Eine „Definition“ entspricht laut Duden der „genauen Bestimmung eines Begriffes durch Erklärung seines Inhalts“. Doch was ist denn der Inhalt von „High-End“? Und wie lässt sich „Einsteigerklasse“ und „Mittelklasse“ bestimmen? Im Kontext von Smartphones verschwimmt die Grenze zwischen genannten Begriffen nämlich zunehmend – ist am Ende womöglich nur der Preis ausschlaggebend?

 

Kaufberatung

Facts 

Natürlich sind Smartphones nach wie vor technische Geräte hochkomplexer Natur. Dementsprechend sollte das Innenleben beziehungsweise das Datenblatt die Richtung hinsichtlich der Einordnung in eine der Kategorien vorgeben. Ein Modell mit einem langsamen Prozessor und schlechtem Display ist selbstredend weit von High-End entfernt – allerdings gibt es mittlerweile eine Reihe von Smartphones, die mit niedrigem Preis und durchweg solider Hardware aufwarten.

Spezifikationen?

In der näheren Vergangenheit konnten diverse Hersteller aufzeigen, dass es nicht nur auf die rohen Spezifikationen ankommt. Es versteht sich von selbst, dass ein potenter Prozessor wie der Snapdragon 820, ein großer Arbeitsspeicher mit mindestens 4 GB und eine hochauflösende Kamera mit vielen Megapixeln stets zu bevorzugen sind – alleine schon mit Blick auf die Zukunftstauglichkeit. Doch im Moment vermögen Alltagsaufgaben die üppigen Leistungsreserven, die die meisten Flaggschiff-Smartphones in petto haben, nicht mal ansatzweise auszuschöpfen. Im Alltag dürfte den meisten Nutzern der Unterschied zwischen 3 GB und 4 GB RAM kaum auffallen.

Bei der Kamera fällt das Ganze nochmal eklatanter aus: Natürlich sind 20 MP prinzipiell besser als 12 MP und ist ein optischer Bildstabilisator immer gerne gesehen. Letztendlich ist aber die resultierende Fotoqualität der entscheidende Faktor bei der Beurteilung der Kameraqualität. Diese hängt von den auf dem Datenblatt aufgeführten Eigenschaften ab, lässt sich aber auch auf Qualität der verbauten Bauteile und bei Smartphone-Kameras vor allem auf die Software zurückführen.

Dementsprechend gibt das Datenblatt, quasi der Inhalt eines technischen Geräts, selbstredend einen Fingerzeig – entscheidet aber nicht alleine über das Leistungssegment. Ein Smartphone kann auf dem Papier nach High-End aussehen, im Alltag aber komplett enttäuschen – eben weil beispielsweise die Software trotz Leistung en masse ruckelt oder die Fotos unschön aussehen.

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Liebe fürs Detail?

Vor einigen Jahren geschah die Einordnung in Einsteiger- respektive Mittelklasse sowie High-End-Segment noch weitaus einfacher. Ein Blick auf das Datenblatt genügte oftmals tatsächlich schon. Damals waren Smartphones auch noch in rasanter Entwicklung und nahmen in regelmäßigen Abständen gewaltige Leistungssprünge. Mittlerweile ist das gegenseitige Überbieten der Hersteller aber tendenziell einem – mal mehr, mal weniger – akribischem Feintuning gewichen. Das gilt vor allem für die teuren Vorzeigemodelle der einschlägigen Hersteller, doch auch preiswertere Smartphones dringen hinsichtlich der effektiven Leistung teilweise in das sogenannte High-End-Segment vor.

Ein Beispiel gefällig? Das neue Moto G4 Plus soll eine gleichwertige Kamera zum iPhone 6s Plus haben – letzteres Smartphone kostet dreimal so viel. In diesem Fall würde die Fachpresse, uns eingeschlossen, beim Moto G4 Plus vermutlich trotzdem intuitiv von der „gehobenen Mittelklasse“ sprechen. Dafür ausschlaggebend ist wohl vor allem der mit dem Snapdragon 617 auf dem Papier nur mittelmäßige Prozessor sowie der weit von High-End entfernte Preis von 299 Euro. Doch ist diese Klassifizierung gerechtfertigt? Nur vom Datenblatt ausgehend: Vielleicht. Dennoch ist ein Honor 5X, nur um ein weiteres Beispiel zu nennen, trotz „Mittelklasse“-Stempel kein schlechtes Smartphone.

Allerdings gibt es eben noch eine Reihe weiterer Faktoren, die über die effektive Qualität eines Smartphones entscheiden. Was ist zum Beispiel mit der Verarbeitungsqualität? Dass sich Leistung auch günstig verkaufen lässt, hat etwa OnePlus bewiesen – die Verarbeitung ließ im Detail aber manchmal zu wünschen übrig. Also sind es vielleicht diese „Details“, die einem prinzipiell leistungsfähigen Smartphone den „High-End“-Titel verweigern und das eigentlich gar nicht so schlecht erscheinende Gerät doch in der Mittelklasse landen lassen?

Zu solchen Details zählen neben der Verarbeitungsqualität unter Umständen auch ein elegantes Design, Gimmicks wie ein Fingerabdrucksensor sowie natürlich hochwertige Bauteile. Samsung setzt beim Galaxy S7 etwa auf rasanten UFS-2.0-Speicher, der die Speichereinheiten der meisten Smartphones in puncto Schreib- und Lesegeschwindigkeit in den Schatten stellt. Das HTC 10 ist als schickes Smartphone mit edlem Unibody-Metallgehäuse positioniert und LG hat sich beim G5 mit dem Magic Slot an etwas ganz Neuem versucht.

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Software?

Ein ebenfalls nicht zu verachtender Faktor ist die Software eines Smartphones. Damit ist einerseits die Qualität der Implementierung sowie der integrierten Zusatzfunktionen gemeint. Oftmals sind neue Features den teuren Top-Modellen der Hersteller vorbehalten und sollen einen zusätzlichen Kaufanreiz schaffen.

Allerdings spielt außerdem auch die Aktualität der Software eine Rolle – denn das ist in der Regel ein Vorteil, den fast nur Flaggschiff-Modelle für sich beanspruchen können: Die Gewissheit für den Kunden, dass in zwei Jahren vermutlich noch eine (halbwegs) aktuelle Android-Version zur Verfügung stehen wird. Bei vermeintlichen Geräten der Mittelklasse schwankt die Support-Dauer seitens der Hersteller, im Einsteigersegment ist meistens nach spätestens einem etwas größeren Softwareupdate schon Schluss. Die Faustregel besagt: Umso teurer das Smartphone, desto länger der Softwaresupport – Entwickler wollen schließlich auch verdienen und Unternehmen wirtschaftlich bleiben.

Preis und Status?

Lässt sich die Klassifizierung am Ende also wirklich auf den Preis herunterbrechen? Der Preis lässt zumindest Rückschlüsse auf Spezifikationen, Verarbeitung und Software-Qualität zu. Es gibt jedoch auch einige Ausreißer, die dieser vermeintlichen Regel fast schon auf dreiste Art und Weise trotzen – I am looking at you, HTC Desire 825.

Allerdings haben sich einige Firmen erfolgreich eine Marke aufgebaut, deren Status sich oft auf den Preis niederschlägt. Ein Smartphone ist heutzutage schließlich auch ein Statussymbol und will mit Bedacht gewählt werden. Da ist der geneigte Kunde von Welt auch mal bereit, einen kleinen Aufpreis zu zahlen oder gar bei etwaigen Schwachstellen ein Auge zuzudrücken. Die gesamte Firmenphilosophie von Apple baue darauf auf, würden böse Zungen behaupten.

Fazit: Das Gesamtpaket ist entscheidend

Im Endeffekt fällt die Einteilung in Einsteiger- und Mittelklasse sowie High-End-Segment also infolge halb-subjektiver Einschätzungen und technischer Gegebenheiten – die Balance aus „brandneuer Next-Gen-Prozessor“ und „Fühlt sich geil in der Hand an!“. Anders ausgedrückt: Die Anzahl der Kompromisse macht's. Umso mehr ein Modell der Konkurrenz voraus hat, umso „runder“ das Gesamtpaket aus reiner Leistung, Software, Verarbeitungsqualität und Prestige ist, desto höher ist es einzuordnen. Der Smartphone-Markt ist in einem stetigen Wandel und solche Klassifizierungen sind daher eher temporärer Natur – eine allgemein gültige Definition gibt es nicht.

Was bedeutet das für Kunden? Ausprobieren und im Zweifel zurückgeben. Unterm Strich zählt nämlich die eigene Zufriedenheit im Alltag und nicht das ach so tolle Datenblatt. Vor dem Kauf können außerdem ausführliche Testberichte, in denen sich der Autor tatsächlich über einen gewissen Zeitraum mit einem Smartphone auseinandergesetzt hat und nicht nach zwei Tagen bereits einen „Test“ in die Weiten des Netzes entlässt, nützliche Impulse geben.

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