Das 2005 gegründete Unternehmen Soundmagic konnte mit dem Modell E10 einen Überraschungs-Hit landen. Der E80 ist deutlich teurer und zeigt fabelhafte Klangqualitäten.

Verarbeitung

Recht kompakte Metallgehäuse werden von einem außergewöhnlichen Kabel versorgt: Es ist nicht mit dem typischen weichen Gummi ummantelt, das man in Varianten bei den anderen Kandidaten vorfindet. Soundmagic setzt auf ein glattes, glänzendes und vor allem etwas starreres Material. Optisch wirkt das bei der uns vorliegenden roten Version zwar nicht besonders wertig, aber es hilft ein wenig gegen lästiges Verheddern. Die Fernbedienung mit integriertem Mikro kann in der Ausstattungsvariante „C“ dank einem automatisch umschaltenden Chip sowohl iOS als auch Android-Geräte ansteuern. Der Druckpunkt der Fernbedienung ist ein wenig zu fest, das macht Beyerdynamic besser.

Eine Besonderheit sind die beigelegten „Comply Foam Tips“. Diese Ohrstücke sind aus einem anpassungsfähigen Memory-Schaum, den man von Gehörschutzstöpseln kennt. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber sie sorgen für maximale Isolation und geben der Musik so die beste Bühne. Außerdem ist der Sitz im Ohr bombenfest. Solche Aufsätze gibt es auch einzeln zu kaufen und sind auf jeden Fall einen Versuch wert.

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Klang

Es gibt einen interessanten Effekt, der beim Test von Audio-Gadgets auftreten kann: Der Drang, noch weiter aufzudrehen. Wenn die Bassline groovt, die Gesangsstimme Gänsehaut verursacht und die Streicher den Himmel über dem Hörer öffnen. Beim Soundmagic gibt es diese Momente immer wieder, sein natürliches Klangbild setzte sich souverän an die Spitze des Testfelds. Wie alle In-Ears in diesem Test verzichtet auch der E80C nicht auf eine leichte Bass- und Höhenbetonung, allerdings hält er sich soweit zurück, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Der E80C meistert die Basslines von Mr. G, die Drums von Timbaland, die Gitarren von Metallica. Hans Zimmers Soundtrack zu „The Dark Knight Rises“ ist ausgeleuchtet bis in die Details. Wo andere effektvoll mit Bass- und Höhentuning versuchen, den Hörer zu umgarnen, bleibt der E80C geradezu langweilig – dieser Ersteindruck weicht aber schnell der Einsicht: In Sachen Räumlichkeit, Transparenz und Spielfreude liegt der Soundmagic ganz weit vorne. Der Sound der unscheinbar kompakten In-Ears gefiel uns sogar nach vielen Stunden Hören zunehmend besser – vielleicht ist da, wie der Name andeutet, auch etwas Magie im Spiel. Einzig dem Bass könnte man vorwerfen, er sei zuweilen ein wenig zu kontrolliert und dürfte eine Spur mehr Wärme vertragen.

Fazit: Der Allrounder

Keiner hält die klangliche Balance aus Neutralität und Spaß besser und keiner ist souveräner im Umgang mit unterschiedlichsten Musikrichtungen. Der Soundmagic ist unser Testsieger, weil wir ihn nach einiger Eingewöhnung kaum noch ablegen wollten.

Einzelwertung für den Soundmagic E80C

  • Klang: 85 Prozent
  • Tragekomfort: 70 Prozent
  • Hardware, Design & Funktionen: 75 Prozent

Gesamt: 79 Prozent, Testsieger
Der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote.

SoundMAGIC-E80C-Badge

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