Um dem Klimawandel besser entgegenwirken zu können, ist wichtig zu wissen, wer für die Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist. Für einen globalen Überblick sorgt nun eine entsprechende Weltkarte.

Weltkarte für die Treibhausgase

Naturkatastrophen, ein zu heißer Sommer und zu goldiger Herbst – das sind nur einige der Auswirkungen des Klimawandels, gegen den schon so lang angekämpft wird. Doch es ist nicht leicht, die globalen Problemherde ausfindig zu machen. Die Initiative Climate Trace will nun für mehr Transparenz sorgen.

Dafür hat die US-amerikanische gemeinnützige Organisation, zu deren Gründungsmitgliedern auch der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore gehört, hat eine kostenlos nutzbare Weltkarte programmiert, die zeigt, wie viele Treibhausgase in den verschiedenen Ländern der Welt produziert werden (Quelle: NPR.org). Darunter sind Flughäfen, Kraftwerke, Ölraffinierien und vieles mehr. Bisher werden über 72.000 Standorte von der Initiative getrackt, aber die Ziele sind hoch gesteckt: Schon im Laufe des nächsten Jahres sollen Millionen von Standorten aufgelistet werden.

Die Weltkarte von Climate Trace zeigt die Treibhausgas-Emissionen weltweit in verschiedenen Farben an.
Mit der Weltkarte von Climate Trace können die Treibhausgas-Emissionen nachvollzogen werden (Bildquelle: GIGA)

Um die Emissionen zu berechnen, wird unter anderem mit über 300 Satelliten, Sensoren an Schiffen, Flugzeugen und an Land und intelligenten Modellierungsprogrammen gearbeitet. Somit ist die Initiative für ihre Arbeit nicht von den Angaben der jeweiligen Unternehmen abhängig ist. Al Gore hob dies auch gegenüber NPR hervor: „Betrug ist mit dieser Methode der künstlichen Intelligenz nicht möglich, da mehrere Datensätze irgendwie gefälscht werden müssten.“

Dahingehend gab er ebenso an, dass durch die Aufzeichnungen deutlich wurde, dass viele Unternehmen aus dem Gas- und Öl-Sektor 3-mal geringere Emissionen angeben als sie der Wahrheit entsprechen. Die Karte ist somit nicht nur für Privatpersonen ein nützlicher Überblick, sondern soll auch in der Politik und Wirtschaft (im Sinne der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen) der Aufklärung dienen.

Schon mit kleinen Veränderungen kann man Strom und Gas sparen. Wir geben euch in unseren Artikeln einige Tipps:

Kraftwerke stehen in Deutschland auf Platz 1

Auch die Emissionen in Deutschland sind über die Weltkarte nachvollziehbar. Vor allem die Kraftwerke stehen ganz vorn: So hat der Standort in Neurath 2021 fast 18 Megatonnen (also 18.000.000 Tonnen) Treibhausgase ausgestoßen, in Boxberg waren es über 15 Megatonnen. Auf Platz 3 ist ThyssenKrupp mit seinem Stahlwerk in Duisberg, das im letzten Jahr für über 13 Megatonnen Treibhausgase verantwortlich war.

Im Vergleich zu China ist das aber fast wenig: So pumpte im letzten Jahr das Gasfeld in Sulige fast 81 Megatonnen CO2 in die Luft. Die Raffinerie für Öl und Gas im US-amerikanischen Permian (Texas) stieß dagegen 208 Megatonnen CO2 in die Atmosphäre.

Interessiert ihr euch für einen direkten Vergleich zwischen den Ländern, wird euch ein entsprechendes Tool auf der Website angeboten. So seht ihr auf einen Blick, wie viele Emissionen in Deutschland in einem bestimmten Sektor im Vergleich zu beispielsweise den USA ausgestoßen werden.

Screenshot der Website von Climate Trace zum Vergleich zwischen den Ländern.
Auf der Website von Climate Trace lässt sich auch recht leicht ein Vergleich zwischen den Ländern erstellen (Bildquelle: GIGA)

Mit der Karte macht Climate Trace das tatsächliche Handeln verschiedener Sektoren und Unternehmen sichtbar und bringt mehr Realität in die zahlreichen Versprechen ebendieser. Der Einfluss auf den Klimawandel, im positiven wie im negativen Sinne, kann so auch in Zukunft besser nachvollzogen werden.