OnePlus: Das Unternehmen hinter den „Flaggschiff-Killern“

Rafael Thiel 4

Bei OnePlus handelt es sich um ein 2013 gegründetes Unternehmen, das High-End-Smartphones baut. In der Regel lanciert der Hersteller ein Modell pro Jahr, das technisch mit den Flaggschiffen von Samsung, LG, HTC und Co. konkurriert, aber deutlich günstiger zu haben ist. Allerdings steht das Unternehmen auch regelmäßig wegen fragwürdiger Entscheidungen und Marketingaktionen in der Kritik.

OnePlus: Eine inoffizielle Oppo-Tochter

Doch recht überraschend startete OnePlus im Dezember 2013 und kündigte einen „Flaggschiff-Killer“ für das kommende Frühjahr an. Der Ursprung des Unternehmens ist mysteriös. Offiziell ist OnePlus unabhängig; letztendlich ist es aber ein offenes Geheimnis, dass der chinesische Hersteller Oppo seine Finger im Spiel hat. Zahlreiche Mitarbeiter, darunter auch Gründer und CEO Pete Lau, waren vorher bei Oppo tätig. Außerdem teilen sich beide Unternehmen einige Fabrikhallen.


Für Oppo ist OnePlus eine Möglichkeit, den europäischen Markt mit einer innovativ anmutenden Strategie anzusprechen. Der Slogan „Never Settle“ soll die Vorwärtsgewandheit untermauern, stellt dabei aber auch eine Kritik an die Konkurrenz dar. Diese gibt sich laut OnePlus mit dem aktuellen Stand zufrieden und verfolgt keine ambitionierten Weiterentwicklungen. Das genaue Gegenteil möchte OnePlus verkörpern und betont das bei allen vorgestellten Geräten seit dem ersten OnePlus One.

Das OnePlus One war der Auftakt einer Mini-Revolution

Das erste OnePlus-Smartphone entsprach darum auch einem Paukenschlag, der die Branche erschütterte. Die Kombination aus leistungsstarker Hardware, ansprechendem Design und attraktivem Verkaufspreis wusste zu überzeugen. Trotz eingeschränkter Verfügbarkeit, da das OnePlus One lange Zeit ausschließlich mithilfe einer Einladung gekauft worden konnte, erfreute es sich großer Beliebtheit – bei Kunden und Entwicklern, denen eine Stock-nahe Software aus dem Hause Cyanogen entgegenkam. Seit dem OnePlus 3 sind die Smartphones ohne Invite erhältlich.

Die darauffolgenden Modelle entsprachen einer ähnlichen Philosophie. Stets stand im Vordergrund das eigene Produkt für Kunden und Konkurrenz mit einem unschlagbaren Preis zu versehen. In den meisten Generationen gelang das auch, lediglich der Nachfolger auf das Debütmodell, das OnePlus 2 von 2015, blieb hinter den Erwartungen zurück.

Aus diesem Grund lancierte der Hersteller in besagtem Jahr zusätzlich das sogenannte OnePlus X, das im Wintergeschäft den Gesamtumsatz nochmal ankurbeln sollte. Während die regulären OnePlus-Smartphones Leistung über Design stellten, verhielt es sich beim OnePlus X umgekehrt: Ein attraktives Design sollte über nur mediokre Hardware hinwegtäuschen – der Plan ging nicht auf, weswegen OnePlus zur altbewährten Strategie eines leistungsstarken Jahres-Flaggschiffs zurückkehrte.

OxygenOS entstand aus einem Streit heraus

Trotz Unterstützung seitens Oppo rühmte sich OnePlus als Startup durchgestartet zu haben. Für ein solches, das nur über begrenzte Ressourcen verfügt, war die Implementierung einer eigenen Android-Software eine zu große Hürde, wofür stattdessen das damals noch auf dem aufstrebenden Ast befindliche Cyanogen OS der gleichnamigen Incorporation herangezogen wurde. Die Partnerschaft beider Unternehmen hielt jedoch nur wenige Jahre an.


Nach einem Streit Ende 2014 beschloss OnePlus eine eigene Software zu bauen, die 2015 im OnePlus 2 debütierte. Seit dem laufen OnePlus-Smartphones nicht mehr mit dem Cyanogen OS sondern dem selbstentwickelten OxygenOS, das ebenso Stock-Android ähnelt, aber über zusätzliche Features verfügt.

OnePlus: Schneller, besser – teurer?

Die anfängliche Strategie basierte darauf, die Konkurrenz gnadenlos im Preis zu unterbieten und dennoch respektable Hardware in petto zu haben. So verfährt OnePlus zwar weiterhin, jedoch wurden die „Flaggschiff-Killer“ im Laufe der Zeit immer teurer, unterboten aber stets noch die etablierte Konkurrenz. Laut OnePlus ist das den gestiegenen Anforderungen des Marktes geschuldet. Um überhaupt derartig niedrige Preise zu erreichen, muss OnePlus die gesamte Produktionsstrecke konservativ durchplanen, den Vertrieb hauptsächlich über den eigenen Onlineshop regeln und auf einige Features verzichten, die die Konkurrenz bietet – dazu zählt etwa Wasserfestigkeit, die laut Pete Lau ohnehin nur von wenigen Kunden erwünscht ist.

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