Twitch-Chef: Artikel 13 ist „schlecht gemacht“ und bringt Konsequenzen für Streamer und Zuschauer

Daniel Hartmann 3

Der Twitch-CEO spricht über Artikel 13 und welche Probleme die Gesetzesänderung mit sich bringt. Für ihn ist unklar, wie das neue Gesetz funktionieren wird und gerade das bereitet im Sorgen in Bezug auf Streamer und Zuschauer.

Die Annahme der Urheberrechtsreform im europäischen Parlament ist noch nicht lange her und Twitch-CEO Emmett Shear erzählt in einem Interview mit Fortune, welche Probleme die Gesetzesreform für seine Plattform bedeutet.

„Die Reform, die da beschlossen wurde, ist ziemlich schlecht gemacht, denke ich. Es ist völlig unklar, was wir machen müssen, um ihr zu entsprechen oder was nicht.“

Grundsätzlich ist Shear nicht gegen eine Verbesserung des Urheberrechts, doch, so sagt er, „das neue Gesetz ist nicht für uns geschrieben.“ 

Für die Videospiel-Branche ist Twitch ein wichtiges Marketing-Tool, welches nun eventuell harte Einschnitte erlebt.

Film-Poster im Stream gilt schon als Urheberrechtsverletzung

Vor allem die Ungenauheit der Reform könnte auf Twitch zu großen Problemen führen. Er erzählte in einem während des Twitch Town Hall Talks, dass selbst ein Film-Poster im Hintergrund eines Streams schon als Urheberrechtsverletzung gelten könnte.

Da das neue Gesetz Twitch dafür verantwortlich machen würde, müsste Twitch mit einem Uploadfilter alle Streams live überprüfen und bei möglichen Verstößen direkt sperren. Selbst wenn es sich im Nachhinein um keine Urheberrechtsverletzung handeln sollte – den Schaden tragen Streamer, Zuschauer und somit auch Twitch.

Auch nicht-europäische Streamer sind betroffen

Das betrifft aber nicht nur Streamer in Europa sondern aller Streamer mit einer europäischen Zuschauerschaft. So äußert sich der Twitch-Chef folgendermaßen:

„Grundsätzlich geht es darum, was man (als Twitch-Streamer) in Europa teilen kann. […] Wenn du aus den USA streamst, werden deine europäischen Zuschauer herausgefiltert.“ 

Im Klartext bedeutet das: Für europäische Zuschauer kann es zu massiven Einschränkungen beim Schauen von Streams aus dem europäischen Ausland kommen, denn auch hier werden die Uploadfilter zu Anwendung kommen. Auch für Streamer aus den USA beispielsweise bedeutet das ein möglicher Verlust von Zuschauern.

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Das sind die bestbezahlten Twitch-Streamer.

Twitch sieht sich als Möglichkeit, Inhalte einer globalen Zuschauerschaft anbieten zu können. Die Urheberrechtsreform könnte bei vielen Twitch-Streamern und Nutzern zu großen Einschränkungen führen. Befürchtest du, Streamer aus den USA bald nicht mehr sehen zu können? Schreibe uns deine Bedenken unten in die Kommentare.

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