fairphone 3 nutzt laut Anbieter Fairtrade-Gold und recyceltes Plastik.

Die namhaften Auszeichnungen zeigen, dass das niederländische Unternehmen überzeugende Arbeit leistet: Neben dem deutschen Umweltpreis und dem ersten Smartphone mit dem „Blauer Engel“-Siegel zeichneten die Vereinten Nationen das Fairphone auf der UN-Klimakonferenz 2015 als Vorbild für den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit aus.

Schön, dass Fairphone nun wieder eine gute Wahl für alle darstellt, die bei ihrem Smartphone-Kauf auch die Umweltauswirkungen berücksichtigen.

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