Hirnforscher klärt auf: So gefährlich sind Smartphones wirklich

Simon Stich 3

Was macht intensive Smartphone-Nutzung eigentlich mit unserem Gehirn? Dem Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer zufolge ist das Ergebnis eindeutig – und alles andere als beruhigend. Besonders junge Leute sind gefährdet.

Hirnforscher klärt auf: So gefährlich sind Smartphones wirklich
Bildquelle: getty Images / OcusFocus.

Hirnforscher: Smartphones für Jugendliche gefährlich

Smartphones sind allgegenwärtig und für viele Menschen zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden – dieser Artikel zum Beispiel wird wahrscheinlich eher auf einem Smartphone gelesen als anderswo. Was die gesundheitlichen Folgen der Smartphone-Nutzung angeht, schlagen manche Wissenschaftler bereits Alarm. Auch der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer sieht die Nutzung kritisch, besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Spitzer zufolge führt eine übermäßige Nutzung von Smartphones eher zu Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen, Bewegungsmangel und Ängsten. Kinder und Jugendliche sind davon eher betroffen als erwachsene Personen. Dafür gibt es eine einfache Erklärung, meint der Hirnforscher: „In diesem Alter befindet sich das Gehirn noch in Entwicklung und genau diese normale Gehirn-Entwicklung wird durch das Smartphone gestört“. Das Pikante daran ist, dass manche der Schäden später nicht mehr zu reparieren seien.

Projekte wie „Das digitale Klassenzimmer“ sieht er ebenfalls kritisch. Dem Smartphone auch in der Schule einen immer größeren Raum zu geben sei nicht hilfreich. „Es gibt Studien, die deutlich zeigen, dass die Schüler durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht schlechter und unaufmerksamer werden“. Smartphones und Computer seien Dinge, vor denen Kinder und Jugendliche geschützt werden müssen – genau wie zum Beispiel Alkohol: „Wir machen doch auch kein Alkoholkompetenztraining in Kindergärten und Grundschulen.“

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Kaum Therapieplätzen in Deutschland verfügbar

Ein weiterer Kritikpunkt Spitzers bezieht sich auf Möglichkeit zur Behandlung geschädigter Kinder und Jugendlicher, die ihm zufolge in Deutschland mehr als unzureichend sei: „Während die Zahl der Internet- und Smartphone-Süchtigen massiv steigt, haben wir in Deutschland nur etwa 200 Behandlungsplätze gerade für junge Patienten“. Hier müsse die Politik unbedingt für mehr Behandlungsmöglichkeiten sorgen.

Was haltet ihr von den Aussagen des Hirnforschers? Wie lange beschäftigt ihr euch am Tag mit dem Smartphone? Meldet euch in den Kommentaren mit eurer Einschätzung.

Quelle: Augsburger Allgemeine via Focus Online

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