FIFA 20: Ultimate Team-Modus bringt EA erneut Klage ein

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EA sieht sich mit einer weiteren Klage wegen Glücksspielmechaniken in FIFA 20 konfrontiert. Zwei französische Anwälte treiben einen Rechtsstreit wegen der Spieler-Packs des Ultimate Team-Modus voran.

In Belgien und den Niederlanden sind sie bereits verboten: Lootboxen. Zumindest, wenn sie wie die Spieler-Packs für den Ultimate Team-Modus von FIFA 20 funktionieren. Auch wenn es nach zwei Pariser Anwälten geht, sind diese Mechaniken illegal. So können Spieler nur gewinnen, wenn sie Geld in die Packs mit den Karten der Fußballspieler investieren. Da es aber völliger Zufall ist, welche Karten in den Packs sind, soll es sich um unreguliertes Glücksspiel handeln.

Die Seite GFFN, welche in englischer Sprache über die französische Fußball-Welt schreibt, berichtet, dass die beiden Anwälte Spieler vertreten, die Hunderte Euro in FIFA gesteckt haben. Dazu sagte einer der Anwälte, Victor Zagury, unter Bezugnahme auf die belgische Rechtssprechung:

„In diesem Spiel möchte jeder sein Traum-Team haben, um so weit wie möglich zu kommen. Mein Klient hat in fünf Monaten 600 Euro ausgegeben, ohne auch nur einen großen Spieler zu bekommen. Die Entwickler dieses Spielmodus‘ haben ein täuschendes und zum Teil abhängig machendes System erschaffen. Je mehr man zahlt, desto höher ist die Chance, einen großen Spieler zu bekommen. Wir glauben, dass dies ein Glücksspiel ist, das in ein Videospiel integriert wurde, weil das Kaufen von Packs nicht mehr als eine Wette ist. Es ist die Logik eines Casinos, die in ihr Zuhause Einzug gehalten hat. Heute kann ein 11- oder 12-jähriger Teenager, ohne irgendwelche Einschränkungen, FIFA Ultimate Team spielen und Geld ausgeben, denn es gibt kein Kontrollsystem für Eltern in diesem Modus. Belgien und die Niederlande haben sich diesem Problem bereits angenommen.“   

Der Klient (ein 32-jähriger Taxifahrer) kam bei GFFN ebenfalls zu Wort und berichtete, dass er Leute kennt, die 2.000 bis 3.000 Euro in das Spiel investiert hätten. Bei ihm habe es sogar dazu geführt, dass er mit der Miete in Rückstand geriet.

Erst vor Kurzem stieß auch in England der Gesundheitsdienst mit der Forderung zu Regulierung von Lootboxen vor, da diese bei Kindern und Jugendlichen zur Sucht führen sollen.

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Als Nicht-Betroffene mag man sich vielleicht nur über ein Pay2Win-System beschweren, doch ist jemand einer Sucht verfallen, so ist sein ganzes Handeln darauf ausgelegt, das durch die Sucht erzeugte Bedürfnis zu erfüllen, ohne auf die Konsequenzen für das eigene Leben zu achten. Es ist eine Krankheit. Doch wer ist in der Verantwortung für Ursache und auch Hilfe? Die Streits um Lootboxen sind noch lange nicht am Ende.

Daniel Hartmann
Daniel Hartmann, GIGA-Experte für FPS, E-Sport, Streaming-Kultur und Mass Effect.

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