11 Computer-Symbole mit interessanten Ursprungsgeschichten

Flavio Trillo 17

Wir sehen sie täglich, an Computern und auf Smartphone-Displays — aber wissen wir auch, wo sie herkommen? In den meisten Fällen lautet die Antwort wohl: Nein. Hinter diesen 11 Symbolen stecken interessante Geschichten.

Wusstet ihr, was es mit dem Nachfolger der Apple-Taste auf sich hat? Wie das @-Symbol zustande kam und warum zwei senkrechte, parallele Striche für „Pause“ stehen? Nein, ich auch nicht.

Standby/Power

Es kommt uns ganz natürlich vor, aber wenn man mal drüber nachdenkt, warum eigentlich ein Kreis mit einem Strich darin das Symbol für „ein und aus“ sein soll — eindeutig ist es zumindest nicht. Laut den Kollegen von Wired hat irgendwann im Jahr 1973 die internationale Standardkommission IEC festgelegt, dass es für „standby power state“ steht.

Später hieß es nur noch „power“. Das war einfacher. Im Grunde ist es nur die Kombination aus den beiden Zeichen für „ein“ und „aus“: 1 und 0.

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So sehen eure Mac-Schreibtische aus

cmd

Hierzulande kennt man das Zeichen als „Blumenkohl-“, „Propeller-“ oder „Kleeblatttaste“, „cmd“ oder auch „Apfeltaste“. Früher war statt des Schleifenquadrats nämlich ein kleiner Apfel auf dieser Taste zu sehen. Bis Steve Jobs irgendwann angewidert bemerkte, dass man das Apple-Logo missbrauche. Es sei überall zu sehen, auf dem Monitor, auf der Tastatur — also tauschte man auf der Befehlstaste Apfel gegen Blumenkohl. Verantwortlich für die Wahl des neuen Symbols war Susan Kare, die auch für diverse andere Icons verantwortlich war.

Im Unicode-Standard steht das Zeichen übrigens für „Sehenswürdigkeit“. So wird es auch bisweilen als Straßenschild verwendet.

Bluetooth

Bluetooth ist ein allgegenwärtiger Verbindungsstandard zum Datentransfer über kleinere Distanzen. Der Name selbst scheint aber recht wenig mit der Technologie zu tun zu haben — Irrtum. Er geht zurück auf den dänischen König Blauzahn aus dem 10 Jahrhundert. Das heute allseits bekannte Symbol stellt eine Kombination aus zwei Runen dar, welche die Initialen von Harald Blauzahn bilden.

Darüber hinaus war „Blåtand“ dafür bekannt, eine große Rolle in der Befriedung mehrerer kriegerischer Parteien im heutigen Norwegen, Schweden und Dänemark. Ein echter Verbindungs-Experte also. Aber als aufmerksame Leser wusstet ihr das längst, oder?

USB

Das USB-Zeichen sollte eigentlich den Dreizack des Neptun abbilden. Da Drucker, Festplatten und Kameras aber nur sehr selten etwas mit dem Herrn der Weltmeere zu tun haben, entschied man sich für eine leichte Abwandlung. Statt der drei Spitzen wurde ein Kreis, ein Dreieck und ein Quadrat angefügt.

Sie sollen die Vielseitigkeit des Anschlusses für unterschiedlichste Peripheriegeräte symbolisieren.

Play

Seit den ersten Tonbandgeräten bis hin zu YouTube und der Musik-App auf dem iPhone 5s hat sich an diesem Symbol nicht viel geändert. Hier steckt weder ein skandinavischer König noch ein römischer Meeresgott hinter dem Symbol. Es liegt näher, dass der Pfeil die Richtung darstellt, in welche sich das Band beim Abspielen dreht.

Pause

Interessanter wird es beim Pause-Zeichen. Einerseits ähnelt es dem Symbol für „Stop“ (einem simplen Quadrat), aus dem einfach die Mitte herausgestrichen wurde. Andererseits stehen zwei senkrechte, parallele Linien in der Musik für eine Zäsur. Und das ist nichts weiter als eine „Pause“.

Ruhezustand

Der Standby-Modus schien für die Menschheit zu kompliziert. Was ist schon weder an noch aus? Um die Anwender nicht zu überfordern, schuf die IEC daher die Assoziation mit einem ähnlichen, bekannteren Zustand. Der Mond bedeutet auf Tastaturen: „Der Computer schläft jetzt“. Er ist also, wie wir, weder richtig an noch richtig aus.

Auf dem Mac ist der Mond dagegen nirgends zu finden — vielleicht geht man davon aus, dass Apple-User sich schlicht damit abfinden, dass ein Rechner auch Standby kann. Ganz ohne Metapher aus der Menschenwelt.

@

In den Anfangszeiten von E-Mail und Internet war es hierzulande noch als „Klammeraffe“ bekannt. Heute ist ein „Ätt“ ebenso geläufig wie das Play-Symbol oder der Pauseknopf. 1971 entschied ein Programmierer, das Zeichen zwischen den Benutzernamen und die Terminal-Adresse zu setzen. Doch seinen Ursprung hat das merkwürdige Zeichen lange vorher.

Es gibt offenbar Hinweise darauf, dass ein @ bereits im 6. Jahrhundert von Mönchen verwendet wurde, um damit das lateinische Wort „ad“ besser von der Abkürzung „A.D.“ — anno domini, im Jahre des Herrn — trennen zu können. Allerdings sind aus dieser Zeit nur wenige E-Mails überliefert, so dass sich diese Vermutung schwer verifizieren lässt.

FireWire

Heute mehr ein Relikt als ein alltäglicher Begleiter: FireWire war Apples Antwort auf den Bedarf nach einer universellen Schnittstelle für hohen Datendurchsatz. Insbesondere in der Musik- und Videobranche waren große Datenmengen an der Tagesordnung, daher sollten die drei vom Kreis ausgehenden Arme Musik, Video und Daten repräsentieren.

SBBOD — der rotierende Strandball des Todes

Wer ihn sieht, weiß: Es kann lange dauern. Meist begleitet von alles andere als jugendfreien Interjektionen ist der bunte Warteball Teil von OS X. In früheren Versionen des Apple-Betriebssystems sah man an seiner statt eine Armbanduhr. Doch die schien zu sehr daran zu erinnern, dass gerade kostbare Arbeits- oder Lebenszeit verrinnt, während man auf Finder oder Safari wartet.

Wie Wired richtig bemerkt hat der Symbolwechsel auf jeden Fall eines zur Folge gehabt: Wir wissen jetzt, dass wir sogar einen friedlichen, bunten Strandball abgrundtief hassen können.

Netzwerk

Die Technologie ist in diesem Fall sehr viel älter als das Symbol, das Viele heute mit ihr verbinden. David Hill von IBM entwarf diese Darstellung als eine Verbindung zwischen mehreren, gleichwertigen Terminals. Heute wissen wir, dass an diese Stelle der LAN-Stecker gehört.

Am Mac sieht der Netzwerk-Steckplatz etwas anders aus. Hier stehen zwei eckige Klammern, die drei Punkte umfassen für den LAN-Anschluss.

(via Wired)

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