Auswärtstorregel leicht anhand von Beispielen erklärt

Martin Maciej

In der kommenden Woche stehen die ersten Rückspiele im Achtelfinale der UEFA Champions League an. Der FC Bayern kann nach dem 5:0-Hinspielsieg gegen Besiktas Istanbul mehr oder weniger sicher für das Viertelfinale planen, bei anderen Spielen ist der Ausgang noch völlig offen. Gut möglich, dass einige Partien erst wieder nach der „Auswärtstorregel“ entschieden werden.

Auch die Kommentatoren werden den Begriff das eine oder andere Mal während der Live-Übertragungen der Champions-League-Spiele und anderer K.o.-Spiele in sportlichen Wettbewerben fallen lassen. Doch wie funktioniert die Auswärtstorregel genau? Wie verhält es sich zum Beispiel, wenn eine Mannschaft 2:1 im Hinspiel gewonnen hat. Darf man sich eine 0:1-Niederlage beim Rückspiel erlauben?

Wie groß ist ein Fußballfeld?

So funktioniert die Auswärtstorregel

In der Zwischenrunde der Europa League ist zum Beispiel RB Leipzig trotz einer 0:2-Niederlage in die nächste Runde eingezogen, da man den SSC Neapel im Hinspiel mit 3:1 besiegen konnte. So funktioniert es:

Kurz und knapp: Ist der Spielstand nach einem Hin- und Rückspiel unentschieden, zieht das Team in die nächste Runde ein, das mehr Tore im Auswärtsspiel erzielt hat.

Mehrere Beispiele sollen die Auswärtsregelung verdeutlichen:

Hinspiel (Team A spielt heim) Rückspiel (Team A spielt auswärts) Gesamtergebnis Erklärung
1:0 2:3 3:3 Team A kommt weiter, da auswärts 2 Tore erzielt wurden. Team B hat auswärts keinen Treffer erzielt
1:1 2:2 3:3 Team A kommt weiter, da auswärts 2 Tore erzielt wurden. Team B hat auswärts nur einen Treffer erzielt
0:0 1:1 1:1 Team A kommt weiter, da auswärts ein Tor erzielt wurde. Team B hat auswärts keinen Treffer erzielt.
1:1 1:1 2:2 Beide Teams haben gleich viele Tore auswärts erzielt. Es geht in die Verlängerung.

Natürlich findet die Regel auch bei FIFA 18 Anwendung.

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Auswärtstorregel leicht verständlich mit Beispielen erklärt

Erstmals erprobt wurde die Regelung im Europapokal der Pokalsieger 1965/66. 1968/69 wurde die Auswärtstorregel in allen europäischen Vereinswettbewerben eingeführt. Bei einem Gleichstand nach Hin- und Rückspiel wurde zuvor ab dem Viertelfinale ein Entscheidungsspiel angesetzt. In früheren Runden wurde der Sieger nach Gleichstand durch einen Münzwurf entschieden. Die Regelung wird auch bei Play-offs-Spielen der Nationalmannschaften bei der WM- und EM-Qualifikation angewandt.

Zum Thema: Wie groß ist ein Fußballfeld?

In einigen Verbänden gibt es abweichende Regelungen:

  • In der Nord- und Mittelamerikanischen Champions League gilt die Auswärtstorregelung in der Verlängerung nicht mehr. Gehen Hin- und Rückspiel also zum Beispiel 1:1 aus und die Verlängerung 2:2, würde auf europäischem Gebiet, das Auswärtsteam wegen der zwei erzielten Tore in die nächste Runde einziehen. Bei der CONCACAF geht es nach einem 2:2 ins Elfmeterschießen.
  • Im englischen Ligapokal gibt es im Halbfinale eine Sonderregelung. Nach der normalen Spielzeit gibt es keine Auswärtstorregelung, im Ergebnis nach der Verlängerung greift diese jedoch.
  • Siegt Team A zum Beispiel im Hinspiel mit 1:0 und unterliegt nach 90 Minuten auswärts mit 1:2, geht es aufgrund des Unentschiedens in die Verlängerung. Bleibt es bei dem 1:2, zieht Team A aufgrund des Auswärtstores in die nächste Runde ein.

Bei der anstehenden WM gibt es natürlich keine Auswärtsregelung, da kein Rückspiel ausgetragen wird. Als Merkhilfe kann man auch Auswärtstore doppelt zählen, allerdings natürlich nur dann, wenn es nach Hin- und Rückspiel unentschieden steht.

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