Wer auf der Suche nach einem möglichst günstigen Tarif ist, der greift in den meisten Fällen zu einem Angebot im o2-Netz. Doch wie die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, hat der Netzbetreiber Telefónica auch heute noch mit einem großen Problem zu kämpfen. 

LTE-Netz von o2: Abdeckung bleibt weit hinter der Konkurrenz zurück

2015 ersteigerten die Netzanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica diverse Frequenz-Blöcke für ihr LTE-Netz und gaben dafür insgesamt mehr als 5 Milliarden Euro aus. Mit dem Zuschlag erklärten sich die einzelnen Anbieter auch dazu bereit, einige wichtige Auflagen zu erfüllen, die vor allem den Ausbau des LTE-Netzes bis zum Ende des Jahres 2019 betrafen. Nun hat die Bundesnetzagentur geprüft, ob diese auch erfüllt wurden.

Zur Erinnerung: Folgende Ansprüche stellte die Bundesnetzagentur damals an die drei Anbieter:

  • Ab dem 01. Januar 2020 müssen 98 Prozent der Haushalte bundesweit Zugriff auf eine mobile Datenverbindung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 MBit/s pro Antennensektor haben.
  • Das Gleiche gilt für 97 Prozent aller Haushalte je Bundesland.
  • Hauptverkehrswege, darunter zählen Autobahnen und Bahnstrecken, sollen zu 100 Prozent von den Netzanbietern abgedeckt werden.

Und wie haben sich die Telekom, Vodafone und Telefónica nun geschlagen? Die aktuellen Zahlen, die von den Unternehmen bereitgestellt wurden, belegen, dass sowohl die Telekom als auch Vodafone es fast geschafft haben, die Auflagen für Privathaushalte zu erfüllen. Beide Anbieter geben an, dass mehr als 98 Prozent der bundesweiten Haushalte auf eine schnelle mobile Datenverbindung zurückgreifen können.

Während der Ausbau von 4G und 5G immer weiter vorangetrieben wird, stellen die Anbieter ihr 3G-Netz bald ein. Was das für Folgen hat, erklären wir im Video:

3G wird abgeschaltet. Und jetzt?

Bei o2 sieht das hingegen anders aus. Der Netzanbieter hinkt weit hinter der Konkurrenz hinterher und hat es laut eigenen Angaben bisher lediglich geschafft, 84,3 Prozent der Haushalte zu versorgen. Vor allem in ländlichen Gebieten scheint Telefónica Probleme mit der Netzabdeckung zu haben, wie an den Werten für Brandenburg (62,6 Prozent) und Rheinland-Pfalz (65,4 Prozent) ersichtlich wird. Der Mobilfunkanbieter beteuert jedoch, dass man damit rechne, dass man die Auflagen bis zum Ende des Jahres erfüllen werde.

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Schnelle Datenverbindung im Auto und in der Bahn: Kein Anbieter kann die Ziele erfüllen

Ein Bereich in dem alle Anbieter hinter den gestellten Anforderungen zurückbleiben, ist die Netzabdeckung der Hauptverkehrswege. Auch hier erzielen die Telekom und Vodafone zwar immerhin eine Quote von über 95 Prozent, im o2-Netz sind es hingegen lediglich knappe 80 Prozent.

Ob man damit rechnen könne, dass dieses Ziel noch im Laufe des Jahres erreicht wird, geht aus der Meldung der Bundesnetzagentur nicht hervor. Diese werden wahrscheinlich in Zukunft vor allem ihre 5G-Netze weiter ausbauen wollen.