Kampf gegen Smartphone-Sucht: Jetzt spricht der iPhone-Erfinder

Florian Matthey 11

Der frühere Apple-Manager Tony Fadell, der als „Vater des iPod“ gilt und auch ein Vater des iPhone war, fordert von Apple weitere Maßnahmen – damit wir unser iPhone weniger nutzen. Apple müsse bestimmte Vorkehrungen gegen eine Smartphone-Sucht treffen.

Kampf gegen Smartphone-Sucht: Jetzt spricht der iPhone-Erfinder
Bildquelle: Pixabay.

iPod- und iPhone-„Vater“ fordert Maßnahmen gegen iPhone-Abhängigkeit

Apple muss im Kampf gegen die Smartphone-Sucht eine führende Rolle einnehmen. Das fordert Tony Fadell in einem Beitrag für Wired. Fadell war viele Jahre ein wichtiger Manager bei Apple und zeigte sich vor allem für die Entwicklung des ersten iPod verantwortlich. Allerdings war der Mann, der als „Vater des iPod“ bekannt ist, auch maßgeblich an der Entwicklung des ersten iPhone beteiligt, woran er anlässlich des 10. Geburtstags des Apple-Smartphones im letzten Jahr erinnerte.

Fadell hebt in seinem Beitrag zunächst die positive Seite des iPhone hervor: 1976 habe sich der Apple-Mitgründer Steve Jobs den „Computer für alle“ gewünscht, den Milliarden Menschen heute in Form von Smartphones immer bei sich tragen. Allerdings habe sich in den letzten Jahren das Problem entwickelt, dass Menschen diesen „Computer“ zu oft benutzen und oft sogar abhängig sind. Es handle sich – anders, als einige meinen – auch nicht nur um ein Problem von Kindern oder um ein „Facebook-Problem“.

iPhone-Sucht: Was ist „Übergewicht“, was ist „Untergewicht“?

Der Ex-Apple-Manager zieht einen interessanten Vergleich: Die Smartphone-Benutzung sei ähnlich wie Nahrung. Die Menschheit wisse mittlerweile, wie man sich gesund ernähre und was zu viel oder zu wenig für den Menschen sei. Beim Smartphone fehle aber noch die Definition, was „Übergewicht“ und was „Untergewicht“ sei. Angesichts dessen, dass Apple immer eine Führungsrolle einnehmen wolle, müsse das Unternehmen jetzt dafür sorgen, dass wir solche Definitionen finden können.

Die Maßnahmen, die Fadell vorschlägt, erinnern sehr an die Gesundheits-Features der Apple-Health-App und der Apple Watch: Apple solle über verschiedene Geräte hinweg erfassen, wie viel Zeit der Benutzer mit welchen Inhalten verbringt und ihn darüber informieren. In einer solchen Aufstellung könnte er sehen, was ihn besonders ablenkt und wo er sein Verhalten verbessern könnte.

Maßnahme gegen iPhone-Sucht: Weniger Benachrichtigungen

Auch sollte es bestimmte Modi für die Geräte geben, die eine Ablenkung des Benutzers verhindern, die aber auch noch einfacher zu aktivieren sind als bisher – beispielsweise reine „Zuhören“- und „Lesen“-Modi. Wenn der Benutzer also Musik höre oder ein Buch lese, solle er nicht dauernd von Benachrichtigungen unterbrochen werden.

Zu iPhone-Apps, die süchtig machen, gehören natürlich auch Spiele. Anzeichen für eine Spielsucht haben wir in unserer Bilderstrecke gesammelt.

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10 absurde Anzeichen, an denen du erkennst, dass du süchtig nach Videospielen bist.

Anti-Sucht-Features fürs iPhone: Steigen dadurch die Verkaufszahlen?

Fadell meint, dass Daten über das eigene Verhalten ein Bewusstsein für das Problem schaffen würden. Das würde Menschen erleichtern, entsprechende Maßnahmen zu treffen. In seiner Familie gebe es bereits Regeln wie „keine Geräte bei Mahlzeiten“ oder „Tech-freie Sonntage“. Letztendlich wäre es für Apple sogar ein Vorteil, wenn die eigenen Kunden weniger abhängig seien: Wenn es solche iPhone-Features gäbe, hätte das Gerät ein neues Alleinstellungsmerkmal und die Verkaufszahlen würden steigen. Was haltet ihr davon?

Quelle: Wired via 9to5Mac

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