Welche Marke steckt dahinter – Markenware zu Discountpreisen

Marco Kratzenberg

Oft fragt man sich nach dem Einkauf beim Discounter „Welche Marke steckt dahinter“, wenn die Verpackung genauso wie die teuren Waren aussieht. Wir stellen euch die Liste vor, in der über 1.000 Lebensmittel „enttarnt“ wurden.

Etwa Anfang der 80er-Jahre tauchte in ALDI-Märkten plötzlich das originale Schneekoppe-Müsli auf – nur deutlich billiger als in anderen Supermärkten. Kurze Zeit später war es wieder weg, aber es gab fast gleich aussehende Packungen mit den gleichen Inhaltsangaben, nur stand auf einmal „Gletscherkrone“ darauf. Das war ungefähr der Zeitpunkt, an dem die Kunden zu mutmaßen begannen, dass sie bei ALDI unter Phantasienamen Markenware deutlich billiger bekamen. Ab da fragten sich die Leute bei vielen Produkten „Welche Marke steckt dahinter“?

Die Liste der Discountmarken-Hersteller

Seit dem Jahr 2004 wird eine Liste der Marken-Hersteller hinter den No-Name-Produkten geführt. In ihr findet ihr, nach Kategorien sortiert, bereits über 1.000 Billig-Produkte aus allen möglichen Bereichen und von verschiedenen Discountern. Daneben steht immer, welcher Hersteller diese Artikel herstellt. Diese Hersteller sind verlinkt und ihr erfahrt dort, welche Markenprodukte er üblicherweise vertreibt.

Dort erfahrt ihr nicht nur, welche Marke hinter den Produkten steckt, sondern auch noch, was eigentlich mit den Produktbezeichnungen gemeint ist. Es ist erstaunlich, was offensichtlich alles erlaubt ist. Oder wusstet ihr, dass es sich bei „Alaska-Seelachs“ eigentlich um Dorsch handelt, der zudem aus dem Atlantik kommt? Und Eiscreme darf auch aus gefrorenem Pflanzenfett und Zucker bestehen. Sie darf sich so nennen, wenn 10 Prozent Milchfett enthalten sind.

Bilderstrecke starten
10 Bilder
ALDI Life vs. Spotify: Vergleich der Musik-Streaming-Anbieter.

Warum stecken Markenhersteller hinter Discounter-Produkten?

Der Aufbau einer Marke ist eine langwierige Sache, sorgt aber für Kundentreue. Man kauft „sein Produkt“, weil man Erwartungen in die Qualität setzt, die regelmäßig bestätigt werden. Meist sorgt das aber auch dafür, dass die Preise nicht mehr alle potentiellen Kunden ansprechen – die dann lieber eine günstigere, unbekanntere Marke ohne Werbung kaufen.

Um sich diesen Kundenkreis dennoch zu sichern, greifen die Hersteller zu einem Werkzeug, das sich „Preisdifferenzierung“ nennt. Dabei werden für das gleiche Produkt unterschiedliche Preise verlangt. Allerdings tun die Produzenten so, als würde es sich um verschiedene Waren handeln, indem die Produkte andere Namen und Verpackungen bekommen.

In einigen Fällen handelt es sich tatsächlich um andere Produkte, die wirklich billiger produziert wurden und nicht die gleiche Qualität aufweisen. Bei der Frage „Welche Marke steckt dahinter?“ kann man also durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass der ALDI-Quark von derselben Firma wie der Milram-Quark kommt, aber es handelt sich dennoch um verschiedene Produkte.

So oder so erreichen die Hersteller einen – nicht zu unterschätzenden – Kundenkreis, der ihnen die Abnahme ihrer Produktion garantiert. Denn irgendwann werden solche Firmen in der Regel so groß, dass sie wesentlich mehr produzieren, als sie durch die Nachfrage nach ihrer Marke absetzen können. Wenn der Markt gesättigt ist, dann weicht man eben aus. Wir alle können uns dann darüber freuen. Und für die Discounter ist es auch praktisch: Sie sind Inhaber der Billigmarken und können schnell auf einen anderen Hersteller umschwenken, wenn Preis oder Qualität nicht mehr stimmen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • Firefox: Autofill-Daten löschen & deaktivieren – so geht's

    Firefox: Autofill-Daten löschen & deaktivieren – so geht's

    Firefox speichert Daten, die ihr in Formularfelder eingegeben habt, um sie das nächste Mal schnell wieder eingeben zu können. Dabei können aber auch private Daten angezeigt werden, was mitunter nicht gewollt ist. Wir zeigen euch auf GIGA, wie ihr die Autofill-Daten löscht und die Autofill-Funktion deaktiviert.
    Robert Schanze
  • Firefox: Im privaten Modus surfen – so geht's

    Firefox: Im privaten Modus surfen – so geht's

    Im privaten Modus speichert Firefox keine Passwörter, Cookies oder die Surf-Chronik. Wir zeigen euch hier auf GIGA, wie ihr den privaten Modus in Firefox startet und bei Bedarf auch dauerhaft aktiviert.
    Robert Schanze
* Werbung