Facebook-Profile durchschnüffeln „like a boss“ mit Stalkscan

Stefan Bubeck

Wer hat welche Videos geliket und welche Fotos kommentiert? Für Hobby-Stalker gibt es ein neues Tool namens Stalkscan. Die Facebook-Profile anderer Menschen unter die Lupe zu nehmen ist nun dank grafischer Bedienoberfläche kinderleicht. Eine gigantische Sicherheitskatastrophe? Wir haben es ausprobiert.

Facebook-Profile durchschnüffeln „like a boss“ mit Stalkscan
Bildquelle: Pixabay (Collage)

Es ist kleiner Hype ausgebrochen: Stalkscan ist eines dieser IT-Themen, die es problemlos in die Berichterstattung der großen Tageszeitungen schaffen. Am gestrigen Donnerstag war der Ansturm dann so groß, dass die Server zeitweise unter der Last zusammengebrochen sind. Muss man Stalkscan mal gesehen haben? Ja. Ist es ein revolutionäres Tool, das versteckte Inhalte zeigt? Nein.

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Stalkscan zeigt, was Facebook weiß

Wer sich ein wenig mit der Facebook-Suche auskennt, hat es schon ausprobiert: Suchbegriffe lassen sich mit weiteren Parametern verknüpfen, sodass interessante Ergebnisse zu Tage treten. Beispiele sind „people who live nearby“ (Leute, die in meiner Nähe wohnen) oder „my single friends“ (zeigt alle Freunde an, die den Beziehungsstatus „Single“ angegeben haben). Facebook hatte diese semantische Suchmaschine bereits 2013 vorgestellt, der Name lautete „Graph Search“. Deren zum Teil unheimliche Funktionen werden längst nicht mehr beworben, aber sie sind weiterhin im Hintergrund aktiv und abrufbar. Der Belgier Inti De Ceukelaire – er bezeichnet sich selbst als „ethischen Hacker“ – hat nun eine Webseite gebastelt, die den Zugriff auf diese Funktionen so einfach wie möglich macht.

So funktioniert’s: Öffnet die Seite Stalkscan und gebt oben im Suchfeld eine Profil-URL ein. Das kann eure eigene sein, die eines Freundes oder sogar einer beliebigen Person mit Facebook Account. Wichtig ist, dass ihr im verwendeten Browser bei Facebook eingeloggt seid. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und haben es mit der Profil-URL von Facebook-Günder Mark Zuckerberg ausprobiert („https://www.facebook.com/zuck“) und auf das Lupensymbol geklickt. Etwas weiter unten stehen zahlreiche Buttons zur Verfügung, die euch die Suche nach bestimmten personenbezogenen Informationen leicht machen – vorausgesetzt, diese sind entsprechend der Einstellungen überhaupt zugänglich.

Am interessantesten ist die mittlere Spalte, in der die Punkte „Pictures“ und „Videos“ zu finden sind. Ein einziger Klick und es öffnet sich ein neuer Tab. Geladen wird Facebook und das entsprechende Suchergebnis, beispielsweise welche Videos Mark Zuckerberg mit „Gefällt mir“ markiert hat („Videos liked by Mark Zuckerberg“). Oder welche Veranstaltungen er besucht hat („Events that were attended by Mark Zuckerberg“) oder besuchen wird. Mit den Filtern auf der linken Seite lässt sich die Suche eingrenzen. Beispiel: Verheirate Männer, die mit Zuckerberg auf der „Schule“ (hier: Harvard University) waren. Sehr interessant – oder eben auch nicht.

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Fazit: Stalkscan ist nützlich, auch für’s eigene Facebook-Profil

Stalkscan hat sich beim Ausprobieren als nützlich erwiesen: Es ist tatsächlich sehr einfach, sich „einen Überblick“ über andere Personen zu verschaffen – stalken per Mausklick, sozusagen. Das Tool stößt allerdings auch an Grenzen: Wenn beispielsweise eine Freundesliste vom Accountbesitzer verborgen wurde, dann kann auch Stalkscan nichts anzeigen.

Was uns fast noch einen Ticken besser gefallen hat als moralisch fragwürdiges Stalking, ist die Verwendung von Stalkscan als „Aufräumhilfe“. Wenn ihr eure eigene Profil-URL eingebt und euch selbst unter die Lupe nehmt, dann könnten Dinge zu Tage treten, die ihr vielleicht längst vergessen habt. Fotos, auf denen ihr fünf Jahren markiert wurdet oder Kommentare, die ihr unter Videos hinterlassen habt. Manches davon wollt ihr heute vielleicht am liebsten löschen – die Suche mit Stalkscan ist ein erster Schritt, um diese Inhalte schell und einfach zu finden.

Quellen: Stalkscan, Motherboard

Weitere Themen: Sicherheit, Facebook Lite, Facebook

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