Berichten mehrerer Fernsehsender und der Süddeutschen Zeitung zufolge hat es Amazon seinen Mitarbeitern in Deutschland verboten, während der Arbeitszeit FFP2-Masken zu tragen. Grund sind wohl gesetzliche Regelungen für längere Pausen – die möchte Amazon nicht gewähren.

 

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Amazon: Mitarbeiter dürfen nur OP-Masken tragen

Einer Recherche von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung zufolge ist es Mitarbeitern in deutschen Amazon-Werken untersagt, zum Schutz vor dem Coronavirus eine FFP2-Maske zu tragen. Entsprechende Aushänge würden darauf hinweisen, dass ausschließlich OP-Einwegmasken erlaubt sind. Betroffene Mitarbeiter bestätigen, dass Amazon eine solche Regel eingeführt hat.

Einer Mitarbeiterin von Amazon zufolge wurde sie von ihrem Vorgesetzten auf die getragene FFP2-Maske angesprochen. Diese sei ihm zufolge bei Amazon verboten, damit Beschäftigten keine zusätzliche Pause gewährt werden müsse. Einer Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zufolge sollen FFP2-Masken maximal zwei Stunden am Stück getragen und anschließend eine 30-minütige „maskenfreie Zeit“ genutzt werden. Nur bei leichter körperlicher Arbeit könne die Tragedauer auf bis zu drei Stunden verlängert werden, so die Empfehlung.

Amazon Deutschland hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert, wie die Tagesschau berichtet. Auf Anfrage wird aber darauf hingewiesen, dass Mitarbeitern kostenfreie OP-Masken zur Verfügung gestellt werden. Diese seien von hoher Qualität. Mitarbeitern würde es zudem frei stehen, „Ausnahmen zu beantragen“.

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Amazon in Leipzig: Maskenpausen ohne Bezahlung

In einem von Amazon unterhaltenen Logistikzentrum in Leipzig erlaubt der Konzern seinen Mitarbeitern immerhin, privat bezahlte FFP2-Masken zu tragen. Hier wird nach zwei Stunden Arbeit eine halbstündige Pause ermöglicht, die allerdings nicht bezahlt wird. Die Pausen werden zudem vom Überstundenkonto abgezogen. Das führt in der Praxis dazu, dass Mitarbeiter die Pausen kaum nutzen.

Amazon hat im letzten Quartal einen Gewinn von fast 6 Milliarden Euro erwirtschaftet. In den letzten Monaten des Jahres 2020 stieg der Umsatz auf mehr als 100 Milliarden Euro. Unterdessen müssen Mitarbeiter mitunter in Flaschen pinkeln, weil keine Zeit für den Toilettengang bleibt.