Ob CoD, Battlefield oder GTA – alle diese beliebten Reihen haben in letzter Zeit mit Spieleenttäuschungen von sich Reden gemacht. Selbst die großen Blockbuster enden zuweilen im Release-Desaster und zerstören so das Vertrauen der Käufer. All diejenigen, die sich daher beim Spielekauf schwertun und ihr Geld nur noch an den richtigen Stellen liegenlassen wollen, finden mit dem Xbox Game Pass einen sicheren Hafen.

 
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Ein Kommentar von Mandy Strebe

Ich bin kein großer Fan von unendlicher Auswahl – Abosysteme, All You Can Eat und sogar Vollsortimenter im Einzelhandel bereiten mir Probleme. Sie decken selten meine Bedürfnisse und überfordern mich leicht. Dennoch ist das kein Grund für mich, Abonnements kategorisch auszuschließen.

Denn der Xbox Game Pass konnte mein Spielverhalten und den Bezug zu Spielen in eine positive Richtung bewegen. Vor Jahren schon haben mich gewisse Spieleenttäuschungen an den großen Spieleschmieden und Publishern der Industrie zweifeln lassen.

Gerade, wenn die Erwartung für einen Release groß und das besagte Spiel dann auch noch ein Vollpreistitel ist, gestaltet sich der Fall noch viel tiefer. Spätestens als mich selbst bewährte und heiß geliebte Reihen im Stich ließen – ich schaue dich an, Fallout 76 – war mein Vertrauen dahin.

Den großen AAA-Produktionen kehrte ich weitestgehend den Rücken zu und steckte mein Geld lieber in erschwinglichere und originellere Indie-Spiele.

 

Und dann kam der Xbox Game Pass

Als erstes kam ich mit einem Gratis-Zugang des Xbox Game Pass auf der gamescom in Berührung. Xbox fuhr auch damals schon eine aggressive Werbung und besonders attraktive Preispolitik für das Abo-System. Unwissend über den Inhalt des Services, verschenkte ich diesen Zugang damals.

Doch je mehr ich die undurchsichtige Struktur des Abonnements durchblickte und Microsoft erste Kinderkrankheiten seines Dienstes beseitigte, überzeugte mich der lächerliche Einstiegspreis für einen Euro dann doch. Einen Monat Xbox Game Pass Ultimate, über 100 Spiele – darunter neue Releases und Top-Spiele – gratis zocken. Kann man mal machen.

Während ich mich unverbindlich durch die Bibliothek wühlte, fiel mir auf, dass Xbox eine ausgewogene Mischung an AAA-Spielen und waschechten Indieperlen bereithielt. Ein erstes Argument, was mich besonders überzeugte.

Auch beschränkt sich das Microsoft-Abo nicht nur auf ihre hauseigenen Titel, viele Third-Party-Entwickler machen es sich im Xbox Game Pass gemütlich. Ein weiteres Kaufargument, was die Konkurrenz selten bieten kann – Ubisoft Connect, EA Play und Co. verstehen sich zum größten Teil nur auf ihre eigenen Kreationen.

Ein weiteres, fast absurdes Ereignis stellte sich ein: Im gefühlten Wochentakt fügte Xbox dem Game Pass Spiele hinzu, die sich schon seit geraumer Zeit auf meiner imaginären Wunschliste befanden – ich war begeistert! Als würden die Spiele nur für mich in die Bibliothek gezaubert.

Dass der Game Pass auch frische Releases von Tag Eins an anbietet – darunter auch echte Top-Spiele wie zum Beispiel Age of Empires 4 – ist für mich die Kirsche auf der Sahnehaube.

Ich probiere aus und werde belohnt

Erinnert ihr euch daran, dass ich ungern Geld für Spiele ausgebe, weil die nächste Enttäuschung an jeder Ecke lauert? Diese Angst konnte ich mit dem Game Pass gänzlich ablegen – schließlich habe ich einen festen Betrag, der nicht mehr wird, egal wie viele Spiele der Bibliothek ich ausprobiere.

So probierte ich mich durch The Medium, schnupperte in Exo One rein, erlebte Undertale und entwickelte wieder Spaß an Blockbustern wie Doom Eternal. Ich las des Öfteren von Berichten anderer Gamer, die durch den Game Pass ebenso Spiele für sich entdeckten, von denen sie nie zuvor gehört hatten oder die sie sonst auch nie gewählt hätten (Quelle: Game Informer)

Kennt ihr das besondere Exo One schon? Den Steam-Hit konnte ich dank Xbox Game Pass ganz unverbindlich ausprobieren:

Exo One: Trailer zum Release-Datum

Auch etliche Indie-Entwickler erzählten von den positiven Effekten ihrer Zusammenarbeit mit Xbox und dem Game-Pass-Modell (Quelle: Gamesindustry.biz). Letzte Zweifel an dem Abo-System sind damit für mich aufgelöst. Gewinnen etwa alle mit dem Game Pass und die Videospielbranche ist nicht dem Untergang geweiht?

Du darfst so sprunghaft sein, wie du willst

Ich würde meinen Spielegeschmack schon als sehr speziell beschreiben. Nicht vieles gefällt mir, sehr vieles langweilt mich schnell und die meisten etablierten Spiele-Formeln sind mein Albtraum. Mit so einem Geschmack können Kaufentscheidungen bei Videospielen ebenfalls zu einem echten Kraftakt werden.

Wie oft haben wir das Gefühl „Ich habe so und so viel Geld für das Spiel ausgegeben, jetzt sollte ich es auch zu Ende spielen.“ Das ist eine Herangehensweise, die wertvolle Lebenszeit klaut. Besonders, wenn man sie eigentlich mit einem Spiel verbringen könnte, das vollumfänglich Spaß macht.

Das erlaubt mir der Game Pass schamlos zu erleben. Ich springe von Spiel zu Spiel, ohne auch nur einen Cent zu verlieren und finde so schneller das passende Erlebnis für mich – alles ohne schlechtes Gewissen.

Das Konzept Abonnement ist sicherlich nicht für jeden geeignet und der Xbox Game Pass wird auch nicht alle Bedürfnisse stillen. Wer in Sachen Kaufentscheidungen allerdings ebenfalls ein großer Angsthase ist, sollte dem Abo-Service von Microsoft zumindest eine Chance geben. Immerhin kostet der Probe-Monat nur einen müden Euro:

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