Jeder kennt sie, niemand mag sie: Dubiose Firmen belästigen Menschen am Telefon mit nervigen Werbeanrufen. Nun meldet die Bundesnetzagentur einen neuen Höchststand. Die Anzahl der Beschwerden ist um ein Viertel gestiegen. Auch die verhängten Bußgelder erreichen ein neues Rekordniveau.

 
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Lästige Werbeanrufe: Beschwerden auf Höchststand

Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen rund um unerwünschte Werbung am Telefon veröffentlicht. Demnach ist die Anzahl der eingegangenen Beschwerden dazu im Jahr 2021 um ganze 26 Prozent gestiegen. Waren es im Jahr davor noch 63.273 Meldungen bei der Behörde, ist die Anzahl auf 79.702 Beschwerden gestiegen. Schon 2020 hatte es sich um einen neuen Höchststand gehandelt.

Inhaltlich geht es bei den lästigen Anrufen oft um Energieverträge, Versicherungen oder Produkte der Finanzbranche. Auch unseriöse Gewinnspiele und Werbung für Zeitschriftenabos werden oft bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Die Behörde geht den Beschwerden nach und hat 2021 insgesamt ein Bußgeld von 1,435 Millionen Euro angeordnet, was ebenfalls einem neuen Rekordwert entspricht (Quelle: Bundesnetzagentur).

Die Summe dürfte sich im Jahr 2022 nochmal deutlich erhöhen, denn der Bußgeldrahmen wurde im Dezember 2021 überarbeitet. Wer nicht nur aufdringlich werbend anruft, sondern dabei auch noch seine Rufnummer unterdrückt, kann nun mit bis zu 300.000 Euro zur Kasse gebeten werden. Vorher waren es maximal 10.000 Euro.

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Unerwünschte Werbung auch per SMS und Fax

Nicht nur telefonisch, sondern auch per SMS und sogar per Fax versuchen es dubiose Firmen. Hier hat die Bundesnetzagentur ebenfalls eine Steigerung der Beschwerden beobachtet. Bei unerwünschter Fax-Werbung stehen oft Corona-Tests und -Masken im Mittelpunkt, während es bei SMS oft auf Phishing-Versuche hinausläuft. Die Bundesnetzagentur hat deshalb im vergangenen Jahr 1.110 Rufnummern sperren lassen. Telefonnummern lassen sich auch unter Android und iOS selbst schnell blockieren.