Deinterlace: Was ist das?

Martin Maciej

Beim Codieren von Videos findet sich häufig die Option „Deinterlace“. Unter anderem listet der VLC Media Player das Deinterlacing in den Einstellungen auf. Doch was ist Deinterlace und was passiert, wenn man dieses aktiviert?

Deinterlace: Was ist das?

Ein Großteil des Bildermaterials besteht aus Halbbildern, welches zeitversetzt auf dem Bildschirm abgebildet wird. Jedes Halbbild enthält nur jede zweite Bildzeile. Hierunter versteht man auch das Zeilensprungverfahren.

 

Werden diese Halbbilder aufgenommen und auf dem PC-Monitor wiedergegeben, kann dies zu unschönen, kammähnlichen Abbildungen führen. Hierbei handelt es sich vor allem um horizontale Streifen bei bewegten Bildern im Video. Diese sind auch als „Interlacing“ bekannt.

Das Deinterlacing wird vor allem bei der Umwandlung von Videos für folgende Einsatzfälle genutzt:

  • Wiedergabe per Beamer und Projektor
  • Wiedergabe auf PC-Bildschirm
  • Größenänderung des Videomaterials
  • Umwandlung in PAL-Format.

vlc-deinterlace

Was versteht man unter dem „Deinterlacing“?

  • Beim Deinterlacing werden die Halbbilder so verarbeitet, dass daraus ein flüssiges Vollbild erscheint.
  • Das Aktivieren des Deinterlacings eignet sich vor allem bei einer Kodierung mit niedrigen Bitraten.
  • Bei rasanten Szenen werden so weniger Artefakte auf dem Bildschirm sichtbar.
  • Aktiviert ihr das Deinterlacing bei VirtualDub, wird jedes zweite Halbbild aus der Bilddatei entfernt.
  • Die fehlenden Bildstellen werden durch Interpolation wieder eingefügt.
  • Hierdurch gibt es weniger Artefakte im Bild zu sehen, allerdings muss auch mit einer schlechteren Qualität und niedrigeren Bildfrequenz vorlieb genommen werden

Deinterlace bei VLC Media Player und Co.

Für das Deinterlacing stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Der Einsatz des jeweiligen Verfahrens ist abhängig von der Bildquelle sowie der Rechenleistung. Bei schnellen Bewegungsfolgen eignet sich z. B. der Bob-Interlacer, um eine höhere Bewegungsauflösung zu erreichen. Bei Bildmaterial mit vielen Standsequenzen eignet sich das Motion-Adaptive- oder Motion-Compensation-Deinterlacing. Hierbei werden Bewegungsdetails nur wenig behandelt, dafür Kammeffekte zusätzlich entfernt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann z. B. im VLC Media Player „Yadif“ als Deinterlacing-Verfahren wählen. Hierbei werden die einzelnen Methoden Bobbing, Blending, Combing. Motion-Adaptive-Deinterlacing etwa gleichmäßig berücksichtigt.

vlc-deinterlacing
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