Intels neuer Monster-Prozessor ist endlich verfügbar und kostet mehr als dein kompletter PC

Robert Kohlick 3

28 Kerne, 56 Threads und eine maximale Taktrate von 4,3 GHz – Intels neuer Xeon W-3175X klingt auf dem Papier nach der Erfüllung aller Träume für Videoproduzenten und Hardcore-PC-Enthusiasten. Doch dieses Maß an Leistung fordert seinen Tribut – nicht nur in finanzieller Hinsicht. Nach langem Warten kann die CPU auch hierzulande erworben werden. 

Intels neuer Monster-Prozessor ist endlich verfügbar und kostet mehr als dein kompletter PC
Bildquelle: Getty Images / gorodenkoff.

Update vom 22.03.2019, 11:10 Uhr: Knapp 1,5 Monate nach dem offiziellen Marktstart ist Intels neuer Xeon W-3175 nun auch in Deutschland verfügbar. Aktuell gibt es den Hochleistungsprozessor für 3.299 Euro bei Alternate zu kaufen. Einen Liefertermin gibt der Online-Shop jedoch noch nicht an. Käufer werden sich also noch etwas in Geduld üben müssen oder nehmen alternativ 700 Euro mehr in die Hand und bestellen den 28-Kerner für knapp 4.000 Euro bei Caseking. Dort liegt die Workstation-CPU bereits in den Lagerregalen.

Wer tatsächlich über den Kauf des Xeon-Prozessor nachdenkt, sollte nicht vergessen, dass diese Komponente nicht das einzige ist, was eurem Kontostand einen erheblichen Dämpfer verpassen wird. Auch ein neues Motherboard ist für den Prozessor vonnöten. Ein passendes Modell kostet nochmal rund 2.000 Euro.

Da dem Prozessor kein Kühler beiliegt, kommt auch hier noch einiges an Mehrkosten auf euch zu. Eine passende AiO-Wasserkühlung bietet Asetek mit der 690LX-PN an – Kostenpunkt: rund 400 US-Dollar. Aktuell ist der Kühler jedoch restlos ausverkauft.

Alles in allem kostet würde das High-Performance-Upgrade also etwas mehr als 6.300 Euro kosten.

Originalartikel:

Intel Xeon W-3175X: Hochleistungs-Prozessor günstiger als gedacht

Knapp 3.000 US-Dollar verlangt Intels für seinen neuen Xeon-Prozessor. Der aufgerufene Preis fällt damit vergleichsweise günstig aus. Ursprünglich ging man davon aus, dass die neue CPU mehr als das doppelte kosten wird.

Obwohl in Intels Zielgruppen-Analyse für den 28-Kern-Prozessor wahrscheinlich keine PC-Spieler auftauchen, hat der Chefredakteur von GamersNexus Steve Burke neben synthetischen Benchmarks zur Leistungsermittlung auch einige Tests in aktuellen Videospielen durchlaufen lassen:

Neuer Prozessor von Intel: Das Performance-Monster ist ein echter Hitzkopf

Obwohl Intel die thermische Verlustleistung (TDP) bereits mit hohen 225 Watt angibt, liegt der Wert in der Praxis deutlich höher. Wer die CPU zusätzlich stark übertaktet, muss mit einem Stromverbrauch von mehr als 650 Watt rechnen. Das dürfte sich auf der nächsten Stromrechnung bemerkbar machen.

Dafür kann der Stromschlucker in Sachen Performance auf ganzer Linie überzeugen. In fast allen Produktivität-Tests liegt der Intel Xeon W-3175X auf dem ersten Platz und selbst bei Gaming-Benchmarks muss er sich nur knapp dem hauseigenen i9-9900K geschlagen geben.

Nach so einer Investition sitzt das Geld unter Umständen nicht mehr ganz so locker: 

Bilderstrecke starten
19 Bilder
Die besten PC-Spiele, die du kostenlos zocken kannst.
Doch wie uns die Thermodynamik lehrt, kann Energie nicht verloren gehen, sondern wird umgewandelt – in diesem Fall in massig Abwärme. Selbst mit einer entsprechend potenten Wasserkühlung, steuert die Betriebstemperatur der CPU unter Last konsequent auf 90 Grad Celsius und sogar darüber hinaus zu. Immerhin spart man auf diese Weise einiges an Heizkosten in seinem Zimmer ein.

Intels neuer Xeon-Prozessor: Gibt es Alternativen?

Obwohl der Preis für den neuen Xeon W-3175X für Intel-Verhältnisse vergleichsweise günstig ausfällt, kann der Prozessor AMDs Threadripper 2990WX in Sachen Preis-Leistung nicht das Wasser reichen. Kein Wunder: Schließlich kostet der Prozessor von AMD aktuell nur knapp die Hälfte, hat 4 Kerne mehr in petto und profitiert von einer deutlich größeren Auswahl an kompatiblen Motherboards.

Zudem ist der Threadripper Anfang 2019 auch frei im Handel erhältlich. Der Intel Xeon W-3175X hingegen wird bislang nur an Systemintegratoren und OEMs ausgegeben.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung