Musik-Streaming-Dienste im Überblick: Spotify, Deezer, Napster und Co.
Spotify scheint sich öffentlich als der coolste Musik-Streaming-Dienst durchzusetzen. Aber warum eigentlich? Simfy und Napster boten nahezu dieselbe Funktionalität bereits vor Jahren, und mit u.a. rara, Rdio und Wimp starteten zuletzt weitere Alternativen in Deutschland. Wir wollen die gängigen Musikdienste in den nächsten Wochen eingehend testen – und beginnen mit einem Überblick.
Bei unserer Übersicht und beim Vergleichstest werden wir uns auf diejenigen Dienste konzentrieren, die in Deutschland verfügbar sind und eine echte Alternative zur herkömmlichen Plattensammlung bieten – die das gezielte, direkte Abspielen on demand ermöglichen. Angebote wie Last.fm oder Aupeo bleiben also außen vor, da man hier nicht Songs auf Wunsch direkt anwählen kann; und auch Grooveshark, das mit einer deutschen IP-Adresse nicht mehr erreichbar ist, fällt raus. Rhapsody ist zwar mit dem Napster-Kauf im deutschen Markt vertreten, der ursprüngliche Dienst ist allerdings nur in den USA verfügbar, genau wie Pandora.
Dabei bleiben immer noch 9 Streaming-Anbieter übrig, die mit einer Flatrate auf nahezu jeden beliebigen Song Zugriff bieten, am heimischen Rechner oder unterwegs mit mobilen Devices. Hier im Überblick:
| Musikdienst | Titelzahl | Probeabo | Mobile Apps | Kostenlose Version | Preis/Monat | Besonderheiten |
| Deezer | 18 Millionen | 15 Tage | iOS, Android, Windows Phone, Blackberry, Nokia etc. | 30 Sekunden in jeden Song hineinhören | 4,99 € / 9,99 € | Zugriff im Browser, Radio-Funktion |
| Juke | 15 Millionen | 14 Tage | iOS, Android | 30 Sekunden/Song | 9,99 € | Im Browser, kompatibel zu Airplay/Sonos |
| Napster | 15 Millionen | 7 Tage | iOS, Android | - | 7,95 € / 9,95 € | Desktop-Client, kompatibel u.a. mit Sonos, Loewe TV, Logitech, Samsung |
| Qriocity (Sony) | 10 Millionen | 30 Tage | Android | 30 Sekunden/Song | 3,99 € / 9,99 € | Neben dem Browser-Zugang gibt es Zugriff von Playstation, PSP und Vita |
| rara | 10 Millionen | drei Monate für je 0,99/1,99€ | Android | - | 4,99 € / 9,99 € | Browser-Zugang, keine Offline-Funktion am PC |
| Rdio | 15 Millionen | 7 Tage | iOS, Android, Windows Phone, Blackberry | - | 4,99 € / 9,99 € | Per Browser oder Desktop-Client (PC, Mac), kompatibel mit Sonos, Roku, Airplay |
| Simfy | 18 Millionen | 30 Tage | iOS, Android, Blackberry | 20 Stunden für 2 Monate, dann 30 Sek./Song | 4,99 €/ 9,99 € | Per Browser oder Desktop-Client (PC, Mac) |
| Spotify | 15 Millionen | 30 Tage | iOS, Android, Windows Phone, Blackberry, Palm, Symbian | 6 Monate unbegrenzt (mit Werbung), danach 2,5 Stunden/Woche | 4,99 €/ 9,99 € | Desktop-Software, Erweiterung mit Apps, Web-Button |
| Wimp | 16 Millionen | 30 Tage | iOS, Android, Windows Phone 7, Symbian, Meego | - | 4,99 €/ 9,99 € | Desktop-Client, Redaktionelle Betreuung, kompatibel mit Sonos, Squeezebox |
Vom Prinzip her arbeiten alle diese Anbieter gleich: Man zahlt eine monatliche Gebühr, um auf die gesamte Musik-Sammlung im Stream zugreifen zu können. Für Offline-Nutzung können die Titel in Premium-Angeboten auch temporär heruntergeladen werden. Wer sein Abo kündigt, behält keine Songs auf seiner Festplatte.
Auch Preislich nehmen sich die Dienste so gut wie nichts: Wer offline und mit mobilen Devices auf die Musik-Sammlung zugreifen will, muss überall rund 10 Euro pro Monat zahlen, für den werbefreien Online-Zugriff bewegt sich alles um die 5 Euro. Hier macht nur Spotify (und mit Abstrichen Simfy) eine Ausnahme: Es gibt eine kostenlose, werbefinanzierte Version.
Vermutlich wird bei der täglichen Nutzung der Unterschied zwischen 10 und 18 Millionen verfügbaren Songs nicht so sehr ins Gewicht fallen – das werden wir beim Testen untersuchen. Genau wie die Usability, die Oberfläche der Desktop- und Mobil-Angebote, zusätzliche Funktionalitäten (Radio, Erweiterbarkeit mit Apps etc.), die Streaming-Qualität sowie die sozialen Interaktionsmöglichkeiten.
Wenn ihr noch Tipps habt, welche Dienste wir vergessen haben und welche Funktionen/Aspekte euch besonders wichtig bei Musik-Streaming sind, freuen wir uns über Kommentare.
Peer Göbel


