Neuer Mac Pro: Warum braucht Apple so lange?

Florian Matthey 10

Einige Pro-User haben darauf gehofft, dass Apple noch in diesem Jahr den neuen Mac Pro veröffentlichen wird. Leider werden sie sich noch bis 2019 gedulden müssen. Da stellt sich die Frage: Wie kann es sein, dass Apple so lange braucht?

Neuer Mac Pro: Apple lässt Profi-Benutzer jahrelang warten

Letztes Jahr gab es für professionelle und sonstige anspruchsvolle Apple-Kunden endlich gute Nachrichten: Das Unternehmen arbeitet wieder an Profi-Rechnern. Für das Jahr 2018 kündigte Apple jedoch „nur“ den iMac Pro an, ein komplett neuer Mac Pro werde allerdings „nicht in diesem Jahr“ – also nicht 2017 – erscheinen. Viele erwarteten den Rechner daher sehnsüchtig für das Jahr 2018, wobei sich schon 2017 abzeichnete, dass es noch länger dauern würde.

Letzte Woche folgte dann die enttäuschende Ankündigung aus Cupertino: Tatsächlich werde der neue Mac Pro erst 2019 erscheinen. Allerdings ist unklar, warum es so lange dauern wird: Eigentlich müsste das Design eines modularen Rechners, womöglich in einem herkömmlichen Tower-Gehäuse wie frühere Modelle des Mac Pro, ja einfacher sein als bei einem so kompakten Rechner wie einem MacBook oder auch einem iMac.

Neuer Mac Pro: Hat Apple vergessen, wie man Profi-Rechner baut?

Adrian Kingsley-Hughes von ZDNet versucht, dieser Frage nachzugehen – und nennt einige interessante Hypothesen. Die Tatsache, dass Apple selbst bei seinem Medien-Event in der letzten Woche ziemlich schwammig über den neuen Mac Pro sprach, lässt fast vermuten, dass Apple vergessen hat, wie man Pro-Hardware baut und sich dies erst einmal wieder beibringen müsse. Da ist zum Beispiel die Aussage, dass man die Pro-Benutzer und ihre Ansprüche erst einmal besser verstehen und „alles ganzheitlich betrachten“ wolle.

Vielleicht gibt es aber auch andere Gründe: Möglicherweise hatte Apple auch gehofft, dass die Pro-Benutzer mit dem iMac Pro so zufrieden sein würden, dass ein Mac Pro dann doch gar nicht mehr nötig sei. Oder Apple wollte zumindest absichtlich einen großen Abstand zwischen der Veröffentlichung von iMac Pro und neuem Mac Pro haben, damit sich die Rechner nicht „kannibalisieren“, also gegenseitig Verkaufszahlen wegnehmen.

Eine andere Möglichkeit sei, dass der Mac Pro einfach keine große Priorität habe und Apple ihn mehr als „Hobby“ betrachte. Oder – das andere Extrem – Apple plane etwas derart Bahnbrechendes, dass das Projekt auch dann lange brauchen wird, wenn das Unternehmen viel Energie für die Entwicklung aufbringt. Allerdings stellt sich die Frage, was an einer „Workstation“ sonderlich bahnbrechend sein kann.

Muss sich Apple einfach auf seine früheren Werte besinnen? Wie Profi-Rechner von Apple in den letzten Jahren und Jahrzehntem aussahen, zeigt unsere Bilderstrecke.

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Mac Pro 2019 und seine Vorgänger: Apples interessante Ahnengalerie der Profi-Macs

Neuer Mac Pro: Vielleicht der erste Mac für die Prozessor-Revolution?

Das Bahnbrechende könnte daher auch im Inneren des Rechners zu finden sein: Vielleicht soll der Mac Pro auch der erste Mac werden, der nicht mehr auf Intel-Chips, sondern einen Apple-eigenen Chip setzt. Eigentlich soll Apple den „Switch“ von Intels x86-Architektur hin zu eigenen Chips auf ARM-Basis vor allem wegen dem geringen Stromverbrauch der eigenen Apple-A-Chips planen, was sich eher für MacBooks als für einen Mac Pro anbietet.

Gut möglich aber, dass Apple hinter verschlossenen Türen auch an wirklich leistungsfähigen Chips mit einer ARM-Architektur arbeitet – und der neue Mac Pro dann 2019 demonstrieren soll, wie überlegen die Apple-eigenen Chips sind, bevor 2020 dann der Wechsel bei allen Macs erfolgen wird. Wahrscheinlicher ist wohl ein weiterer Mac Pro mit Intel-Xeon-Chips. Wenn Apple aber wirklich für Aufsehen sorgen möchte, dann wäre ein ARM-Mac-Pro eher dafür geeignet.

Quelle: ZDNet

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