19,99 Euro, 249,98 Euro, 1.597 Euro – solche krummen Preise sehen wir andauernd. Aber was steckt dahinter? Ein vermeintlicher Ex-Angestellter von Saturn verrät Insider-Tipps, mit denen findige Kunden beim Preis was rausholen können.

 
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Die psychologischen Tricks hinter einem Endkundenpreis von zum Beispiel 249,99 Euro für das neue Smartphone sind hinlänglich bekannt. Die 249 Euro wirken einfach günstiger als 250 Euro, obwohl es praktisch keinen Unterschied in der Kasse des Händlers macht. Doch hinter den krummen Preisen steckt offenbar noch mehr.

Saturn-Mitarbeiter: Diese Preise lassen auf Schnäppchen schließen

Darüber klärt jetzt ein nach eigener Aussage ehemaliger Angestellter im Verkauf von Saturn auf. In einem AMA (Ask Me Anything – „fragt mich alles“) gibt Reddit-User CharmingBoar Auskunft über den geheimen Code hinter dem Preissystem. Der Thread ist nicht verifiziert, insofern sind die Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Doch die Tipps wirken verlässlich und auf einen Versuch kann man es schließlich ankommen lassen.

Aufmerksame Kunden sollen gute Chancen auf ein Schnäppchen erkennen können, wenn man sich die letzte Ziffer bei den Preisen interessanter Produkte genauer anschaut, heißt es (Quelle: Reddit): Eine „7“ an letzter Stelle – ob im Euro- oder Cent-Bereich sei nicht entscheidend – stehe für „Altware“. Sie könne „theoretisch älter als 3 Monate, realistisch älter als 6 Monate“ sein, befindet sich also aus Sicht der Händler auf dem besten Weg, zum Ladenhüter zu werden.

Wer hier etwas passendes findet, könne das Verhandlungsgeschick spielen lassen. Denn die Händler wollen die Waren loswerden – „da kann richtig verhandelt werden“, so die Einschätzung. Bei einer „8“ am Ende hätte Saturn eine große Marge, aber auch gute Chancen ohne Nachlass zu verkaufen. Die Chance, hier den Preis runterzuhandeln, sei gering.

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Wohl am häufigsten sehen wir hingegen die Preise, die auf eine „9“ enden. Dies seien die Standard-Artikel, ein Erfolg beim Feilschen praktisch ausgeschlossen. Ein weiterer Einblick: Für Saturn sei laut CharmingBoar die Marge bei Zubehörartikeln wie Ladekabeln am größten. Entsprechend ist hier auch die Möglichkeit, sich einen guten Deal zu sichern, besser als anderswo.

Smartphones hätten ebenfalls eine ordentliche Marge. Die guten Angebote würden dabei allerdings meist in einem Vertragsdeal angeboten. Bei Technikgeräten im Allgemeinen, also dem Gros des Saturn-Angebots, sei die Möglichkeit auf einen Preisnachlass geringer. Die besten Angebote gebe es generell zum Black Friday.

Achtung: Keine Erfolgsgarantie beim Feilschen

Aber Achtung: Auch im Reddit-Thread wird hervorgehoben, dass hier nicht jeder Markt gleich vorgeht. Selbst wenn ihr also auf einen Preis stoßt, der ins Schema passt, hängt es auch am eigenen Verhandlungsgeschick, ob man am Preis noch was machen kann. Wer es versuchen will, sollte sich außerdem die Zeit nehmen, unter der Woche im Laden vorbeizuschauen. Wenn etwa samstags oder kurz vor Feierabend besonders viel los ist, ist es schon schwierig genug – auch für die Angestellten – Zeit für ein Gespräch mit euch zu finden.

Wir haben Saturn zu den Angaben um die Preisgestaltung um Stellungnahme gebeten und werden sie hier ergänzen, sobald sie vorliegt.