Was würden große Smartphone-Hersteller nicht alles geben, um willige Premium-Kunden aus den Händen Apples zu befreien und am Ende für sich zu gewinnen. Jetzt kommt heraus: Samsung gehört nicht unbedingt dazu. Da wird nämlich scheinbar jeder Cent gebraucht. Chance verspielt, jetzt bleibe ich bei Apple – das Thema der heutigen GIGA-Wochenendkolumne.

 
Samsung Electronics
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Die Lage in Südkorea muss wirklich ernst sein, denn Samsung nimmt aktuell gerne auch Kurzzeitkredite von kaufwilligen Kunden wie unsereiner in Anspruch. Wie bitte, worauf spiele ich an? Ich fasse die Ereignisse mal kurzerhand zusammen: Letzte Woche machte ein guter Deal im Samsung-Onlineshop die Runde239 Euro kostete da ein neues Samsung Galaxy A52s 5G – ein Spitzenpreis für das Mittelklasse-Smartphone. Mit einem Abstand von weniger als 40 Euro zum Bestpreis aber auch nicht gerade unglaubwürdig günstig (Samsung Galaxy A52s 5G bei Amazon ansehen).

Warum mir Samsung kein Galaxy-Handy verkaufen will

Normalerweise nutzte ich hauptsächlich mein iPhone 13, verwende mit einem über drei Jahre alten Xiaomi-Handy aber auch noch ein „Android-Spielzeug“. Schließlich sollte man als Tech-Redakteur immer wieder mal über den eigenen Tellerrand schauen. Das Samsung Galaxy A52s 5G wäre also ein guter und vor allem sicherer Ersatz, immerhin bekommt die Xiaomi-Gurke schon lange keine Updates mehr. Also rein damit in den Warenkorb und in Windeseile per PayPal Express gekauft. Schon war mein Geld weg und auf dem Samsung-Konto. Nur das Galaxy A52s 5G fand nie den Weg zu mir.

Bei der S-Variante handelt es sich um die verbesserte Version des Galaxy A52 5G:

Samsung Galaxy A52 5G im Test: Mittelklasse mit Premium-Features Abonniere uns
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Verunsichert von einzelnen Storno-Meldungen diverser Kundinnen und Kunden im Netz stellte sich die Frage, wann Samsung denn das gute Stück mir schicken wollte und ob man dies überhaupt noch plante? So wie mir erging es dem GIGA-Kollegen Kaan Gürayer, der nahezu zeitgleich ebenso das Handy bestellte. Ihm aber versicherte man auf Nachfrage, dass das Gerät bald zu ihm auf den Weg sei. Sollte doch dann auch für mich gelten, nicht wahr?

Wie es sich herausstellte, sollte es weder bei ihm noch bei mir dazu kommen. Nach einer Woche trudelte die Storno-Meldung ins Postfach – ohne jedweden Kommentar. Der kam erst einen Tag später, nun sprach Samsung von einem bedauerlichen Preisfehler – 329 Euro statt 239 Euro wollte man ursprünglich aufrufen. Samsung, armes Opfer der Dyskalkulie!

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Fehler passieren, aber …

Meine Vermutungen über die Tage bestätigten sich und hinterlassen bei mir keinen sonderlich positiven Eindruck vom Samsung-Shop. Vorab: Fehler passieren, auch Preisfehler in Webshops – wer weiß dies besser als ich. Arbeitete ich doch über 12 Jahre als Produktmanager und Projektleiter für einen der größten deutschen Onlineshops (Shop von Cyberport.de ansehen). Doch es ist der Umgang mit Fehlern, der den Unterschied letztlich ausmacht. Was also stößt mir im Detail sauer auf:

  • Samsung benötigte für die Stornierung eine gute Woche. Ausgerechnet die Kunden, die zuerst bestellten, mussten am längsten auf die Storno warten – abgearbeitet wurde offensichtlich unterbesetzt, manuell und ausgehend von den letzten Bestellungen.
  • Eine Woche, in der Samsung nicht nur fröhlich meinen „Kurzzeitkredit“ in Anspruch nehmen konnte, ebenso auch eine Woche, in der ich aus verständlichen Gründen eine alternative Ersatzbestellung bei anderen Händlern zurückhielt.
  • Eine „Erklärung“ erfolgte nicht zeitgleich, sondern erst später. Normale, uninformierte Kunden dürften mehr als verwirrt gewesen sein und werden zukünftig eher einen Bogen um den herstellereigenen Shop machen.

Unterm Strich eine vertane Chance für Samsung. Hätte man nämlich den vergleichsweise geringen Fehlbetrag über eine entsprechende interne Marketingbuchung einfach ausgeglichen, gäbe es jetzt sehr viele zufriedene und wahrscheinlich auch neue Samsung-Kunden. Indem man sich aber für den harten Weg des Erbsenzählers entschied, verliert man eben jenes Vertrauen dieser potentiellen Käufer. Und bei mir dann noch die Chance, einen alten Apple-Fanboy vom eigenen „One UI“-System zu überzeugen. Pech gehabt, jetzt bleibe ich erst recht bei Apple!