Chiptune: 8-Bit-Musik selber machen – wenn der Game Boy musiziert

Martin Maciej

Mit dem Computer erstellte Musik muss nicht immer in die Richtung „Techno“ oder „House“ gehen. Mit „Chiptune“ gibt es ein eigenes Musikgenre, das vor allem Herzen von Computernostalgikern höherschlagen lässt.

„Chiptune“ wird auch als „8-Bit-Musik“ bezeichnet. Besonders Freunde von Konsolen und Computerklassikern wie C64, Atari oder Super Nintendo bekommen mit der Musikrichtung bekannte Klänge ins Ohr.

Chiptune: Highlights anhören und herunterladen

8-Bit-Songs setzen sich aus analogen und synthetischen Klängen zusammen. So erinnern die Lieder an die Sounds aus den frühen Computertagen. In der Vergangenheit waren Chiptune-Songs vor allem in Intros von Spiele-Cracks und in der Demo-Szene zu hören, inzwischen hat sich eine kleine Musikszene daraus entwickelt. Einer der Pioniere dieser Musikrichtung ist Chris Hülsbeck, der unter anderem für die Themes von Turrican und Giana Sisters verantwortlich ist.

Hülsbeck wurde der Spitzname „Soundmagier“ verpasst. Kein Wunder, für die Spiele Turrican und Turrican 2 kitzelte der Soundmagier aus dem dreistimmigen Commodore 64 fünf Stimmen heraus und aus dem normalerweise vierstimmigen Amiga ganze sieben Stimmen. Den Spiele-Soundtracks merkt man dies an, gelten sie doch als Meilensteine in der Spielemusik-Szene. Empfehlungen für aktuelle 8-Bit-Musik findet ihr im entsprechenden Channel bei Reddit. Auch bei SoundCloud könnt ihr viele 8-Bit-Lieder kostenlos anhören.

 

Mittlerweile ist 8-Bit-Musik auf einem neuen Höhepunkt angelangt, was unter anderem an der gewachsenen Akzeptanz in der Gesellschaft und an Events wie den Eröffnungsveranstaltungen der Games Convention, heute GamesCom, liegt. Bis August 2003 waren Spielmusikkonzerte primär den Japanern vorbehalten. Im Rahmen der Games Convention wurden diese Konzerte auch hierzulande populär und lockten jeweils rund mehrere Tausend Besucher vor die Bühnen. Dort traten Künstler wie Yūzō Koshiro (Shenmue), Nobuo Uematsu (Final Fantasy, Chrono Trigger) und Chris Hülsbeck (Turrican) auf.

Wer sich heutzutage für 8-Bit-Musik interessiert, wird nahezu erschlagen von der Menge an guten und kreativen Künstlern. 8-Bit-Musik beeinflusst inzwischen auch bekannte Musikgenres. So mischen zum Beispiel die Schweden von Machinae Supremacy Metal-Klänge mit Chiptune. Mit dem Chipwrecked gibt es sogar ein kleines Festival für Chiptune-Freunde. 2018 findet das Chipwrecked vom 23. bis 26. August im dänischen Bornholm statt.

Chiptune: 8-Bit-Musik selber machen

Wer eigene 8-Bit-Musik machen will, benötigt viel Geduld, Willen, Einarbeitungszeit und einen Tracker. Ein kostenloses Tool, mit dem man erste eigene Klänge kreieren kann, findet sich bei Beepbox.co. Mithilfe der Boxen könnt ihr eigene Noten zusammenstellen. Nach jeder Änderung wird eine neue URL erstellt, so dass ihr eure eigene Kreation schnell und einfach per Link mit anderen teilen könnt. Möchte man tiefer in die Chiptune-Produktion einsteigen, empfiehlt sich eine zusätzliche Software, etwa OpenMPT oder MilkyTracker. Bei YouTube findet ihr umfangreiche Tutorials, die euch in die Erstellung von Chiptune-Musik einführen.

OpenMPT herunterladen*

Für den Game Boy gab es mit dem „Little Sound DJ“ ein eigenes Modul, über das man Songs in Game-Boy-Gewand erstellen konnte. Das Cartridge wird nicht mehr hergestellt. Über die Webseite des Entwicklers könnt ihr aber weiterhin eine ROM-Version beziehen und mit einem Game-Boy-Emulator eigene Chiptune-Lieder produzieren.

Genauso wie beim Spielen mit „echten“ Instrumenten erfordert auch die Erstellung eigener Chiptune-Tracks einiges an Einarbeitungszeit. In den Kommentaren könnt ihr eure eigenen Songs vorstellen und euch mit anderen Chiptune-Fans austauschen.

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Die Funktionen von Alltagsgegenständen sind uns inzwischen allen wohlbekannt, oder? Doch wofür ist die blaue Seite eines Readiergummis gedacht? Testet euer Wissen!

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