10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush: Betrugsvorwürfe gegen den Erfinder

Stefan Bubeck 3

Zähneputzen nervt, kostet Zeit und wahrscheinlich macht es jeder Zweite sowieso falsch. Zum Glück hat ein High-Tech-Start-Up „Amabrush“ erfunden: Die erste vollautomatische elektrische Zahnbürste, die nur 10 Sekunden braucht. Aber funktioniert die Kickstarter-Erfindung überhaupt?

10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush: Betrugsvorwürfe gegen den Erfinder
Bildquelle: Amabrush.
Update vom 24.01.2019: Kein guter Start für die superschnelle Zahnputzmaschine. Wie der österreichische Standard berichtet, sei bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige gegen Amabrush-Geschäftsführer Marvin Musialek wegen Betrugs eingegangen, die allerdings wegen „nicht ausreichenden Anfangsverdachts“ nicht weiter verfolgt wurde. Dieser muss sich aktuell wegen eines ORF-Beitrags gegenüber der Öffentlichkeit rechtfertigen. Der TV-Sender ließ die Amabrush von Ärzten der Universitätszahnklinik Wien untersuchen, wo man „nicht sehr beeindruckende Ergebnisse“ feststellte und „keine Empfehlung“ für das Gadgets aussprechen wollte. Wie Futurezone berichtet, wurde dieser Beitrag allerdings bereits im November 2018 mit einem veralteten Modell gedreht – mittlerweile sei beim optimierten Mundstück „die Vibrationsübertragung erheblich verbessert“ worden, so Musialek.

Originalartikel:

Zähneputzen in 10 Sekunden: Die ersten Amabrush-Erfahrungsberichte sind da

Die ersten Exemplare der revolutionären Elektro-Zahnbürste (oder auch Zahnputzmaschine) sind ausgeliefert worden und die Nutzer teilen ihre Erfahrungen. Im Gegensatz zu den Vorstudien und Versprechungen des Herstellers sind diese aber alles andere als positiv. „Keine ausreichende Putzleistung. Zahnfleisch wird überhaupt nicht geputzt“, so das Urteil eines Amabrush-Nutzers aus Landau. Er hat wie eine Handvoll anderer bereits belieferter Kunden seine Meinung zu Amabrush in einem dafür bereitgestellten Google-Doc festgehalten, wie das österreichische Magazin Futurezone berichtet.

Sind die schlechten Erfahrungen nur Einzelfälle? Amabrush-Gründer Marvin Musialek verteidigt sein Produkt gegenüber Futurezone: „Wir haben zwei Vorstudien durchgeführt, die belegen, dass unser Produkt gut reinigt. Ende des Jahres wird eine vollwertige unabhängige Studie mit hundert Teilnehmern, die über vier Wochen beobachtet wurden, publiziert. Wer Probleme mit seiner Amabrush hat, soll sich bei uns melden, diese Personen bekommen dann als erste Ersatzgeräte geliefert“.

Die ab 129 Euro erhältliche Zahnpflege-Maschine muss hohe Erwartungen erfüllen und kann aufgrund der großen Nachfrage erst ab Februar 2019 wieder geliefert werden, wie der Hersteller-Webseite zu entnehmen ist.

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Wenn’s funktioniert, ist es nicht dumm!

Kickstarter-Projekt Amabrush: Die vollautomatische Zahnbürste

Da schauen wir auf Smartphones mit 4K-Auflösung, lassen uns von digitalen Assistenten den Wetterbericht vorlesen und demnächst fliegen sogar unsere Autos. Aber ans Zähneputzen hat wieder keiner gedacht. Elektrische Zahnbürsten sind zwar praktisch – Arbeit erfordern sie aber immer noch.

Das Kickstarter-Projekt Amabrush hat eine Idee an den Start gebracht, auf die viele Menschen gewartet haben. Die vollautomatische Zahnbürste von Erfinder Marvin Musialek konnte innerhalb weniger Tage über 200.000 US-Dollar Startkapital einsammeln – für die Kickstarter-Finanzierung waren nur 50.000 US-Dollar veranschlagt.

Hier das offizielle Herstellervideo:

Die 10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush (Herstellervideo).

Amabrush: Vollautomatisiert Zähneputzen in nur 10 Sekunden

Das Beste zuerst: Amabrush ist superschnell. In nur 10 Sekunden soll das Gadget mit seinem Job fertig sein. Kein Wunder, denn dieses Wunderwerk des menschlichen Erfindergeists putzt ja auch Zähne auf einmal – effizienter geht es nicht. So lassen sich laut des kalifornischen Start-Ups bis zu 100 Tage Lebenszeit freischaufeln, die ansonsten fürs Schrubben draufgeht. Außerdem kann man die Hände während der Putzerei herunternehmen und für andere Tätigkeiten verwenden – sofern man diese denn in 10 Sekunden erledigt bekommt. Dass der Prozess ein wenig absurd aussieht, lässt sich angesichts dieser Komfortrevolution auch verschmerzen.

Amabrush besteht aus:

  • einem Mundstück, das mit Putzlamellen versehen ist
  • einem runden Handstück, in dem sich ein Vibrationsmotor und eine Zahnpasta-Pumpe befinden
  • dazu kommen spezielle Zahnpasta-Kapseln, deren Inhalt für jeweils einen Monat ausreichen soll

Das Mundstück soll 3 bis 6 Monate durchhalten, bevor es ersetzt werden muss – Kosten rund 6 Euro). Das Handstück wird kabellos per Qi-Standard aufgeladen, also auch mit gängigen Handyladestationen. Alle, die sich abends todmüde ins Bett schleppen, das Zähneputzen aus Faulheit auslassen oder vergessen und hinterher ein schlechtes Gewissen haben, könnten hiermit endlich die Lösung bekommen, die sie brauchen. Ein vollautomatisches Gadget, das in wenigen Sekunden für saubere Zähne sorgt.

Quelle: Kickstarter

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