“Obwohl einige mit der Leistungssteigerung der iPhone-Hardware glücklich werden dürften, ist das größte Verkaufsargument für das neue Gerät in Wirklichkeit ein Software-Feature namens Assistant.” So behauptet es jetzt das amerikanische Webportal 9to5mac, und erklärt, was es ist.
Das kann der Assistent
Wie der Name schon sagt, steckt hinter der Funktion ein Assistent, eine Art Sekretärs-Funktion. Sie basiert auf der Spracherkennung. “Sende eine SMS an Ben, dass ich mich im Büro verspäte.” Eine Befehl an das iPhone, und das Gerät erledigt das. Desweiteren soll der Anwender auf diese Art Termine anlegen können oder die Navigation starten.
Ein sehr interessantes Beispiel von 9to5mac: “Erinnere mich daran, Milch zu kaufen, wenn ich einkaufen gehe.” Sollte das funktionieren, ist es ein Zeichen, dass Assistant die Software- und Hardware-Möglichkeiten des neuen iPhones sauber miteinander kombiniert. Neben Spracherkennung sind in dem Beispiel die Reminder-App des kommenden Betriebssystems iOS 5 und die Ortungsfunktion inklusive Kenntnis über die Orte im Spiel.
Damit der Nutzer bei Abarbeitung seiner Einkaufsliste kein Boot statt einem Brot kauft oder einen Termin “mit Nadine paaren” statt “fahren” im Kalender hat, fragt das iPhone nach: Stimmen die Angaben, bestätigt der Besitzer sie mit “ja”. Eine Interaktion finde wie mit einem menschlichen Wesen statt. Mündlich, aber auch schriftlich. Dafür gibt es eine Art Chatfester für Assistant.
Der Telefon-Sekretär wird erweitert durch eine Nuance Speech-to-Text-Integration, mit der ein Text diktiert werden kann. Und dank WolframAlpha wird das iPhone noch intelligenter und kann mündlich Rechenaufgaben lösen.
Sprachsteuerung auf iPhone 4 und 3GS
In Ansätzen ist Sprachsteuerung das schon so mit den aktuellen iPhone-Modellen möglich, nämlich für die iPod-App oder die Telefonie. Wird die Sprachsteuerung gestartet (zum Beispiel durch langen Druck auf den Headset-Button), kann der Nutzer sagen: “Wähle Nadine”. Das iPhone fragt bei mehreren eingespeicherten Nummern zurück: “Mobil oder privat?” – “Mobil”, antwortet der Nutzer, und das iPhone wählt. Die Erkennung funktioniert recht gut, solange das iPhone-Headset eine vernünftige Unterdrückung der Umgebungsgeräusche hat.
Warum kommt Assistant nicht mit iOS 5 auf alle iPhones, sondern nur auf das neue Modell? Will Apple damit künstlich Anreize schaffen, sich das iPhone 5 (oder iPhone 4S oder wie es heißen wird) zu kaufen?
Ganz so soll es dann doch nicht sein. Angeblich benötige der Assistant mehr Hardwareleistung, allen voran einen größeren Arbeitsspeicher. 1 Gigabyte RAM soll deshalb das neue Smartphone mitbringen.
Ob 9to5mac richtig informiert ist, wird sich noch zeigen müssen. Das Apple an der Spracherkennung großes Interesse hat, ist gewiss: Das Unternehmen hat deshalb Spezialist Nuance an Boot geholt und im vergangenen Jahr noch Siri, einen Anbieter von Spracherkennungs-Suchsoftware, übernommen.
Klingt gut – hoffentlich ist Assistant es auch
Aufgrund dieser technischen Vorläufe wird Assistant also nicht die ganz große Überraschung (sofern es überhaupt stimmt, dass er mit dem neuen iPhone kommt), könnte aber tatsächlich eine Innovation für Smartphones darstellen.
Die Möglichkeiten des integrierten Assistenten klingen in der Tat verlockend, vor allem während des Autofahrens, Einkaufens oder wenn einfach die Hände schmutzig sind. Wer schon von der “normalen” Spracherkennung angetan war, könnte von der neuen Technologie begeistert sein.
Die Voraussetzung, dass Assistant das Verkaufsargument, also das Super-Feature des neuen iPhone wird: Assistant muss sehr, sehr gut und fehlerfrei funktionieren. Sonst macht es keinen Spaß. Ich hoffe, Apple will uns bald überzeugen.
Und was ist mit einer Smart Cover-Funktion für das iPhone?
