Die EU-Kommission steht wohl kurz vor der Einleitung eines weiteren offiziellen Verfahrens gegen Google. Erneut geht es um das Werbegeschäft des Konzerns, wobei hier nun alle Aspekte genauer beleuchtet werden sollen. Die Kartellwächter der Europäischen Union möchten klären, ob Google seine Marktmacht ausnutzt.

 

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Google: Neues Verfahren der EU-Kommission geplant

Nachdem die EU-Kommission schon zu Beginn des Jahres 2021 eine inoffizielle Untersuchung Googles angeordnet hatte, steht nun der nächste Schritt an. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll ein offizielles Verfahren gegen Google noch in diesem Jahr starten. Wieder einmal geht es um die Frage, ob Google seine Marktmacht im Werbegeschäft ausnutzt und anderen Teilnehmern den Zugang erschwert.

Offiziell wurde das Verfahren der EU-Kommission gegen Google noch nicht angekündigt, wobei das jetzt nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte. Im Kern des Verfahrens sollen nicht nur Teilbereiche von Googles Werbegeschäft untersucht, sondern die Haupteinnahmequelle des Konzerns insgesamt betrachtet werden. Die Position Googles im Vergleich mit eigenen Publishern sowie Konkurrenten soll Reuters zufolge unter die Lupe genommen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Kartellwächter der Europäischen Union Google vorknöpfen. Hier konnte die EU in der Vergangenheit bereits Strafen in Milliardenhöhe verhängen. In der vergangenen Dekade wurde Google zu einer Zahlung von insgesamt mehr als acht Milliarden Euro gezwungen, da unter anderem Konkurrenten in den Suchergebnissen bei Google Shopping benachteiligt wurden. Im Jahr 2020 hat Google allein mit seinem Anzeigengeschäft umgerechnet 124 Milliarden Euro eingenommen.

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Google: Nach dem Bußgeld ist vor dem Bußgeld

Bei Google dürften die neuen Anschuldigungen eine Art Déjà-vu auslösen. Erst kürzlich hatte die französische Wettbewerbsbehörde eine Zahlung von 220 Millionen Euro verlangt, da Google-Dienste bei der Online-Werbung bevorzugt wurden. Google selbst hatte die Vorwürfe gar nicht erst bestritten.