Mit Jewel of the North bekommt das auf Dungeons & Dragons basierende MMO Neverwinter eine neue große Erweiterung. Für Veteranen gibt es eine neue Klasse, doch das Update richtet sich stark an neue Spieler.

 

Neverwinter

Facts 
Neverwinter

Bereits seit 2013 erleben Fans von Dungeons & Dragons die Abenteuer der Vergessenen Reiche im Action-MMO Neverwinter. Am 27. Juli 2021 erscheint mit Jewel of the North die nächste große Content-Erweiterung und führt den Barden als neue Klasse ein. Da ein MMO mit den Jahren einen großen Berg an Inhalten anhäuft, der für neue Spieler und Wiederkehrer abschreckend wirken kann, hat Entwickler Cryptic Studios die Levelphase stark überarbeitet und bietet Neulingen mehr Hilfen, sich zurechtzufinden.

Neverwinter: Jewel of the North | Features-Trailer

Neverwinter will neue Spieler mehr anleiten

In einem acht Jahre alten MMO gibt es viel zu sehen und zu tun. Es gibt allein über ein Dutzend Rassen und neun Klassen, die auf ein eher actionreiches Kampfsystem ausgelegt sind, also ausnahmsweise vom „Pen & Paper“-Vorbild abweichen. Das Maximal-Level ist 80 und auf dem Weg dorthin lernen Spieler, während sie sich durch die typischen Abenteuer-Module arbeiten, die unterschiedlichen Mechaniken des Spiels.

Das ist für neue Spieler alles etwas viel, weswegen Cryptic Games das Leveln mit der neuen Erweiterung deutlich strafft. Das neue Maximal-Level ist dann 20, welches ihr schon in zehn bis zwölf Stunden erreichen könnt. Dadurch können Neulinge und Wiederkehrer die Endgame-Inhalte wesentlich schneller erreichen und Veteranen brauchen weniger Zeit, um Twinks hochzuziehen.

Das neue Abenteuer-Feature führt Spieler durch die Hauptquests und leitet Neulinge durch die Zonen. Dank eines überarbeiteten Nachrichtensystems sollen Spieler schneller erkennen, wo ihr Weg sie als Nächstes hinführt. Häufig wird das die Abenteurergilde sein. Dort finden sich nicht nur die wichtigsten NPCs, sondern auch der Ausbildungsraum.

Im Ausbildungsraum könnt ihr diverse Spielmechaniken üben und eure Fähigkeiten testen. (Bild: Perfect World)

In diesem Raum bekommen neue Spieler die Spielmechaniken detailliert beigebracht. Dazu zählen grundlegende Dinge wie das Ausweichen oder zu erkennen, ob ihr von eurer aktuellen Position aus einen Schwachpunkt beim Gegner trefft, aber auch die Anwendung von Fähigkeiten und Zaubern. Im Ausbildungsraum gibt es keine Abklingzeiten oder eine Begrenzung durch Aktionspunkte und ihr könnt euch ohne Einschränkungen mit allen Fähigkeiten eures Charakters vertraut machen und in Ruhe üben, bis ihr euch am Spiel versucht.

Mit der Erweiterung gibt es neben der Straffung der Levelphase also viele Komfort-Funktionen, die neuen Spielern den Einstieg erleichtern sollen.

„Sing für mich, Barde!“

Basierend auf der 5. Edition des „Dungeons & Dragons“-Regelwerks gibt es mit dem Barden eine neue Klasse in Neverwinter. Neben einer schnellen und tödlichen Klinge ist der Barde natürlich auch mit einer Laute ausgestattet, mit der er mächtige Musikstücke spielen kann, die entweder Verbündeten helfen oder Feinden schaden.

Wie alle Klassen hat auch der Barde zwei Ausrichtungen (Vorbildpfade). Als Liedklinge spielt ihr einen schnellen Nahkämpfer, der ordentlich Schaden austeilt und mit seinen Liedern die Kampffähigkeiten verstärkt. Dieser Vorbildpfad spielt sich sehr agil und ihr besitzt Fähigkeiten, die auch mehrere Gegner treffen. Neben dem Schaden durch die Klinge könnt ihr auch Magieschaden verursachen.

Wenn ihr einen Minstrel spielt, folgt ihr dem Pfad der Heilung. Durch inspirierende Lieder unterstützt ihr Verbündete aus der Distanz. Ihr seid jedoch nicht wehrlos, denn eure Musik kann auch physischen Schaden verursachen und Illusionen erschaffen.

Neverwinter: Der Barde | Offizieller Enthüllungstrailer

„Spiel mir das Lied vom Tod – Wonderwall geht aber auch.“

Eine der wichtigsten Fähigkeiten des Barden ist der Darbietungsmodus, in den ihr durch Tastendruck wechselt und die Laute zückt. Nur in diesem Modus könnt ihr eure Lieder spielen. Durch das Drücken von Tastenkombinationen (Nummern-Tasten) könnt ihr die verschiedenen Lieder anstimmen, die je nach Vorbildpfad Schaden verursachen oder Verbündete heilen. Dieser Modus funktioniert nur im Kampf.

Ihr könnt jedoch auch in den freien Darbietungsmodus gehen und dann frei auf der Laute Spielern. Die acht Basistöne zupft ihr über die Nummern-Tasten und über die Pfeiltasten wechselt ihr die Oktave oder spielt Halbtöne. Wer ein wenig Ahnung von Musik hat oder sich diese für Neverwinter aneignen möchte, kann also kreativ werden und eigene Lieder spielen oder welche covern. Ihr könnt die ersten Neverwinter-Versionen von „Wonderwall“ und „Smoke on the Water“ also ab dem 27. Juli erwarten.

Im Darbietungsmodus könnt ihr kräftig in die Saiten hauen. (Bild: Perfect World)

Mein persönliches Fazit

Unter den Augen von Neverwinters Lead Designer Randy Mosiondz durfte ich sowohl den Spielanfang samt neuem Tutorial und Abenteuergilde sowie einen Barden auf Level 20 anspielen. Als drachengeborener Barbar schlug ich mir mit einem großen Breitschwert den Weg durch die Anfangsphase des Spiels frei und lernte die grundlegende Steuerung, die ersten Fähigkeiten und ein wenig das Inventar und Charaktermenü kennen. Eine leuchtende Linie zeigte mir immer den Weg zum Ziel, auch wenn ich mich in dem schlauchartigen Startgebiet nur schwer hätte verlaufen können.

Nach meinem ersten Mini-Boss erreichte ich dann die Protector's Enclave, eines der Viertel der Stadt Neverwinter. Dort kam ich auch schnell zur Abenteurergilde, wo ich mein erstes Reittier bekam und auch den Ausbildungsraum testen konnte. Der Raum ist für Neulinge ein wirklich gelungenes Feature, denn in kleinen Tutorials wurden mir hier nochmal die Spielmechaniken erklärt und in kleinen Übungen konnte ich sie auch testen. Einfach frei an Attrappen alles auszuprobieren und über die Tutorials alles Neue erklärt zu bekommen, ist für Anfänger genau das Richtige.

In der Abenteurergilde finden neue Spieler alle wichtigen NPCs und den Ausbildungsraum. (Bild: Perfect World)

Den letzten Barden habe ich 2003 in Ragnarok Online gespielt. Das soll nicht heißen, dass es diese Klasse nicht auch in anderen MMOs danach gab, doch unterm Strich sind die draufgängerischen Musiker eher unterrepräsentiert. In meiner Anspiel-Session konnte ich die Liedklinge ausprobieren und der schnelle Spielstil hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Sich schnell um die Gegner zu bewegen, mit einer Rolle an den Gegner ran zu kommen, einen Angriff mit dem Rapier und dann wieder weg, ging mir flüssig von der Hand. Der Einsatz des Darbietungsmodus klappte ebenfalls gut, die Tastenkombinationen sind nicht zu komplex, aber da mehrere zur Verfügung stehen und mit den anderen Fähigkeiten in Einklang gebracht werden müssen, ist die Mechanik angenehm fordernd.

Im freien Darbietungsmodus hab ich allerdings komplett versagt, das lag aber nicht an Neverwinter, sondern am Mangel musikalischer Fähigkeiten. Ich bin mir sicher, es wird weitaus talentiertere Spieler geben, die die Community in Zukunft mir der Laute unterhalten werden.

Lohnt sich Jewel of the North? Falls ihr schon immer mit Neverwinter anfangen wolltet, ist mit dieser Erweiterung der richtige Zeitpunkt gekommen. Cryptic Studios legt viel Wert darauf, neue Spieler abzuholen und sie mit genug Hilfsmitteln auszustatten, sich in den vielen Inhalten zurecht zu finden. Erfahrene Spieler bekommen nach fünf Jahren endlich eine neue Klasse, die sie meistern können.

Neverwinter ist optisch schon ein bisschen in die Jahre gekommen und ist anders als andere MMOs durch Ladezeiten in kleinere Gebiete unterteilt. Durch das Free2Play-Modell gibt es natürlich einen Ingame-Shop, wo ihr für Geld nicht nur kosmetische Gegenstände, sondern auch Möglichkeiten, den Spielfortschritt zu beschleunigen, kaufen könnt. Grundsätzlich lässt sich aber auch alles erspielen.

Neverwinter: Jewel of the North erscheint voraussichtlich am 27. Juli 2021 für den PC. Ein Release für die PS4 und Xbox One ist im Herbst 2021 geplant.

Quiz: Wie gut kennt ihr Assassin's Creed? Stellt euer Wissen auf die Probe!

Du willst keine News rund um Technik, Games und Popkultur mehr verpassen? Keine aktuellen Tests und Guides? Dann folge uns auf Facebook (GIGA Tech, GIGA Games) oder Twitter (GIGA Tech, GIGA Games).