Der Coronavirus hat derzeit weltweit Aufmerksamkeit und die Auswirkungen werden inzwischen überall bemerkbar. Nicht nur Veranstaltungen werden abgesagt, immer mehr öffentliche Einrichtungen, darunter Schulen, bekommen das Virus zu spüren und müssen Alternativen für den Unterricht finden. Robert Yang hat da auf Twitch zurückgegriffen.

 

Twitch

Facts 

NYU Game Center-Professor und unabhängiger Entwickler Robert Yang hätte sich nie träumen lassen, seinen Kurs über Twitch auf Twitch zu halten und dachte auch nicht, dass das eine besonders gute Idee wäre. Kotaku erzählte er am Telefon, dass die Idee auch gar nicht von ihm selbst kam, sondern von einem Studenten, der darüber witzelte:

„Ein Student scherzte, dass wir es über Twitch unterrichten sollten, weil es in dem Kurs um Twitch ging. Ich dachte, das sei eine schreckliche Idee, und das habe ich ihm gesagt. Aber dann wurde mir klar, dass schreckliche Ideen manchmal auch unterhaltsam und lehrreich und interessant sind. Also dachte ich: Ja, ich kann es ja mal ausprobieren.“

Vielleicht habt ihr jetzt etwas Zeit, um mehr zu erkunden.

Mehr Zuschauer als geplant

Yang, der regelmäßig auf seinem eigenen Twitch-Kanal streamt, ging mit der Erwartung an die Sache, dass es nicht gut funktionieren würde. Immerhin fördert ein Klassenzimmer eine bewusstere Art des Dialogs und bietet Raum, sich zu konzentrieren. Tatsächlich merkte er nach kurzer Zeit, dass die Schüler nicht so viel Engagement zeigten wie im Unterricht, stattdessen wurden außenstehende Zuschauer zu den prominentesten Stimmen der Sitzung.

„Die Schüler in der Klasse hörten auf, dem Chat Aufmerksamkeit zu schenken, sie hörten auf, sich gegenseitig zu beachten. Es war irgendwie nur ich, der versuchte, sie zu beschäftigen und Wissen in ihren Köpfen zu deponieren. Idealerweise gibt es einen Austausch von Gedanken und Ideen... Ich glaube, vorausgesagte Schwachpunkte von Twitch trafen tatsächlich ein“, so Yang.

Die ganze Sache hinterließ aber auch einen positiven Aspekt und stärkt eventuell das Selbstvertrauen der Schüler:

„Ich denke, es ist immer sehr interessant für Studenten, wenn sie sehen, wie sich Menschen außerhalb der Universität oder der akademischen Welt für die Dinge, die sie studieren, interessieren. Plötzlich ist es weniger diese seltsame akademische Übung oder geschäftige Arbeit. Es ist mehr wie ‚Oh, vielleicht sind die Leute tatsächlich daran interessiert. Vielleicht ist das für die reale Welt relevant‘. Ich denke, einen Teil dieser Energie haben sie gefühlt.“

 

Möglich, dass in der kommenden Zeit mehrere Dozenten und Lehrer auf Twitch zurückgreifen. Solltet ihr also an Online-Unterricht interessiert sein, Augen offenhalten. Wie ist es bei euch? Seid ihr aufgrund von COVID-19 vielleicht schon auf Online-Alternativen angewiesen? Was benutzt ihr für den Unterricht? Erzählt es uns sehr gerne in den Kommentaren.