Seit fast einem halben Jahr befinde ich mich auf Reisen. Nachdem die Switch in meinem persönlichen Ranking lange Zeit gleichauf mit der PS4 und später der PS5 stand, wurde Nintendos Hybridkonsole erst beim Unterwegssein zu meinem absoluten Favoriten.

 
Nintendo Switch
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Für einen Gamer gehört das Zocken auch auf langen Reisen dazu

Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich an einem kleinen, aber überraschend bequemen Hotelschreibtisch. Blicke ich aus dem Fenster, erspähe ich die wolkenverhangenen Ausläufer des Himalaya, die sich hinter den bunten Häusern Kathmandus in die Höhe erstrecken.

Seit einigen Tagen befinde ich mich in Nepals Hauptstadt, meiner bereits dritten Reisedestination im vergangenen halben Jahr. Ich wollte mich als „digitaler Nomade“ ausprobieren, da es mir nach Freiheit dürstete. Selbstverständlich ist die Switch für mich als Gamer fester Bestandteil des Reisegepäcks (für das mich echte Trekker auslachen würden).

Klar, ich reise, um viel zu erleben. Insofern kann ich Nichtgamer durchaus verstehen, wenn sie „Zeitverschwendung“ bei dem Gedanken rufen, sich an fremden Orten hinter einem Gamingbildschirm zu verkriechen.

Doch jeder braucht mal eine Auszeit von all den neuen Eindrücken. Insbesondere, wenn man wie ich längere Zeit an einem Ort verbleibt und nebenher arbeitet, ist eine gemütliche Zocker-Pause genau das richtige, um die Batterien für die echten Abenteuer „da draußen“ wieder aufzuladen.

Doch es gibt weitere Gründe, warum sich die Switch in der Ferne zu meiner Lieblingskonsole entwickelte.

Vor allem Weltenbummlern, die sich erst noch eine Switch zulegen möchten, empfehlen wir das brandneue OLED-Modell:

Nintendos neuestes OLED-Modell der Switch mit abgetrennten Joy-Cons
Die neueste Version der Nintendo Switch mit besserem OLED-Display und weiteren Vorteilen. Bildquelle: © Nintendo of Europe

Möge die Nostalgie mit mir sein

Für mich versteht es Nintendo wie kaum ein anderer Entwickler, nostalgische Gefühle zu erwecken. Das mag daran liegen, dass mein Gamer-Leben an meinem fünften Geburtstag mit dem SNES begann. Meine nächsten Konsolen waren diverse Game-Boy-Modelle und das N64; erst später interessierte ich mich auch für PC und PlayStation.

Entsprechend fühle ich mich direkt heimisch, wenn beispielsweise Donkey Kong Country oder Yoshi's Island über den Bildschirm flimmert. Es mag kitschig klingen, aber egal wie einsam oder verloren ich mich an einem fremden Ort fühle – spiele ich ein Nintendo-Spiel meiner Kindheit, spüre ich das tiefe Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und die Liebe meiner Eltern, welche einen Großteil meiner SNES-Spielzeit mit mir verbrachten.

Nicht nur das. Auch die große Abenteuerlust meiner Jugend kann die Switch auf Knopfdruck wiedererwecken. Zum Beispiel begleitete mich die Final-Fantasy-Reihe prägend durch meine Adoleszenz und alle für mich wichtigen Teile kann ich nun jederzeit unterwegs genießen.

Die Switch wird öfter für die vielen Remakes von alten Schinken kritisiert – ich hingegen liebe diesen Aspekt, denn deren neue Mobilität ist für mich ein gewaltiger Mehrwert.

Natürlich schaffen auch neue Nintendo-Exklusivspiele einen wohligen Eskapismus. Das sind derzeit beliebtesten:

Spielen als interkulturelle Verbindung

Auf Malta lebte ich in einem sogenannten Coliving-Haus. Dort wohnen digitale Nomaden, die tagsüber an einem Coworking-Schreibtisch ihrer Arbeit nachgehen, während sie gemeinsam die Freizeit verbringen.

Hier konnte ich auch dank meiner Switch schnell Anschluss finden. Egal von woher jemand kommt – nahezu jeder hat in seinem Leben schon einmal eine Runde Mario Kart gespielt oder zumindest davon gehört. Und hier kommt eine weitere Besonderheit der Switch ins Spiel: die Joy-Cons.

Ich brauche keinen Extra-Controller, der im begrenzten Gepäck zu viel Platz rauben würde. Überall kann ich einen potenziellen Mitspieler einladen, indem ich die Joy-Cons ganz einfach von meiner Switch löse. Meiner Erfahrung nach führt dieses Angebot oft zu funkelnden Augen, unabhängig von der Nationalität meines Gegenübers.

Schnell organisierte ich im Coliving-Haus ein Mario-Kart-Turnier, was trotz des begrenzten Bildschirms und der auf Dauer zu kleinen Joy-Cons für viel internationales Gelächter sorgte.

Ich kam mir vor, wie in diesem frühen Promotion-Video von Nintendo:

Nintendo Switch - Ankündigungsvideo

Mangel an mobilen Alternativen

Selbstverständlich hat Nintendo einen Vorteil bei der ganzen Angelegenheit: den Mangel an mobilen Alternativen (zumindest solange Steam Deck noch nicht veröffentlicht wurde).

Klar, PC-Spieler mit einem leistungsstarken Laptop haben ihre Spielplattform immer dabei. Insofern genießen sie einen klaren Vorteil, solange ihre Spiele nicht auf eine Internetverbindung angewiesen sind.

Doch für mich ist der Laptop ein Gerät zum Arbeiten geworden, weshalb ich mich schon länger vom PC-Gaming verabschiedet habe. Mich mit meiner Switch in eine gemütliche Ecke zu hauen, gehört mittlerweile zu meinem wohligen Gaming-Gefühl dazu.

Das mag ein hoher Anspruch unter meinen Umständen sein, aber einer, für den ich mein Gepäck gerne mit einem zusätzlichen Gerät fülle.

Auch Google Stadia und (hätte ich einen Windows-Laptop) PlayStation Now sind zwei hervorragende Möglichkeiten, auf einem anderen Gerät zu spielen, ohne eine Konsole mitschleppen zu müssen. Doch sie halten dem Praxistest nicht stand, denn als Reisender kann ich mich nicht auf eine stabile Internetverbindung verlassen. Vor allem in Hotels ist Cloud-Gaming ein Ding der Unmöglichkeit.

Steam Deck könnte eine echte Mobile-Konkurrenz für Nintendo werden:

Steam Deck und großes Comeback – GIGA Headlines Abonniere uns
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Aus all diesen Gründen wurde die Switch zu meiner Lieblingskonsole, die ich überall mit hinnehme. Und trotz all der Möglichkeiten, die mich hier in Nepal erwarten, kann ich die Veröffentlichung der angekündigten N64-Spiele für die Switch kaum erwarten!