Amazon klärt auf: So kam es zur Echo-Datenpanne mit Alexa-Aufnahmen

Johann Philipp 4

Ende Dezember wird eine Datenpanne bei Amazon bekannt. Durch einen Fehler gelangten 1.700 Sprachaufzeichnungen eines Echo-Lautsprechers an einen falschen Kunden. Jetzt äußert sich der Konzern.

Amazon klärt auf: So kam es zur Echo-Datenpanne mit Alexa-Aufnahmen
Bildquelle: GIGA.
Update vom 02.01.2019 um 12:43 Uhr:
Amazon meldet sich mit einem aktuellen Statement bei uns und erklärt: „Dieser unglückliche Fall war die Folge eines menschlichen Fehlers und ein isolierter Einzelfall. Wir haben das Problem mit den beiden beteiligten Kunden geklärt und Maßnahmen zur weiteren Verbesserung unserer Prozesse ergriffen. Wir standen auch vorsorglich in Kontakt mit den zuständigen Behörden.“ Die genauen Einzelheiten zum Fall lest ihr unten im Originalartikel.

Originalartikel:

Amazon Alexa: Kunde erhält fremde Tonaufnahmen

Aufnahmen aus der eigenen Wohnung, Abfragen nach dem Lieblingsrestaurant, Termine und Kontakte. Diese sehr persönlichen Daten hat Amazon an einen Kunden geschickt, dem sie gar nicht gehören. Aufgeflogen ist der Datenskandal durch eine einfache DSGVO-Abfrage und das c’t-Magazin.

Laut des Berichts der Zeitschrift forderte ein Amazon-Kunde eine Auskunft über seine eigenen Daten an. Nach einigen Wochen schickte ihm der Konzern ein ZIP-Archiv zum Download. Darin enthalten waren neben seinen persönlichen Daten über 1.000 Audiodateien vom smarten Echo-Lautsprecher. Das Problem: Der Kunde besitzt überhaupt keinen Alexa-Lautsprecher.

Die Aufzeichnungen müssen also von einem fremden Amazon-Konto stammen. Der erstaunte Kunde informierte Amazon über den Fehler. Eine Antwort erhielt er vorerst nicht. Anschließend wandte er sich an c’t, die den fremden Amazon-Kunden sogar identifizieren konnten.

Das Opfer wusste vom Datenleck gar nichts und war entsprechend schockiert.

Wer nach einer Alexa-Alternative sucht, wird hier fündig:

Bilderstrecke starten
12 Bilder
11 alternative Alexa-Lautsprecher: Muss es immer ein Amazon Echo sein?

Echo-Lautsprecher bei Amazon ansehen *

Wie kam es zur intimen Post vom Amazon?

Jeder Kunde in der EU kann gemäß der der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seine gespeicherten Daten bei einem Konzern anfordern. Amazon hat bei der Erstellung anscheinend einen gravierenden Fehler gemacht und die Kundendaten falsch zugeordnet.

Laut Amazon haben beide Personen zur selben Zeit ihre Daten angefordert. Der Fall zeigt: Es findet anscheinend keine weitere Prüfung der Daten statt.

Ein Vergleich zwischen Amazon Echo und Google Home zeigen wir im Video:

Amazon Echo Dot und Google Home Mini im Vergleich.

Die Befürchtungen vieler Skeptiker und Datenschützer sind mit dem Vorfall wahr geworden. Die ersten Reaktionen im Netz sind oft schadenfreudig und heißen: „Wer sich freiwillig eine Amazon-Wanze ins Haus stellt, ist selbst schuld.“ Vergessen wird dabei jedoch, dass jedes Smartphone, jeder PC und jeder Smart-TV ähnliche Daten sammeln kann. Ein dauerhaftes Abhören durch einen Echo-Lautsprecher ist zudem technisch nicht möglich, wie wir in diesem Artikel erläutern.

Als Entschädigung schickte Amazon seinem betroffenen Kunden erst vier Wochen nach der Panne ein Paket mit einer kostenlosen Prime-Mitgliedschaft sowie – zwei weiteren Echo-Lautsprechern. Ob der Kunde die nun auch weiterhin nutzen wird?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung