Das Handelsministerium der USA hat die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung zum weltweiten Chip-Mangel veröffentlicht. Ihr zufolge wird uns die Krise noch weiter begleiten. Besonders bei Autoherstellern sieht es düster aus, denn die Lager werden immer leerer.

Chip-Mangel: Besserung nicht in Sicht

Gestörte Lieferketten und eine massiv gestiegene Nachfrage im Zuge der Corona-Pandemie führen weiter dazu, dass Halbleiter Mangelware bleiben. Nun hat das US-Handelsministerium konkret bei 164 großen Unternehmen nachgefragt und um ihre Einschätzung gebeten. Der Umfrage zufolge rechnet im Grunde niemand damit, dass sich die Lage in den nächsten Monaten bessern wird. Zudem werden die Lagerbestände immer kleiner, was vor allem Autohersteller berichten.

Den Daten zufolge hatten Unternehmen Ende 2021 nur noch Halbleiter-Lagerbestände, die für fünf Tage ausreichen. Bei manchen namentlich nicht genannten Autoherstellern sollen die Lager sogar noch leerer sein. Zum Vergleich: Vor der Corona-Pandemie reichte der durchschnittliche Lagerbestand noch für 40 Tage aus (Quelle: U.S. Department of Commerce).

Die größten Chip-Hersteller wie TSMC, Intel und Samsung haben weiter mit Materialknappheit zu kämpfen. Bestände an Silizium-Wafer-Rohlingen, die für die Produktion benötigt werden, sind der Umfrage zufolge äußerst knapp. Zulieferer können zudem nicht die geforderte Menge an Chip-Trägern liefern. Eine kurzfristige Lösung des Problems ist nicht zu erwarten.

Wie wird ein Chip hergestellt? Intel gibt die Antwort:

Intel: Wie man einen Chip macht

Chip-Knappheit: Mit neuen Werken aus der Krise?

Für das zweite Halbjahr 2022 versprechen einige Chip-Hersteller die Inbetriebnahme neuer Halbleiterwerke. Es dürfte aber erst in den nächsten Jahren zu einer weltweit spürbaren Entspannung der Lage kommen, heißt es. Intel alleine möchte mehr als 20 Milliarden US-Dollar für neue Werke in den USA in die Hand nehmen.

Im globalen Lieferverkehr werden mittlerweile selbst Container zur Mangelware. Diese werden derzeit im Durchschnitt erst nach 60 Tagen neu beladen, da viele Häfen überlastet sind.