Virus bremst iPhone aus: Darum könnte sich das neue Apple-Smartphone verspäten

Holger Eilhard 9

Apples Hard- und Software, insbesondere iPhone und iPad, sind bekannt dafür resistent gegen Viren, Würmer oder Ransomware zu sein. Der jüngste Fall, der indirekt auch Apple betrifft, könnte nun aber dafür sorgen, dass die neuen iPhone-Modelle etwas länger auf sich warten lassen werden.

Virus bremst iPhone aus: Darum könnte sich das neue Apple-Smartphone verspäten
Bildquelle: GIGA.

Chip-Hersteller TSMC: Ransomware „WannaCry“ legt Produktion lahm

Die Produktion von Apples Hardware liegt nicht nur in der Hand des Unternehmens aus Cupertino. Viele Lieferanten sind in der Kette enthalten, die aus Hunderten einzelnen Bauteilen ein iPhone werden lassen. Eines der wichtigsten Bauteile ist dabei Apples ARM-Prozessor, wie aktuell der A11 Bionic, der im iPhone 8 und iPhone X arbeitet.

Wie am Freitag bekannt wurde, teilte Apples Exklusivpartner TSMC, der für die Fertigung dieser Prozessoren zuständig ist, mit, dass man der Ransomware WannaCry zum Opfer gefallen ist. Mittlerweile sollen bereits 80 Prozent der Fertigungsanlagen wieder im normalen Betrieb sein. Im Laufe des vergangenen Montags erwartete man eine vollständige Wiederherstellung.

Laut C.C. Wei, CEO von TSMC, ist eine Variante des seit 2017 im Umlauf befindlichen WannaCry die Ursache. Dieser wurde von einem nicht genannten Dritthersteller als Bestandteil eines Werkzeugs auf die Systeme von TSMC übertragen. Es sollen bei dem Vorfall keine geheimen Kundeninformationen an die Öffentlichkeit gelangt sein. Einen gezielten Angriff eines Hackers kann man angeblich ebenfalls ausschließen.

Wei sagte, dass man „überrascht und schockiert“ sei. „Wir haben zehntausende Werkzeuge installiert und das ist das erste Mal, dass so etwas passiert ist.“

So soll das kommende „iPhone X Plus“ angeblich aussehen:

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iPhone X Plus: So soll das größte Apple-Handy aller Zeit aussehen.

Auswirkungen auf iPhone-Vorstellung noch unbekannt

Betroffen sind laut dem TSMC-Chef die Fabriken in Tainan, Hsinchu und Taichung, in denen auch Apples Chips für die kommende iPhone-Generation gefertigt werden. Inwiefern der kurzzeitige Ausfall Auswirkungen auf die Vorstellung und Verfügbarkeit der drei erwarteten iPhone-Modelle haben wird, ist bislang unbekannt. Eine Verspätung der neuen iPhones durch eine verringerte Chip-Produktion lässt sich allerdings auch nicht zweifelsfrei ausschließen. Alle drei Varianten werden vermutlich mit einem neuen A12-Prozessor ausgestattet sein, der seit einigen Wochen bei TSMC produziert wird.

Erwartet wird derzeit die Vorstellung im kommenden September, neben einem direkten iPhone-X-Nachfolger, ein größeres Plus-Modell mit 6,5-Zoll-OLED-Bildschirm sowie eine LCD-Variante mit 6,1-Zoll-Bildschirmdiagonale. Während die beiden OLED-iPhones wenige Tage nach der Präsentation verfügbar sein sollen, könnte das LCD-Modell einige Wochen auf sich warten lassen.

Quellen: Bloomberg, MacRumors

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