Geht es nach dem deutschen Städtebund, dann sollen Online-Händler zur Kasse gebeten werden. Es wird eine Abgabe auf Pakete gefordert, die dem stationären Handel in Corona-Zeiten wieder auf die Beine helfen soll. Online-Shopping könnte dadurch teurer werden.

Krise der Innenstädte: Corona-Abgabe soll helfen

Der Städte- und Gemeindebund möchte Online-Händler zu einer gesonderten Abgabe auf Pakete verpflichten, um dem gebeutelten stationären Handel unter die Arme zu greifen. Händler, die ihre Waren online anbieten, würden zu den großen Gewinnern der Corona-Pandemie gehören. Der Einzelhandel hingeben bleibe oft geschlossen – und muss sich kreativ zeigen.

Auch nach Abklingen der Pandemie werde sich der Trend hin zu Online-Shopping weiter beschleunigen, meint Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Menschen hätten sich daran gewöhnt, ihre Einkäufe einfach online zu erledigen. Insbesondere deutsche Innenstädte stünden nun vor einer schweren Krise. Neue Strategien müssten her, um das Sterben aufzuhalten. Auch der Online-Handel würde schließlich kommunale Infrastrukturen nutzen.

Auf der anderen Seite soll auch der Offline-Handel in die Pflicht genommen werden, stärker als bisher Waren online anzubieten. Hier soll es möglichst eine Vergünstigung geben, bei der Händler von der Paketversandsteuer ausgenommen werden, wie das Handelsblatt berichtet. Im Umkehrschluss wird das Online-Shopping teurer.

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Paketabgabe für Online-Händler bislang gescheitert

Bereits im vergangenen Jahr hatte die CDU eine mögliche Paketabgabe für Online-Händler ins Spiel gebracht, war damit aber auf Widerstand gestoßen. Die FDP warnte gar vor einem „neuen Bürokratiemonster“. Eine Paketsteuer würde zudem nicht nur international tätige Konzerne wie Amazon oder Zalando treffen, sondern auch viele heimische Händler. Von einer Paketaufgabe wären auch stationäre Händler betroffen, die sich in Zeiten der Corona-Pandemie ein Online-Standbein aufgebaut haben, meint Stefan Genth, der als Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland tätig ist.