Gebrauchte und rundüberholte Smartphones sind eine gute Alternative, wenn ihr nicht zu viel ausgeben wollt. Dazu ist es nachhaltig, gebrauchte Ware weiter zu nutzen. Das wissen auch die Verkäufer, die die Vorteile entsprechend anpreisen – und dabei übers Ziel hinausschießen. Dem wollen Verbraucherschützer ein Ende machen.

Kunden und im Idealfall auch die Umwelt sollten davon profitieren, wenn vermehrt bereits gebrauchte Elektronik wie Smartphones weiter genutzt werden. Rundüberholt – refurbished – können sie ein zweites Leben bekommen. Doch der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert, dass die Händler solcher Smartphones nicht bei der Wahrheit bleiben.

Verbraucherschutz: Shops für gebrauchte Handys führen Kunden in die Irre

Konkret hat man drei Onlineshops für Refurbished-Geräte auf der Liste, die Kunden mit ihren Angeboten übervorteilen sollen. Die Namen der Shops hat der VZBV allerdings nicht öffentlich gemacht. Zwei der abgemahnten Anbieter haben bereits Unterlassungserklärung abgegeben. Gegen einen dritten aus den Niederlanden klagen die Verbraucherschützer (Quelle: VZBV).

Der Vorwurf ist überall der gleiche: Die Läden sollen mit unrealistischen Streichpreisen geworben haben. Bedeutet: Im Vergleich zum gebrauchten, überholten Smartphone hat man einen möglichst teuren Preis des Originalgeräts angegeben. Die somit optisch hohe Ersparnis würde Käufer täuschen, so der VZBV.

Außerdem beschuldigt er die Shops des Greenwashings. Sie sollen mit Slogans wie „100 Prozent klimaneutral“ Kunden in die Irre geführt haben. Denn Wiederaufbereiten von Smartphones ist zwar nachhaltiger als ein Neukauf, aber auch für einen Wechselakku oder ein neues Display fallen Emissionen an. Die Werbestrategie der Anbieter unterschlage das laut Verbraucherschutz.

Wie Kunden refurbished trotzdem mit gutem Gewissen kaufen können

Ob ein Preis realistisch ist oder ihr durch einen fälschlichen Vergleich auf ein besonders gutes Angebot gelockt werden sollt, könnt ihr selbst überprüfen: Dafür einfach einen Preisvergleich durchführen. Für manche Modelle könnt ihr bei Vergleichsportalen direkt die Preise anderer Anbieter aus dem Refurbished-Bereich vergleichen.

Das bedeutet Greenwashing:

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Solltet ihr für ein Modell gebraucht keine Vergleichspreise finden, hilft immer noch ein Blick auf den Originalpreis. Weist ein Händler etwa auf den Herstellerpreis eines bereits Jahre alten Geräts hin, spricht vieles dafür, dass kaum jemand das Handy je zu diesem Preis gekauft hat. Der Vergleich hinkt.

Das heißt aber nicht, dass ihr zwangsweise auf ein schlechtes Angebot gestoßen seid. Denn der VZBV warnt nicht davor, dass etwa nur minderwertig aufgearbeitete Geräte angepriesen werden. Kritisiert wird allein die Vermarktung. Wer selbst sichergeht, dass Preis und Angebot stimmen, kann trotzdem kaufen.